Waiblingen

82-Jährige im Telefonchaos: Eine Waiblingerin wartet seit Wochen darauf, dass ihr Telefon wieder funktioniert

Alte Frau Telefon Telefonieren
Symbolbild. © sabinevanerp/pixabay

Das Internet und das Telefon spinnen, die Hotlines der Telekommunikationsunternehmen sind überlastet, die Termine mit Technikern passen nicht in den Kalender – wer kennt es nicht?

Helga Killian ging es genauso. Die 82-Jährige hatte rund einen Monat lang kein funktionierendes Telefon mehr. Nach etlichen Terminen mit Technikern und Telefonaten mit ihrem Anbieter Vodafone beschloss sie: Es reicht. Jetzt ruf’ ich die Zeitung an. Das war am 4. Mai – und über Handy. Inzwischen hat sich einiges getan, eine funktionierende Festnetzleitung hat die 82-Jährige allerdings immer noch nicht.

Kommunikation gerade in Corona-Zeiten wichtig

„Ich bin gehbehindert und muss mit dem Rollator laufen“, sagt Helga Killian am Handy. Nach draußen kann sie momentan nur selten. Corona ist Schuld. „Weil ich zur Risikogruppe gehöre“, sagt sie. Da ist der Kontakt nach draußen umso wichtiger. Dass das ein großes Problem für sie ist, sieht ihr Anbieter Vodafone ein: „Uns ist bewusst, dass es hier nicht nur um die Reparatur eines Stückes Kupferdrahtes geht, sondern um eine ältere Kundin, die klare Kommunikationsbedürfnisse hat und den Festnetz-Anschluss benötigt“, teilt ein Pressesprecher des Telekommunikationsunternehmens auf Anfrage mit.

Seit dem 9. April funktioniert Helga Killians Telefon nicht mehr. Sie meldete die Störung direkt, bestätigt Vodafone. „Unsere Fehleranalyse durch eigene Messungen und durch Vor-Ort-Termine von Vodafone-Servicetechnikern ergab, dass hier ein Schaden vorliegt, der ausschließlich durch die Telekom beseitigt werden kann und darf“, so der Pressesprecher. Die Telekom sei daraufhin informiert worden.

Mehrere Techniker waren vor Ort

Nach Ostern sei ein Techniker der Telekom bei ihr zu Hause gewesen, berichtet die 82-Jährige. Er habe ihr mitgeteilt, dass nicht ihr Telefon, sondern ein Port kaputt sei, also eine Schnittstelle. Der zunächst vermutete Port-Fehler stellte sich bei weiterer Untersuchung allerdings als falsch heraus, teilt Vodafone mit.

Bei einem gemeinsamen Vor-Ort-Termin eines Service-Technikers von Vodafone mit einem Telekom-Techniker stellten diese fest, „dass sich die alte – und in die Jahre gekommene – Festnetzleitung von Frau Killian beim besten Willen nicht mehr reparieren lässt“. Die Abstands- und Hygieneregeln in Coronazeiten seien bei dem Termin selbstverständlich eingehalten worden.

Anbieter stellt feste Ansprechpartnerin

Um weiterhin über ihre Festnetznummer erreichbar zu sein, richtete Vodafone der 82-Jährigen eine Rufumleitung auf ihr Handy ein, allerdings nicht direkt. „Auch übernehmen wir erhöhte Kosten für ihre abgehenden Handy-Telefonate“, heißt es von Vodafone. Eine Gutschrift habe sie außerdem bekommen. Zusätzlich steht der 82-Jährigen eine feste Ansprechpartnerin vom Vodafone-Kundenservice zur Seite.

Helga Killian bekommt nun eine neue Leitung bei der Telekom – „mit deutlich besserer Qualität, aber zum selben Preis für Frau Killian“, heißt es von Vodafone. Die Leitung sei vergleichbar einem Neuanschluss in einem Neubau. Normalerweise dauern diese Neuschaltungen mindestens vier bis sechs Wochen. Aufgrund der besonderen Umstände könne aber eine Express-Schaltung vorgenommen werden.

Wenigstens gab's Blumen vom Anbieter

Am 28. Mai soll es so weit sein: Nach rund zwei Monaten soll Helga Killian wieder über ihr Festnetztelefon erreichbar sein. Ein Techniker werde die 82-Jährige bei der Anschaltung und Wiederinbetriebnahme des Telefons unterstützen. Helga Killian sagt, bis dahin solle ein zweiter Blumenstrauß von Vodafone eintrudeln. Der erste kam vergangene Woche.