Waiblingen

Altes Rathaus: Höhe des Schadens unklar

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Das Alte Rathaus in Waiblingen. © ZVW/Sarah Utz

Waiblingen. Nach dem Wasserschaden im Alten Rathaus sind weiterhin viele Fragen offen: Schadenshöhe, Dauer und Kosten der Sanierung können noch nicht beziffert werden. Auch die genaue Ursache ist noch nicht geklärt – einen Frostschaden schließt die Stadt jedoch aus.

„Schwerer Wasserschaden im Alten Rathaus“, so lautete die erste Meldung am vergangenen Freitag. Passanten hatten am frühen Abend Wasser bemerkt, das aus der Decke unter den Arkaden drang und den Notruf gewählt. „Regelrechte Wasserschwälle“ ergossen sich laut dem Abteilungskommandanten Nick Bley auf den Marktplatz, als die Feuerwehr dort eintraf. Die Rettungskräfte verschafften sich Zugang zum Gebäude, die Stadtwerke Waiblingen stellten die Zuleitung ab. Mehr als zwei Stunden dauerte es, bis die Feuerwehr das Wasser aus dem Alten Rathaus abgepumpt hatte.

Defekte Leitung zwischen Restaurant und Dachgeschoss

Die defekte Leitung befindet sich den Angaben zufolge in der Decke zwischen dem Stockwerk mit dem Restaurant und dem Dachgeschoss. Wie die Stadt mitteilt ist die Schadensstelle noch nicht genau lokalisiert. Anders als zunächst vermutet, handele es sich bei der defekten Leitung aber nicht um einen Teil einer Heizungsanlage, sondern um eine Frischwasserleitung. Der Schaden könnte demnach geringer ausfallen, als am Freitag angenommen. Beziffert werden kann er noch nicht.

Als Schadensursache wird Materialermüdung vermutet. Einen Frostschaden schließt die Stadt nach derzeitigem Stand aus, da das Gebäude beheizt wurde. In Mitleidenschaft gezogen worden ist nach Angaben der Verwaltung vor allem der Gastraum neben der Küche. Hier musste die Decke geöffnet werden, auch Möbel seien nass geworden. Dieser Teil des Gebäudes muss getrocknet werden. Wie die Stadt mitteilt, stellt das Rems Werk hierzu einen Gebäudetrockner kostenlos zur Verfügung.

Leerstand seit November

Das Alte Rathaus steht seit vergangenem November leer. Damals hatten die bisherigen Betreiber, das Elsässer Geschwisterpaar Betrrand und Marie-Laure Lentz das Remstal verlassen. 17 Jahre lang hatten sie zuvor in ihrem Restaurant elsässische und schwäbische Spezialitäten serviert. Die Trennung von den Pächtern verlief nach Auskunft der Stadt einvernehmlich, wenngleich es ein offenes Geheimnis ist, dass die Zusammenarbeit mit ihnen nicht immer einfach gewesen war.

Die Phase des Leerstands wollte die Stadt nutzen, um die dringend notwendige, gründliche Sanierung des Gebäudes anzugehen. Hierfür war eine Planungsrate in Höhe von 40 000 Euro im städtischen Haushalt 2018 eingestellt worden. Ohnehin wäre die Sanierung des Gebäudes mit Rücksicht auf den Denkmalschutz knifflig und kostspielig geworden. Durch den Wasserschaden könnte sie nun noch aufwendiger werden, Angaben zu den genauen Kosten gibt es noch nicht.

Altes Rathaus soll Restaurant bleiben

Die Leitungen werden auf weitere Schadstellen kontrolliert. Außerdem werde derzeit geprüft, ob der Wasserschaden separat oder innerhalb der ohnehin anstehenden Sanierung behoben werde, so Oberbürgermeister Andreas Hesky. Zuständig ist der städtische Fachbereich hochbau und Gebäudemanagement.

Offen ist, wann mit der Sanierung begonnen werden kann und wie lange sie dauern wird. Klar ist immerhin: Das Alte Rathaus soll auch weiterhin gastronomisch genutzt werden. Dies sei der Wunsch der Stadt. Erste mögliche Pächter hätten bereits ihr Interesse angemeldet, vertiefende Gespräche seien aber noch nicht geführt worden, teilt die Stadtverwaltung auf Anfrage mit. Hier sollen zunächst die Sanierung abgewartet und Planungen zur Verbesserung der Barrierefreiheit angestellt werden.