Waiblingen

Bäckerei macht das Beste aus der Corona-Krise – nämlich ein Brot

geigerback
Roswitha und Gerd Geiger, der sein neues Powerbrot in der Hand hält. © Büttner

Bäckereien gehörten schon im Frühjahr zu den Branchen, die trotz Lockdown geöffnet haben durften. Erst recht jetzt im Teil-Lockdown. Dennoch gerät der November für viele zur Zitterpartie – etwa für die bodenständige Bäckerei Geiger in Hohenacker, die sich an einem unscheinbaren Standort im Wohngebiet behauptet und als eine Art zweites Standbein an Schulen Brezeln und Brötchen verkauft.

Immer wieder müssen wegen Corona-Infektionen oder Verdachtsfällen Schüler in Quarantäne oder vorsorglich zu Hause bleiben. Dass viele abwesend sind, bemerken die Verkäuferinnen der Bäcker an der schwächeren Nachfrage beim Pausenverkauf im Salier- und im Stauferschulzentrum, an der Friedensschule in Neustadt sowie an der Gemeinschaftsschule in Korb. „Jede Bäckerei braucht so eine Sparte“, sagt der 48-jährige Bäckermeister Gerd Geiger. Seine steht insofern auf wackligen Beinen, als Stand heute niemand sicher zu sagen vermag, ob die Schulen auf Dauer geöffnet bleiben können. Im Frühjahr fiel das Pausen-Geschäft schon einmal aus.

"Der Mensch ist, was er isst"

Wegen des Teil-Lockdowns musste aktuell das zur Bäckerei gehörende Café schließen, das freilich nur einen kleinen Teil des Umsatzes ausmacht. Es wird besonders an Wochenenden von den Menschen aus der Nachbarschaft besucht. Schon vor dem November waren es wegen der Corona-Pandemie weniger geworden. Wo die Umstände so schwierig sind, hat sich Gerd Geiger auf seine Stärken besonnen und das Beste draus gemacht – nämlich ein Brot. Seit er vor Jahren selbst mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte, die ihn bis zum körperlichen und psychischen Zusammenbruch führten, hat er sich eingehend mit gesunder Ernährung beschäftigt und seine Produkte angepasst. Das neue „Powerbrot“ mit Dinkel- und Roggenvollkorn, Leinsaat, Traubenkernmehl, Ingwer und anderen gesundheitsfördernden Zutaten soll Immunkräfte und Zellschutz stärken. Eine Eigenkreation auf rein natürlicher Basis, typisch für die Philosophie der Bäckerei, entsprechend dem Motto „Der Mensch ist, was er isst“.

Seit drei Generationen

Die Bäckerei gibt es seit 1937, sie wird in dritter Generation geführt. Vom Großvater wurde sie in Stuttgart gegründet, Anfang der sechziger Jahre folgte der Umzug nach Hohenacker ins Bäckereicafé und die Backstube an der Ecke Bildäcker/Mörikestraße. Gerd und Roswitha Geiger übernahmen 2001 von Edmund und Maria Geiger, die noch im Haus wohnen.

In der härtesten Zeit stand der junge Bäckermeister um ein oder zwei Uhr morgens auf und malochte bis abends um acht – auf Dauer konnte das nicht gutgehen. Inzwischen hat er seine Arbeitszeiten reduziert und seine Ernährung umgestellt. Zumal bundesweit ein Bäckersterben und Fachkräftemangel zu beklagen seien, freut er sich über ein fachlich und menschlich starkes Team, zu dem auch ein ehemaliger Lehrling gehört, der zuletzt übernommen wurde. Mit einem Schwerpunkt auf Dinkel hat Gerd Geiger eine Marktnische gefunden. „Im Dinkelbereich sind wir sehr bekannt, ein Großteil der Kunden kommt gezielt und ist ernährungsbewusst.“

Tradition wird großgeschrieben bei Geigers. So werden die Brezeln noch heute nach Originalrezept des Großvaters gebacken. Die Einrichtung entspricht fast ganz der aus den sechziger Jahren. Der Charme der alten „Tante-Emma“-Zeit herrscht hier noch immer. Veränderungen sind ganz bewusst nicht geplant: „Die Einrichtung ist so, wie wir sind, traditionell und bodenständig.“ Was das Randsortiment anbelangt, möchte er künftig noch stärker auf Bioprodukte umstellen.

Bäckereien gehörten schon im Frühjahr zu den Branchen, die trotz Lockdown geöffnet haben durften. Erst recht jetzt im Teil-Lockdown. Dennoch gerät der November für viele zur Zitterpartie – etwa für die bodenständige Bäckerei Geiger in Hohenacker, die sich an einem unscheinbaren Standort im Wohngebiet behauptet und als eine Art zweites Standbein an Schulen Brezeln und Brötchen verkauft.

Immer wieder müssen wegen Corona-Infektionen oder Verdachtsfällen Schüler in Quarantäne oder

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