Waiblingen

Büze-Brand: Versicherung zahlt größten Teil des Schadens

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Eine Drohnenaufnahme zeigt die Löscharbeiten am Tag nach der Brandstiftung. © Laura Edenberger

Waiblingen. Der Großbrand im März 2017 hat nicht nur einen riesigen Feuerwehreinsatz, sondern auch einen millionenschweren Schaden am Bürgerzentrum ausgelöst. Nun hat Oberbürgermeister Andreas Hesky die Schlussrechnung vorgelegt: 2,13 Millionen Euro hat der Wiederaufbau der vom Brand beschädigten Gebäudeteile verschlungen. Der weitaus größte Teil der Kosten wird von der Versicherung bezahlt.

„Wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen“, sagte Oberbürgermeister Andreas Hesky im Planungsausschuss des Gemeinderats. Tatsächlich war die Stadt von einem weit schlimmeren Schaden ausgegangen, als in der Nacht zum 28. März 2017 ein Brand Teile des Bürgerzentrums schwer verwüstet hatte. 13 Stunden dauerte der Brand. Lager- und Regieräume brannten aus, das Kupferdach wurde zerstört. Doch die große Brandwand zum Ghibellinensaal hielt dem Feuer Stand: Das Bürgerzentrum wurde gerettet.

Im Zuge des Wiederaufbaus Modernisierungsmaßnahmen

Gut eineinhalb Jahre später hat Oberbürgermeister Andreas Hesky die Abrechnung vorgelegt. Die Abbruchmaßnahmen, Trocknung und Sicherungsmaßnahmen, der Wiederaufbau und der Ersatz für Ausstattung und Einrichtung schlugen mit 2,13 Millionen Euro zu Buche, wobei die Stadt als Eigentümerin Vorsteuer abziehen kann. Nach Abzug des Steuervorteils erstattete die Versicherung 1,56 Millionen Euro und damit den größten Teil der Summe. Rechnungen in Höhe von 200 000 Euro stehen noch aus. Zu den Kosten kamen Verbesserungs- und Modernisierungsmaßnahmen in Höhe von 130 000 Euro. Diese waren im Zuge des Wiederaufbaus angepackt, von der Versicherung aber nicht übernommen worden. So wurde ein zusätzlicher Arbeitsplatz für die Verwaltung eingerichtet, die Bankett-Küche für Kongresse beim Ghibellinensaal reaktiviert, der Brandschutz im betroffenen Bereich verbessert und ein Zaun um den Müllplatz abgebracht, bei dem das Feuer damals gelegt worden war.

Auch die Kosten für den Einsatz der Feuerwehr und des Roten Kreuzes, für den Sicherheitsdienst zur Absicherung der Baustelle und die Mehrkosten für die Verlegung der Veranstaltungen (insgesamt 122 000 Euro) bleiben an der Stadt hängen. Wie berichtet, hatte das Kulturamt für die ausgefallenen Veranstaltungen Ausweichspielstätten gesucht, um die Abonnenten nicht zu verlieren. All diese Kosten, erklärte Hesky, müssten im Zweifel beim Brandstifter geholt werden. Bei dem mittellosen Mann, der in einer psychiatrischen Klinik untergebracht ist, sei aber nichts zu holen.

Schnelle und gute Zusammenarbeit

Dass der Großbrand vergleichsweise glimpflich ausging, ist laut Hesky der guten Zusammenarbeit mit der Versicherung, aber auch den Mitarbeitern des Hochbauamts zu verdanken, die mit dem Wiederaufbau betraut waren. Erleichtert zeigte sich Hesky auch, dass bei dem Brand niemand verletzt worden war.

Wie berichtet, hatte es im März 2017 nur einen Tag gebraucht, um den Täter zu fassen. Der Brand war noch nicht vollständig gelöscht, als die Ermittler am verwüsteten Bürgerzentrum bereits die Spurensuche aufgenommen hatten. Auf die Spur des damals 22-jährigen Deutschen kamen sie über die Auswertung von Videoaufnahmen aus den Überwachungskameras bei den Abfallcontainern und in der Tiefgarage. Zu sehen war auf einer Aufzeichnung ein Mann, der am Montagabend zwischen 21.30 und 22 Uhr den Müllcontainer anzündete, woraus sich zunächst ein Schwelbrand entwickelte. Nach Mitternacht zündete das Feuer durch und griff gegen 1.30 Uhr auf die Dachkonstruktion des Bürgerzentrums über.

Identifizieren konnte die Kripo den Täter, weil er auch in der Tiefgarage seine Spuren hinterlassen hatte. Dort hatte er sich an der Wand abgestützt, was die Überwachungskamera festgehalten hatte. Die Polizei konnte einen Fingerabdruck des Täters sicherstellen, bei dessen Abgleich zeigte sich: Der Mann war der Polizei wegen Brandstiftung und Sachbeschädigung bereits bekannt. In seiner Wohnung in Waiblingen wurde er widerstandslos festgenommen.

 

Brandstifter kam in die Psychiatrie

Drei Jahre und zwei Monate wegen vorsätzlicher Brandstiftung und Sachbeschädigung lautete das Urteil für den Brandstifter aus dem Bürgerzentrum. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der geistig behinderte, junge Mann aus Waiblingen im März den verheerenden Brand mit einem Sachschaden von zwei Millionen Euro verursacht hatte. Weil von dem 22-Jährigen eine erhebliche Gefahr für die Allgemeinheit ausgehe, wurde er in die Psychiatrie eingewiesen.