Waiblingen

Aus nach 14 Jahren für No Tabu: Wieder schließt ein Modegeschäft in Waiblingen

No Tabu Ausverkauf
Zafer und Semra Kalca. © ALEXANDRA PALMIZI

Wieder ein Modegeschäft weniger in der Waiblinger Innenstadt: Seit 14 Jahren besteht das „No Tabu“ an der Querspange zwischen Kreissparkasse, CBC, Sanitätshaus und Central Apotheke. Doch zum Jahresende werden die Inhaber Semra und Zafer Kalca ihren Laden aufgeben, den sie vor sieben Jahren übernommen haben. Enttäuscht über schwache Kundenfrequenz in Waiblingen generell, aber auch immer wieder zurückgeworfen durch widrige äußere Umstände.

„Wir mussten jetzt einfach die Reißleine ziehen“, sagt Zafer Kalca. Der Schlussverkauf im Geschäft mit Adresse Alter Postplatz 2 hat begonnen. Allgemein sterben in der Waiblinger Innenstadt mehr und mehr Geschäfte aus, auch in der Langen Straße gebe es viele Leerstände oft über längere Zeit. In der Folge sinkt die Frequenz für alle. „Alle freuen sich deshalb auf den Samstag, aber auch am Samstag ist nicht viel los.“ Nicht die Stadt macht er dafür verantwortlich. Im Gegenteil, die Wirtschaftsförderung versuche durchaus, die Ladenbetreiber zu unterstützen. Aber: „Waiblingen liegt einfach zu nah an Stuttgart.“

Auch andere "No Tabu"-Läden geschlossen

Mit seinem Schicksal steht der Waiblinger „No Tabu“ freilich nicht alleine. Während ein gleichnamiger Laden in Ludwigsburg wohl besser läuft, haben die Geschäfte in Reutlingen, Pforzheim, Heilbronn und Speyer ebenfalls geschlossen. Wobei es sich, wie Zafer Kalca erklärt, nicht um eine Kette oder ein Franchise-Modell handelt, sondern eben um inhabergeführte Geschäfte, die eher in lockerem Austausch stehen und manchmal gemeinsam einkaufen, um günstigere Konditionen zu bekommen.

Modeläden haben es besonders schwer

Schon vor der Pandemie hatte es der stationäre Mode-Einzelhandel schwer. Aber Corona verschärfte die Situation, stärkte die ohnehin wachsende Online-Konkurrenz. „In der Zeit haben sich viele erstmals einen Account für Onlineshops angelegt und sich daran gewöhnt“, meint Zafer Kalca. Das habe die Entwicklung womöglich um zehn bis 15 Jahre beschleunigt. Schon vor einigen Jahren verlegten sich die Waiblinger Inhaber von einer anfangs jungen Zielgruppe auf etwas ältere Frauen – aber spätestens seit Corona nutzen auch diese noch mehr den Online-Handel.

Dauersanierung der Treppe

2017 brannte die Querspange, auch der Laden wurde in Mitleidenschaft gezogen. Abgesehen von diesem Unglück erscheint die Lage an der Querspange im Nachhinein als weniger geeignet wie etwa die Lange Straße. Relativ wenig Laufkundschaft komme vorbei. Und dann war über Monate die große Außentreppe und damit die Fußgänger-Verbindung zum Postplatz-Forum, gesperrt. „Das hat uns das Genick gebrochen“, sagt Zafer Kalca. Auch ohne Sperrung zeigt sich die vernachlässigte Querspangen-Unterführung mit trinkendem Publikum nicht gerade als attraktive Verbindung.

Zu den gern erzählten Familiengeschichten von Zafer Kalca, der vor 50 Jahren in Waiblingen geboren wurde, zählt, dass seine Mutter nicht mit Kinderwagen in den Breitling am gleichen Standort kam. Ende Dezember also die Schließung bei „No Tabu“. Im August 2022 hatte erst Karin Rack nach 32 Jahren ihren Laden „Mode Quintessenz“ für immer geschlossen. Konkrete Pläne haben Semra und Zafer Kalca noch nicht. Vielleicht wird er wieder Fahrräder reparieren, sagt der gelernte Mechaniker.

Wieder ein Modegeschäft weniger in der Waiblinger Innenstadt: Seit 14 Jahren besteht das „No Tabu“ an der Querspange zwischen Kreissparkasse, CBC, Sanitätshaus und Central Apotheke. Doch zum Jahresende werden die Inhaber Semra und Zafer Kalca ihren Laden aufgeben, den sie vor sieben Jahren übernommen haben. Enttäuscht über schwache Kundenfrequenz in Waiblingen generell, aber auch immer wieder zurückgeworfen durch widrige äußere Umstände.

„Wir mussten jetzt einfach die Reißleine

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