Waiblingen

Antibiotika, Fiebersaft: Notdienst-Apotheke kann an Feiertag teils nicht helfen

Medikamentenengpass
Apothekerin Hazha Mohammed in der Söhrenberg-Apotheke in Waiblingen-Neustadt. Ihr graut es vor dem nächsten Notdienst. © Gaby Schneider

Lediglich fünf Fiebersäfte für einen 24-Stunden-Notdienst und nur noch „Restbestände“ an Antibiotika für Kinder: In ihrer Apotheke in Neustadt war Hazha Mohammed am Dreikönigstag (6.1.) Anlaufstelle für Patienten aus ganz Waiblingen und darüber hinaus. Wegen des Medikamentenmangels konnte sie in einigen Fällen nicht weiterhelfen und musste an Apotheken in Stuttgart oder anderswo verweisen - und das teils mitten in der Nacht.

Nur fünf Packungen Fiebersaft erhalten

Zum Start des Notdiensts morgens um 8.30 Uhr hatte Hazha Mohammed, die die Söhrenberg-Apotheke in Neustadt und die Burg-Apotheke in Hohenacker führt, noch fünf Packungen Fiebersaft vom Großhandel erhalten. „Die waren sehr schnell weg“, sagt sie. Kein Wunder, kursieren derzeit doch RSV und andere Atemwegsviren.

Mohammed sagt, sie habe versucht, die wenigen fiebersenkenden und schmerzstillenden Säfte für Kinder nur bei „Dringlichkeit“ auszugeben und ab etwa sechs Jahren auf Tabletten auszuweichen - neben Säften und Zäpfchen werden Wirkstoffe wie Ibuprofen und Paracetamol auch so verabreicht. Für Kinder gibt es dann je nach Gewicht eher eine halbe Tablette.

Antibiotika und Alternativen nicht vorrätig

Fiebersäfte hat Hazha Mohammed aktuell gar keine mehr, sagt sie am Dienstag (10.1.) Jeden Tag versuche sie, diese zu bestellen. Ebenso wie bestimmte Antibiotika - hier ist der Mangel wohl folgenreicher, denn bakterielle Infekte wie aktuell etwa durch Streptokokken können gefährlich werden. Bei ihrem Feiertagsnotdienst hatte Mohammed nur noch „Restbestände“ übrig, in einigen Fällen konnte sie nichts mehr abgeben.

Sie habe an dem Tag auch mit Haus- und Kinderärzten telefoniert, die schon „ziemlich genervt“ gewesen seien, berichtet die Apotheken-Chefin. Denn die Mediziner hatten für kranke Kinder Antibiotika verordnet, die es in ihrem Apothekenlager an dem Tag nicht mehr gab - und auch bei Alternativen musste Mohammed passen. „Ein Arzt hat mir am Telefon drei Alternativen genannt, und ich konnte keine davon bereitstellen. Das war alles nicht lieferbar.“

Ein schlechtes Gefühl, nicht nur für besorgte Eltern, sondern auch für die Apothekerin. „Es tut mir sehr leid für die ganzen Kunden.“ Sie blickt mit Bangen auf ihren nächsten Notdienst kommende Woche. Eine wesentlich andere Situation erwartet sie nicht.

Lediglich fünf Fiebersäfte für einen 24-Stunden-Notdienst und nur noch „Restbestände“ an Antibiotika für Kinder: In ihrer Apotheke in Neustadt war Hazha Mohammed am Dreikönigstag (6.1.) Anlaufstelle für Patienten aus ganz Waiblingen und darüber hinaus. Wegen des Medikamentenmangels konnte sie in einigen Fällen nicht weiterhelfen und musste an Apotheken in Stuttgart oder anderswo verweisen - und das teils mitten in der Nacht.

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Nur fünf Packungen Fiebersaft

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