Waiblingen

Anke Kleinschmit wird Stihl-Entwicklungschefin

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Symbolbild. © ZVW/Danny Galm
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Anke Kleinschmit.

Waiblingen. Im zweiten Anlauf hat die Firma Stihl die Nachfolgeregelung für den in Ruhestand gehenden Entwicklungsvorstand Wolfgang Zahn eingetütet: Den Posten übernimmt zum 1. Juli Anke Kleinschmit, die bisher für Daimler gearbeitet hat. Ursprünglich war Peter Pretzsch, ein Eigengewächs des Hauses Stihl, für die Aufgabe ausersehen gewesen, doch diese Lösung platzte.

Der Aufsichtsrat der Stihl AG hat in seiner jüngsten Sitzung Anke Kleinschmit zum neuen Entwicklungsvorstand bestellt – sie wird zunächst zum 1. Mai als Vorstandsmitglied einsteigen und dann am 1. Juli den bisherigen Stihl-Entwicklungsvorstand Wolfgang Zahn ablösen, der altersbedingt ausscheidet. Eine frische Kraft von außen löst damit ein Waiblinger Urgestein ab.

Anke Kleinschmit nämlich war zuletzt bei der Daimler AG Leiterin der Technologiefabrik Powertrain, wo sie unter anderem die Digitalisierung in der Produktion vorantrieb. Die Diplom-Ingenieurin (FH) stieg 1992 direkt nach dem Studium der Mechatronik bei Daimler-Benz als Berechnungsingenieurin ein. Nach Stationen unter anderem als Entwicklungsingenieurin wurde sie 2013 Leiterin des Kompetenzcenters Getriebe. 2015 übernahm sie die Direktion Konzernforschung, bevor sie die Technologiefabrik Powertrain verantwortete.

Der nun scheidende Wolfgang Zahn hat seit 1999 den Kurs des Hauses entscheidend mitgeprägt: Unter seiner Leitung wurden mehrere Milliarden Euro in die Forschung und Entwicklung von Stihl-Produkten investiert. So wurde 2004 ein neues Entwicklungszentrum gebaut und 2016 ein Kompetenzzentrum für umweltfreundliche Elektro- und Akku-Produkte am Stammsitz in Waiblingen. Während seiner Amtszeit wurden die Akku-Technologie entwickelt und Weltneuheiten und zahlreiche technische Innovationen auf den Markt gebracht.

Geplanter Nachfolger Pretzsch verlässt Stihl aus persönlichen Gründen

Bereits vor einem Jahr, im Dezember 2017, hieß es in einer Stihl-Pressemitteilung: Neuer Entwicklungsvorstand bei Stihl und Nachfolger von Zahn werde zum 1. Juli 2018 Dr. Peter Pretzsch. Das wäre eine hausinterne Lösung gewesen: Pretzsch arbeitete bereits seit 1989 für die Stihl-Gruppe, durchlief zunächst mehrere Stationen in der Entwicklung und Vorentwicklung, leitete später unter anderem den Bereich Forschung und Entwicklungsservice und war seit 2011 Geschäftsführer des österreichischen Gartengeräteherstellers Viking, einer Stihl-Tochter. Unter Pretzschs Leitung wurde der Standort ausgebaut und legte ein erhebliches Wachstum hin.

Im April 2018 folgte die Kehrtwende per Stihl-Pressemitteilung: Pretzsch scheide zum 30. April „auf eigenen Wunsch“ aus der Stihl-Unternehmensgruppe aus. „Ich danke Herrn Dr. Pretzsch für seine vielfältigen Verdienste und die erfolgreiche Zusammenarbeit während seiner 28-jährigen Firmenzugehörigkeit“, wurde Dr. Nikolas Stihl, Beirats- und Aufsichtsratsvorsitzender, zitiert. Mehr gebe es dazu nicht zu sagen, bestätigte am Donnerstag auf aktuelle Anfrage eine Stihl-Sprecherin: Pretzsch habe Stihl „auf eigenen Wunsch“ und „aus persönlichen Gründen“ verlassen.