Waiblingen

500 Schüler an der Kaufmännischen Schule Waiblingen warten auf ihre Prüfungen

Coroan Kaufm. Schule
Die Klasse der Lagerlogistiker im Unterricht mit ihrem Lehrer Mark Josenhans © Gabriel Habermann

Endlich ist das Ende des Wartens in Sicht: Kommende Woche fangen für die Abiturienten und viele andere Abschlussklassen die Prüfungen an. Immerhin 500 Schüler befinden sich an der Kaufmännischen Schule in Waiblingen auf der Zielgeraden. Wie hat sich die Schule in der Coronakrise auf die Mammutprüfungen vorbereitet? Und wie läuft der Alltag in der Schule in Zeiten von Masken und Abstandsregeln?

Viele Berufsschüler waren an ihren Arbeitsplätzen eingespannt

Die Türen zu den Klassenzimmern sind geöffnet. Drinnen sitzen in großen Abständen nicht mehr als zwölf Schülerinnen und Schüler. Alle haben lange Wochen hinter sich, in denen sie zu Hause versuchten, die Themen zu wiederholen und sich auf die Prüfungen vorzubereiten. Gekämpft haben sie mit unterschiedlichen Problemen. Während die einen vor allem mit dem Stoff beschäftigt waren, waren die Berufsschüler teilweise so stark an ihren Arbeitsplätzen eingespannt, dass sie kaum Zeit für die Schule hatten: „Speziell die Einzelhändler sind unheimlich gefordert“, sagt BWL-Lehrerin Nina Pache. Manche hätten von ihren Betrieben für den Unterricht zu Hause nicht frei bekommen. Gut, dass für die Berufsschüler die Prüfungen erst nach Pfingsten beginnt, und sie noch Zeit mit ihren Lehrern haben. Für alle anderen wird’s kommende Woche ernst. Angst brauchen sie nicht zu haben, geht es nach Schulleiterin Birgit Bürk: „Die Schüler, die das Homeschooling mitgemacht haben, sind gut vorbereitet“, ist sie überzeugt. Für das Abitur und alle anderen Prüfungen sind die Klassenzimmer reserviert. Alle Schüler seien mit individuellen Prüfungsinformationen versorgt, die Lehrer stünden bei Fuß.

Erst seit gut einer Woche wieder an der Schule

Erst seit gut einer Woche werden die Abschlussschüler wieder in der Schule unterrichtet. Die meisten Schüler seien mit dem Stoff aber schon um die Faschingsferien durch gewesen, sagt die Schulleiterin. Der Stoff habe nur noch geübt werden müssen. „Die Abiturienten sind froh, dass es losgeht.“ Das meint auch Izzet Sabanoglu, Lehrer für Englisch, Geschichte und Gemeinschaftskunde: Die Wartephase sei anstrengend und zermürbend gewesen, und auch bei den Vorbereitungen werde es irgendwann nicht mehr besser: „Die Spannung, die zu einer Prüfung gehört, kann man nicht ewig aufrechterhalten.“ Während der Corona-Phase zu Hause hatten die Schüler laut ihrer Schulleiterin digital engen Kontakt zu ihren Lehrern. Wer persönlichen Kontakt brauchte, habe jetzt noch die Gelegenheit dazu. „Die Rückkehr zur Normalität“ nennt Lehrer Izzet Sabanoglu diese Phase in der Schule, die für die Abiturienten jetzt noch von großer Bedeutung sei. Und nicht nur für sie: „Ich war auch froh, meine Schüler sehen zu können.“

Morgens verteilt ein Lehrer Masken

Wie an allen Schulen war dieses Wiedersehen mit Einschränkungen verbunden. Eingang und Ausgänge der Kaufmännischen Schule wurden getrennt, am Haupteingang steht morgens zwischen 7.20 und 8.30 Uhr ein Lehrer, der die Schülerströme koordiniert und bei Bedarf Masken ausgibt. Denn Masken sind auf den Fluren vorgeschrieben, nicht aber in den Klassenzimmern, in denen die Schüler den Mindestabstand einhalten können. Unterricht haben die Schüler normalerweise immer im selben Raum am selben Tisch. Feste Pausen wurden abgeschafft, während der Pause bleiben die Schüler in den Klassenzimmern. Bevor die Klassen rausgehen, kontrollierten die Lehrer, ob der Gang leer ist, so die Schulleiterin. Zudem werde in den Zimmern regelmäßig gelüftet.

Anders als andere Schulen können an der Kaufmännischen Schule derzeit nicht zwei Jahrgänge, sondern nur die jeweiligen Abschlussklassen unterrichtet werden. „Wir haben viel mehr Schüler“, erklärt Birgit Bürk. Keiner der 500 Schüler, die derzeit Schule haben, ist täglich da, weshalb der Unterricht überhaupt möglich ist. 21 der knapp 100 Lehrer gehören zu Risikogruppen und machen nach wie vor Online-Unterricht. „Beim Homeschooling sind die Lehrer nicht im Corona-Urlaub“, betont Birgit Bürk. Manche Lehrer bekämen bis zu 250 Mails am Tag – eine große Belastung. Izzet Sabanoglu bekommt eigenen Worten zufolge rund um die Uhr Mails und Arbeiten seiner Schüler. Jede einzeln Mail habe er beantwortet, sagt er. Das mache einen nicht psychisch fertig – „aber das Abschalten fällt schwer.“

Endlich ist das Ende des Wartens in Sicht: Kommende Woche fangen für die Abiturienten und viele andere Abschlussklassen die Prüfungen an. Immerhin 500 Schüler befinden sich an der Kaufmännischen Schule in Waiblingen auf der Zielgeraden. Wie hat sich die Schule in der Coronakrise auf die Mammutprüfungen vorbereitet? Und wie läuft der Alltag in der Schule in Zeiten von Masken und Abstandsregeln?

Viele Berufsschüler waren an ihren Arbeitsplätzen eingespannt

Die Türen zu den

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