Waiblingen

Abstand halten, Desinfizieren, Maskenpflicht: So erlebt eine Waiblinger Fahrschule die Wiedereröffnung

Fahrschulegeistcorona
Oliver Geist, Fahrlehrer und Inhaber der Fahrschule Team-Geist, mit seinem Schüler Dominik Beisswenger. © Gaby Schneider

Einen Tag vor der Schließung der Fahrschulen hat Oliver Geist, Inhaber der Fahrschule Team-Geist, vom Fahrlehrerverband Baden-Württemberg erfahren: Ab morgen ist zu. Er informierte die Fahrschüler umgehend. „Einige hatten ihre Prüfungstermine schon ausgemacht und bezahlt“, sagt sein Kollege Michael Grabs. Wenigstens die Theorieschüler konnten während der rund einmonatigen Zwangspause mit Lern-Apps üben. Für die Schüler, die bereits Fahrstunden nahmen, bewegte sich auf dem Weg zum Führerschein erst mal nichts mehr.

Während der Schließungen änderten sich die Regelungen für die Wiedereröffnung ständig, berichtet Grabs. Die Fahrschule schaffte zum Beispiel für 400 Euro Plexiglasscheiben für die Autos an, wie sie auch in Taxis vorhanden sind. Dann hieß es, so Geist: Die Scheiben sind nicht unfallgetestet, sie sollen doch nicht eingebaut werden.

Als die Öffnung am Montag dann kam, war Team-Geist vorbereitet. Die Tische hatten die Fahrlehrer auseinandergestellt, um die allgemein geltenden Abstandsregeln einzuhalten. Desinfektionsmittel für die Teilnehmer und für die Autos stand parat.

Kurze Wiederholung, dann heißt es: Ab ans Lenkrad!

Fahrschüler Dominik Beisswenger freut sich, dass er endlich wieder fahren kann. Vor seiner ersten Übungsstunde in dieser Woche ging Fahrlehrer Oliver Geist noch mal alles Gelernte mit ihm durch, dann hieß es: ab ans Lenkrad! „Man kommt schnell wieder rein“, sagt Dominik Beisswenger. „Es ist aber gut, wenn man noch mal einiges wiederholt, dann fühlt man sich sicherer.“ Mit Maske zu fahren, sei ungewohnt, berichtet der 17-Jährige. „Wenn man da die ganze Zeit reinatmet, wird’s schon unangenehm.“ Die Verständigung mit dem Fahrlehrer sei aber trotzdem gut. Anders als die Fahrschule darf er die Schule noch nicht besuchen.

Die Maskenpflicht gilt bei den Fahrstunden im Auto, da kein Mindestabstand von eineinhalb Metern eingehalten werden kann. Das sogenannte Vermummungsverbot laut Straßenverkehrsordnung gilt daher nicht für Fahrschulen. Das hat das Bundesverkehrsministerium gegenüber der Berufsgenossenschaft Verkehr klargestellt.

Maskenpflicht: Besonders bei Prüfung schwer

Anstrengend sei das Tragen der Masken auf Dauer schon, sagt Oliver Geist. Vor allem für Brillenträger. „Für die Konzentration ist das sicherlich schwer“, sagt der Fahrlehrer. Allerdings befinden sich sowohl Lehrer als auch Schüler momentan in einer Eingewöhnungsphase. Mit Maske Auto zu fahren, würden Lehrer und Schüler eben noch lernen müssen. Deshalb machen sie momentan während der Fahrstunden Pausen, sagt Michael Grabs. In der Prüfung könne es für die Schüler allerdings schwierig mit der Maske werden, vermutet Grabs: „Weil ein Schüler wegen der Aufregung dann eine andere Atmung hat.“ Auch die Kommunikation sei eine Herausforderung für alle Beteiligten.

Seit die Türen der Fahrschule wieder geöffnet sind, klingelt ununterbrochen das Telefon, berichtet Geist. Fahrschüler fragen nach Fahrstunden und neuen Prüfungsterminen. Neue Schüler melden sich an. Momentan sei der Raum in Waiblingen, der normalerweise für 30 Leute ausgestattet ist, aufgrund der allgemein geltenden Abstandsregeln nur mit fünf Schülern nutzbar. Viermal in der Woche wird hier Theorie-Unterricht angeboten. Ist kein Platz mehr, können Schüler auch am Unterricht an den Standorten in Beinstein, Stetten und Endersbach teilnehmen, sagt Geist.

Effizienz leidet unter Regeln

Die Arbeit der Fahrlehrer hat sich verändert. „Morgens muss ich erst mal mein Auto desinfizieren“, berichtet Michael Grabs. Nach einer Fahrstunde direkt einen neuen Schüler abholen und den anderen zu Hause absetzen, das geht nicht mehr. Nur zwei Personen dürfen im Auto sitzen. Bei einer Fahrprüfung sind es drei: der Schüler, der Fahrlehrer und der Prüfer.

Nach jeder Fahrstunde muss wieder desinfiziert und gelüftet werden. Das kostet Zeit. So effizient und schnell getaktet wie vorher können sie nicht mehr arbeiten, bemängelt Fahrlehrer Grabs. Die Mitarbeiter sind noch immer in Kurzarbeit. Zum Glück musste die Firma die Fahrlehrerversicherung für die vier Autos und sechs Motorräder nicht zahlen, doch die Einnahmen fehlen. Oliver Geist sagt, der finanzielle Schaden für die Fahrschule lasse sich noch nicht abschätzen.

Einen Tag vor der Schließung der Fahrschulen hat Oliver Geist, Inhaber der Fahrschule Team-Geist, vom Fahrlehrerverband Baden-Württemberg erfahren: Ab morgen ist zu. Er informierte die Fahrschüler umgehend. „Einige hatten ihre Prüfungstermine schon ausgemacht und bezahlt“, sagt sein Kollege Michael Grabs. Wenigstens die Theorieschüler konnten während der rund einmonatigen Zwangspause mit Lern-Apps üben. Für die Schüler, die bereits Fahrstunden nahmen, bewegte sich auf dem Weg zum

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