Waiblingen

Animationsfilm: Die Rückkehr der Heinzelmännchen

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Viele Schritte sind nötig, um das Heinzelmädchen zum Leben zu erwecken. © Palmizi / ZVW
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Von links Dirk Beinhold, Ute von Münchow-Pohl, Sebastian Runschke, Carl Bergengruen.

Waiblingen. Fast 200 Jahre haben sie versteckt in einem unterirdischen Stollen gelebt. Weit weg von den Menschen, die sie strengstens meiden, nachdem sie von der bösen Schneidersfrau vertrieben wurden. Doch nun kehren die Heinzelmännchen zurück. Am 12. September 2019 kommt ihre Geschichte in einem rasanten Animationsfilm in die Kinos. Eine Sechs-Millionen-Euro-Produktion, die in Waiblingen produziert wird und den Vergleich mit Hollywood-Filmen nicht scheuen will.

„Die Heinzelmännchen – das ist eine alte Geschichte, die traurig endet“, sagte Regisseurin Ute von Münchow-Pohl beim Produktionspressetermin in Waiblingen. Nun wird die Geschichte fortgeschrieben. In „Die Heinzels - Rückkehr der Heinzelmännchen“ kehren die kleinen Wesen aus dem Exil zurück, nachdem sich ein taffes wildes Heinzelmädchen in die Welt der Menschen wagt und die beiden Welten mit viel Power wieder zusammenbringt.

Heinzelmännchen werden ins 21. Jahrhundert geführt

Getrenntes zusammenzubringen, mit Fremdem in Kontakt zu treten: Das ist für Regisseurin Ute von Münchow-Pohl nicht nur ein höchst aktuelles Thema, sondern auch eins, das in der computergenerierten Produktion (CG-Animation) höchst anspruchsvoll umgesetzt wird. In einer rasanten Geschichte werden die Heinzelmännchen aus ihrem unterirdischen Versteck mitten rein ins 21. Jahrhundert geführt.

Ein Film für die ganze Familie

Dass diese Art Modernisierung als Film für die ganze Familie gelingen kann, hat der Produzent Akkord Film mit Sitz in Berlin und einer selbstständigen Zweigniederlassung in Waiblingen bereits mit der „Häschenschule – Jagd nach dem goldenen Ei“ unter Beweis gestellt. Die Häschenschule, basierend auf dem gleichnamigen Kinderbuch aus dem Jahr 1924, lief als CG-Animationsfilm im Wettbewerb der Berlinale und stieß dort auch auf sehr positive Resonanz bei den Zuschauern. Der Film wurde mit dem Publikumspreis (Best Animated Feature for Children) auf dem Anima-Film-Festival in Brüssel sowie auf dem Zürich-Film-Festival ausgezeichnet und erhielt den Kinder-Medien-Preis Weißer Elefant, der im Rahmen des Filmfests München vergeben wird.

„Das neue Projekt stellt uns vor ganz neue Herausforderungen“

Nun folgen also die Heinzels, an denen seit einem Jahr gearbeitet wird. „Das neue Projekt stellt uns vor ganz neue Herausforderungen“, sagte Sebastian Runschke, Execute Producer und Geschäftsführer der Waiblinger Seru-Film. 70 Figuren - Heinzelmännchen und Menschen – sowie 400 Gegenstände vom Auto bis zum Erdbeer-Törtchen müssen höchst realitätsnah animiert, 700 Effekte in 1333 Szenen eingebaut werden. Wobei eine der größten technischen Herausforderungen die lebensecht wirkenden Haare seien. Für eine möglichst optimale Wirkung wurden Haargruppen gebildet und diese animiert. Nicht nur deshalb sei der Film ein wahnsinnig kompliziertes Projekt, so Runschke. Auch Lösungen für die Größenunterschiede zwischen den Menschen und den Heinzelmännchen mussten entwickelt werden.

Der Film wird mit Hollywoodproduktionen verglichen

Mit derzeit 28 fest angestellten und 17 „festen-freien“ Mitarbeitern ist Seru-Film in Waiblingen für die übergeordnete, gesamtheitliche Realisierung des Projekts verantwortlich. In Waiblingen werden die Prozesse gesteuert, koordiniert und überwacht. Am Ende soll dann ein rund 72 Minuten langer Film stehen, der im internationalen Vergleich bestehen kann. „Hier sind die tollen Talente, die man dafür braucht, um den Film hochwertig umsetzen zu können. Er wird mit Hollywood-Filmen verglichen“, versicherte Produzent und Akkord-Film-Geschäftsführer Dirk Beinhold. „Dabei muss aber auch der finanzielle Rahmen eingehalten werden“, sagte Runschke. Und der liege mit sechs Millionen Euro im internationalen Vergleich an der untersten Kante, betonte Regisseurin Ute von Münchow-Pohl.

Jury entschied einstimmig für Förderung des Projekts

Umso willkommener kommt deshalb die Förderung der MFG-Filmförderung Baden-Württemberg mit 150 000 Euro. Die Entscheidung der Jury, gerade dieses Projekt zu fördern, sei einstimmig gewesen, so MFG-Geschäftsführer Professor Carl Bergengruen.


Kinostart 2019

Regie: Ute von Münchow-Pohl, Drehbuch: Jan Strathmann, Musik: Alex Komlew, Produzent: Dirk Beinhold, Art Direktor: Heiko Hentschel, Character Design: Gerlinde Godelmann.

Verleih und Coproduzent: Tobis Film, Weltvertrieb: Sola Media

Coproduzierender Sender: ZDF

Executive Producer: Valentin Greulich, Sebastian Runschke

Mit den Stimmen von Jella Haase (Helvi), Louis Hofmann (Kipp), Leon Seidel (Butz), Elke Heidenreich (Vendla), Detlef Bierstedt (Theo), Rolf Berg (Bruno), Ranja Bonalana (Harriet)

Deutscher Kinostart ist am 12. September 2019