Waiblingen

Alte Remsbrücke: Stadtarchivar klärt auf

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Im Forstkartenatlas von Andreas Kieser ist auf der ältesten Ortsansicht Großheppachs (um 1685) bereits eine zweibogige Steinbrücke dargestellt. © Landesarchiv Baden-Württemberg

Weinstadt-Großheppach.
„Handelt es sich bei der historischen Brücke um jene Brücke, an welcher es im Januar 1643 schwere Kämpfe zwischen Kaiserlichen und Schweden mit 300 Gefallenen gab?“ Diese Frage stellte Stanislav Poliakof auf der Facebookseite unserer Zeitung im Zusammenhang mit der historischen Remsbrücke bei Großheppach, die nun im Zuge des Gartenschauprojekts zumindest teilweise freigelegt wird. Stadtarchivar Bernd Breyvogel hat durch Recherchen mittlerweile einiges herausgefunden.

An der Brücke kam die Inschrift „… NO 1741“ zum Vorschein (vermutlich ANNO), weshalb Breyvogel die Großheppacher Bürgermeister-Rechnungen abfragen wollte. „Nun sind diese aber leider erst ab 1765 erhalten.“ Eine Akte von 1752 über eine Brückenreparatur bezieht sich laut Breyvogel auf eine andere Brücke, und im Gerichtsprotokoll von 1741 (vergleichbar mit dem heutigen Gemeinderatsprotokoll) wird keine Brücke erwähnt. Fazit: Aus den Weinstädter Beständen lässt sich das Baujahr der Brücke wohl nicht ermitteln. „Möglicherweise würde man im Hauptstaatsarchiv Stuttgart fündig, aber da konnte ich natürlich noch nicht nachschauen.“

"Ich vermute mal, dass diese Brücke noch dieselbe ist"

Allerdings gibt es nach Breyvogels Angaben eine ganz wichtige Bildquelle: Im Forstkartenatlas von Andreas Kieser ist auf der ältesten Ortsansicht Großheppachs (um 1685) bereits eine zweibogige Steinbrücke an der fraglichen Stelle dargestellt. „Ich vermute mal, dass diese Brücke noch dieselbe ist, die jetzt freigelegt wurde. Denn wenn die bei Kieser abgebildete Brücke 1741 durch einen Neubau ersetzt worden wäre, müsste dem ein bedeutendes Schadensereignis vorausgegangen sein, von dem aber meines Wissens nichts bekannt ist.“ Somit wäre nach Breyvogels Einschätzung auch gut denkbar, dass diese Brücke bereits 1643 bei dem erwähnten Scharmützel zu Ende des Dreißigjährigen Krieges stand.