Waiblingen

Bald Baubeginn in Bittenfeld

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© Benjamin Beytekin

Waiblingen-Bittenfeld. Im Osten von Bittenfeld entsteht in den nächsten Jahren ein neues Wohngebiet für mehr als 300 Einwohner. Mit Beginn dieses Jahres wurden die Erschließungsarbeiten in Berg-Bürg abgeschlossen. Theoretisch kann der erste Bauherr am 1. Februar loslegen.

Lange hatten Gemeinderat und Ortschaftsrat über das neue Wohngebiet in ökologisch sensibler Lage gestritten, jetzt nimmt die Erweiterung von Berg-Bürg Gestalt an und wechselt bald vom Tiefbau- in die Hochbauphase. Die wesentlichen Arbeiten zur technischen und verkehrsmäßigen Erschließung wurden wie geplant noch 2018 abgeschlossen: Kanäle, Wasserleitungen, Stromversorgung und Fahrbahnen. Im Januar folgten noch einige kleinere Maßnahmen: Straßenlaternen wurden angeschlossen, Randsteine gesetzt. Nach Aussage des neuen Baubürgermeisters Dieter Schienmann kann der erste Bauherr, der eine Baugenehmigung besitzt, theoretisch am 1. Februar mit dem Häuslesbau beginnen.

Baugenehmigungen dauern etwa acht bis zehn Wochen

Für Einzelhäuser, Doppelhaushälften und Reihenhäuser liegen bei der Stadt derzeit 21 Bauanträge vor – ein erster ist schon genehmigt. Für Mehrfamilienhäuser liegen drei Bauanträge vor. Der Bearbeitungsstau im Bauamt, der Bauherren unangenehm lange Wartezeiten bescherte, scheint abgebaut. Die durchschnittliche Bearbeitungszeit liegt nach Dieter Schienmanns Aussage bei acht bis zehn Wochen, sofern es nicht zu Komplikationen kommt. Also werden noch voraussichtlich weitere Bauherren die Freigabe erhalten und im Frühjahr mit der Arbeit beginnen.

Eines der größten Baugebiete der Stadt

Mit rund 130 Wohneinheiten auf 5,8 Hektar wird Berg-Bürg II eins der größten Baugebiete in der Stadt – neben dem alten Krankenhaus-Gelände und dem ehemaligen VW-Hahn-Areal im Hohen Rain. Ein besonderes Quartier in mehrerlei Hinsicht: Das Wohngebiet wird – wie das Hahn-Areal – klimaneutral. Der Strom, den die Bewohner verbrauchen, soll wesentlich durch Fotovoltaik erzeugt werden. Niederschlagen wird sich das auch in der Architektur mit Flachdächern oder zumindest flach geneigten Satteldächern. Die Mehrfamilienhäuser werden durch die Stadtwerke an ein Nahwärmenetz angeschlossen – die Bauträger brauchen sich also um keine eigene Wärmeversorgung zu kümmern. Nach im Auftrag der Stadt angestellten Berechnungen kann pro Jahr ein Kohlendioxid-Ausstoß von 365 Tonnen vermieden werden. Tübingen sei die erste Kommune, die Bauherrn zu Solaranlagen verpflichtet, ließ OB Boris Palmer im Sommer verlauten. Da bestand diese Pflicht in Waiblingen bereits.

Durch die unterschiedlichen Gebäudegrößen, Mehrfamilienhäuser eingeschlossen, sollen bewusst breitere Bevölkerungsschichten die Chance bekommen, zu bauen oder eine Wohnung zu kaufen. Bauplätze für möglichen kostengünstigen Mietwohnungsbau hat sich auch die Stadt Waiblingen selbst gesichert.


Hahn-Areal an der Schorndorfer Straße

Ein Stück weiter als in Bittenfeld ist die Entwicklung auf dem ehemaligen Gelände von VW Hahn zwischen Schorndorfer Straße und Hohem Rain in der Kernstadt vorangeschritten. Dort wird am 6. Februar feierlich der Grundstein gelegt.

Der Verlauf läuft, die Hochbauarbeiten ebenso. Im Lauf des nächsten Jahres will der Bauträger, Projektbau Pfleiderer aus Winnenden, das Wohngebiet fertigstellen. Gebaut werden fünf Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 59 Wohneinheiten und Zwei- bis Vier-Zimmer-Wohnungen – wie Berg-Bürg „klimaneutral“.