Waiblingen

Auch gegen "Befindlichkeiten": SPD-Fraktionschef will Windräder für Waiblingen

Windrad Windräder Windkraft
Symbolfoto. © Gaby Schneider

Mehr Windräder in der Region Waiblingen, auch wenn sich dadurch das Landschaftsbild verändert oder Vögel beeinträchtigt werden - dafür plädiert der Chef der SPD-Fraktion im Waiblinger Stadtrat, Roland Wied, angesichts steigender Energiepreise und immer augenscheinlicherer Klima-Extreme. „Regionale Nutzung auch von Windkraft muss unbedingt weiterverfolgt werden, sofern es sich wirtschaftlich und mit Blick auf die langfristigen Klimaziele darstellen lässt“, so Wied in einem Schreiben an die Redaktion. „Da müssen andere Kriterien wie optische Landschaftsbeeinträchtigungen, persönliche Befindlichkeiten und Sicherheit für den Rotmilan weit zurückgestellt werden.“

Der Lokalpolitiker der SPD begründet das mit den „von Russland ausgehenden Verheerungen“ und „aktuell sichtbaren Klimaturbulenzen“. „Wind und Sonne stehen kostenlos zur Verfügung und sind die einzige Chance, uns aus der Abhängigkeit von Öl, Gas und Uran zu befreien. Wir müssen endlich darangehen, diese intelligent zu nutzen. Wie wertvoll billig erzeugte Energie wäre, werden viele von uns in den nächsten Monaten schmerzlich erfahren.“

Windrad-Gegner: Investor soll messen

Wied reagierte damit auf einen Leserbrief von Günter Möss aus Winnenden, der unter der Überschrift „Nichts dazugelernt!“ am 12. August erschienen ist. Möss, der sich im Verein „Schützt die Buocher Höhe“ seit Jahren gegen den Bau von Windrädern in dem Gebiet engagiert, hatte die Ankündigung des Waiblinger Oberbürgermeisters Sebastian Wolf kritisiert, auf der Buocher Höhe den Wind zu messen, um über ein Windkraftwerk entscheiden zu können. Fakten statt Emotionen, so der Wunsch des OB.

Günter Möss hingegen findet: „Jetzt schon wieder nach Windmessung zu rufen, ist entweder populistisch oder zeugt wie schon des Öfteren von wenig Sachwissen.“ Ob der Wind im Gebiet WN25 (Buocher Höhe) ausreicht, um dort mit Windrädern Strom zu produzieren, solle ein Investor auf eigene Kosten prüfen, nicht die Stadt aus Steuermitteln.

"Billige und sichere Energieversorgung"

SPD-Fraktionschef Wied sieht das anders. „Statt zu polemisieren sollten wir überlegen, wie wir kommunal zusammenarbeiten und Hindernisse für Windkraftnutzung beseitigen können. Eine billigere und sichere Energieversorgung ist schließlich nicht nur für die Bewohner von Waiblingen von Interesse.“

Die SPD-Fraktion habe bereits zum Haushalt 2015 beantragt, Windmessungen auf der Buocher Höhe vorzunehmen und zu finanzieren. „Wäre dem Antrag damals gefolgt worden, hätten wir heute Klarheit und müssten nicht über ungelegte Eier diskutieren“, so Wied.

Waiblingen hatte 2018, nach vielen Debatten, seine Windrad-Pläne für die Buocher Höhe auf Eis gelegt. Bei dem Gebiet handelt es sich um eine Enklave der Stadt in einem Gebiet, das sonst zu Remshalden gehört. Haupthindernis war das Drehfunkfeuer der Deutschen Flugsicherung bei Affalterbach. Diese Anlage, die Signale für die Navigation von Flugzeugen aussendet, soll aber im Laufe des Jahres 2023 abgeschaltet werden. Damit wird auch der Bau von Windrädern realistischer.

Der Waiblinger Gemeinderat hat das Rathaus im Juni beauftragt, schon vorher alle Voraussetzungen zu prüfen, um nicht anschließend noch Zeit zu verlieren. Waiblingen will bis 2035 vollständig klimaneutral sein.

Mehr Windräder in der Region Waiblingen, auch wenn sich dadurch das Landschaftsbild verändert oder Vögel beeinträchtigt werden - dafür plädiert der Chef der SPD-Fraktion im Waiblinger Stadtrat, Roland Wied, angesichts steigender Energiepreise und immer augenscheinlicherer Klima-Extreme. „Regionale Nutzung auch von Windkraft muss unbedingt weiterverfolgt werden, sofern es sich wirtschaftlich und mit Blick auf die langfristigen Klimaziele darstellen lässt“, so Wied in einem Schreiben an die

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