Waiblingen

Abiturienten machen ihre erste eigene Ausstellung

c1e14197-229d-4ac2-bbff-c9b8b038af18.jpg_0
Jasmin Gryschka (17), Alicia Neef (18) und Tim Felbinger (18) mit je einem ihrer neuesten Werke. © Kölbl / ZVW

Waiblingen. Vier Wochen lang im Atelier arbeiten wie echte Künstler, mit viel Muße und Platz ohne Ende eigene Ideen entwickeln: Das durften drei Waiblinger Abiturienten, die in den Genuss eines Kunstschul-Stipendiums kamen und an diesem Wochenende die dabei entstandenen Werke in einer eigenen Ausstellung präsentieren.

Video: Abiturienten erklären ihre Kunstwerke

Von der Idee bis zur fertigen Ausstellung organisieren Jasmin Gryschka (Salier-Gymnasium, 17 Jahre), Tim Felbinger (Salier-Gymnasium, 18 Jahre) und Alicia Neef (Staufer-Gymnasium, 18 Jahre) alles selbst. Tim hat sogar die Einladungsflyer selbst gestaltet, die Hängung der insgesamt rund 30 Bilder klärten die Schüler wie Kuratoren untereinander ab. Ein Raum von der Größe der Kameralamts-Galerie muss mit Überlegung gefüllt werden. „Es muss nicht immer die Petersburger Hängung sein“, wie Kunstschul-Leiterin Christine Lutz mit Blick auf eine extrem exponatreiche Schau der Künstlergruppe „Art U Zehn“ an der- selben Stelle sagt. Angesichts der knappen Zeit von vier Wochen haben die jungen Künstler erstaunlich viel vorzuweisen.

Himmelsgesichter, Körper-Kuben und die Augen der Raubkatzen

Die Kunstpädagogin gab bewusst nichts vor und leitete nicht an, unterstützte und beriet nur bei Bedarf. Denn genau das macht Spannung, Unberechenbarkeit und kreatives Potenzial des Atelierstipendiums aus, dass die Talente, die sich mit besonderen Leistungen im fachpraktischen Abitur 2016 im Fach Bildende Kunst hervortaten, ganz dem künstlerischen Prozess und seinem spezifischen Sog hingeben konnten. „Daheim hat man nie die Ruhe, sich so lange aufs Malen zu konzentrieren“, sagt Alicia Neef. „Sich selbst Aufgaben zu stellen, an einer Staffelei zu malen und Bilder aufzuhängen“, das hat Tim Felbinger daran am meisten gefallen. Und auch Jasmin Gryschka nutzte gerne die „spannenden Möglichkeiten“, die das Stipendium bot. „Ich finde, wir können schon ein bisschen stolz sein auf das, was wir in der kurzen Zeit geschafft haben.“

Während Alicia Neef ein Studium der Kunst oder Kunstpädagogik plant, wollen Jasmin Gryschka und Tim Felbinger lieber Zahnärzte werden. Doch wer weiß, die ruhige Hand, die sie in Kunstdingen bewiesen, könnte ihnen im künftigen Job hilfreich sein. Ob sie ihr Kunst-Hobby neben Studium und Beruf weiter pflegen werden, wird wohl erst die Zeit weisen.

Vier bis fünf Stunden täglich, auch an den Wochenenden, verbrachten die drei Stipendiaten im Atelier. Alicia Neef experimentierte mit kräftigen Farben wie Orange und Rot sowie mit nackten, ins fast Kubistische abstrahierten Körpern ohne Gesichter. Tim Felbinger widmete sich ganz der konkret-gegenständlichen Welt der Tiere, aber in solch einer mikroskopischen Genauigkeit, dass die Bilder schon wieder einen Zug ins Abstrakt-Ornamenthafte bekommen. Und Jasmin Gryschka befasste sich mit der Natur, mit Bäumen, jedoch nicht nach realem Vorbild, sondern auf der Suche nach überraschenden optischen Effekten und nach Stimmungen. Mehrmals hinschauen und Abstand halten kann sich für den Betrachter lohnen.

Ausstellung eröffnet

Die Ergebnisse der intensiven Auseinandersetzung mit selbst gewählten künstlerischen Themenstellungen sind dieses Wochenende in der Galerie im Kameralamt, Lange Straße 40 in Waiblingen, zu sehen: am Samstag von 10 bis 14 Uhr und am Sonntag von 12 bis 16 Uhr.