Waiblingen

Baustart fürs neue Parkhaus am Waiblinger Bahnhof: Wann soll es fertig werden - und wie wird der Übergangsparkplatz im Ameisenbühl genutzt?

Baustart Park and ride
Die Baggerarbeiten für das neue Parkhaus am Waiblinger Bahnhof haben vor kurzem begonnen. Unser Bild ist am Freitag, 20. November, entstanden. © Benjamin Büttner

Abgerissen ist das ständig überlastete alte Parkhaus am Waiblinger Bahnhof schon längst – und nun beginnen endlich die Bauarbeiten für das neue Park+Ride-Parkhaus (P+R). Laut Projektleiter Oliver Stegmaier von der Deutschen Industrie- und Parkhaus GmbH wurde kürzlich mit den Baggerarbeiten begonnen. 551 Stellplätze sollen an dem Standort im Inneren Weidach für die Pendler entstehen. Ist das Projekt noch im Kosten- und Zeitplan? Bis wann soll alles fertig sein? Und wie wird eigentlich derzeit der Interimsparkplatz im Waiblinger Ameisenbühl genutzt?

Hoffnung auf einen milden Winter

Oliver Stegmaier von der Deutschen Industrie- und Parkhaus GmbH, die bei dem Projekt als Generalunternehmer fungiert, peilt als Zeitpunkt für die Fertigstellung nach wie vor den November 2021 an. Er gibt allerdings zu, dass die Arbeiten etwa zwei, drei Wochen später als geplant begonnen hätten. Er zeigt sich indes zuversichtlich, diese leichte Verzögerung wieder aufholen zu können. Dies kann natürlich nur gelingen, wenn die Witterung mitmacht, sprich der Winter milde ist. „Das muss jedem schon klar sein.“

15 bis 20 Arbeiter sollen im Schnitt gleichzeitig auf der Baustelle sein

Der Rohbaukran wurde bereits am Mittwoch, 18. November, aufgestellt. Die Betonarbeiten für die Fundamente sollen in der 49. Kalenderwoche, also am 30. November, beginnen. Die Bohrpfahlarbeiten sollen rund eine Woche später starten – und den Beginn der Montage des Treppenhauses peilt Oliver Stegmaier für die 50. und 51. Kalenderwoche an. Mit den Stahlbauarbeiten soll im April 2021 losgelegt werden. Dach, Türen, Aufzug und Elektroarbeiten sind für den Zeitraum September 2021 bis November 2021 vorgesehen. 15 bis 20 Arbeiter sollen im Durchschnitt gleichzeitig auf der Baustelle tätig sein.

Sanierung des alten Parkdecks galt als unwirtschaftlich

Im März 2020 begann der Abriss des bisherigen Parkhauses – und der Auftrag für das neue wurde im August 2020 vergeben. Eine Sanierung des alten Parkdecks galt als unwirtschaftlich. Das neue Parkhaus ist deutlich größer, es bietet auf einer Grundfläche von 3250 Quadratmetern Stellplätze auf fünf Ebenen, mit Familienparkplätzen und 20 Ladesäulen für Elektrofahrzeuge.

Ersatzparkplatz wird nur mäßig genutzt

Bis das neue Parkhaus fertig ist, gibt es auf dem Hess-Areal, das sich ganz in der Nähe des Bahnhofs befindet, einen Ersatzparkplatz. Die Adresse lautet Ameisenbühl 40, die Zufahrt erfolgt über die Max-Eyth-Straße und die Maybachstraße (Daten fürs Navi: 48˚49’35.8“N 9˚17’54.4“E). Allerdings wird diese Fläche seit vielen Wochen nur mäßig genutzt.

Hängt es mit Home-Office zusammen?

Der Waiblinger SPD-Fraktionsvorsitzende Roland Wied wollte deshalb in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Kultur und Sport (WKS) wissen, warum der Standort so schlecht angenommen wird. Thomas Schaal, Geschäftsführer der Parkierungs-GmbH Waiblingen, sagte daraufhin, dass es aus seiner Sicht mit der hohen Zahl an Menschen zusammenhängt, die derzeit im Home-Office arbeiten. Deshalb würden viel weniger Leute die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen.

Wie sieht es mit den Kosten aus?

Bleibt noch die Frage, ob das Projekt im Kostenplan ist. Oliver Stegmaier betonte, dass sein Unternehmen für das Parkhaus nach wie vor mit Ausgaben von 6,9 Millionen Euro kalkuliert. Doch was ist damit eigentlich alles abgedeckt? Darauf gibt wiederum Thomas Schaal von der Parkierungs-GmbH Antwort. Die Kosten für die Erschließung (Strom, Abwasser, Glasfaser und Prüferkosten) seien Baukosten, die im Rahmen des Generalunternehmervertrags abgedeckt sind. „Gleiches gilt für die Wiederherstellung der Außenanlagen.“

Waiblingen erhält Fördergelder

Für Baunebenkosten, die nicht durch den Generalunternehmer zu tragen sind (Ingenieurleistungen, Gebühren, Gutachten, Ausschreibungskosten), werden nach Thomas Schaals Angaben weitere Kosten in Höhe von rund 300 000 Euro veranschlagt. Heißt: Die Gesamtkosten für das neue Parkhaus belaufen sich auf rund 7,2 Millionen Euro. Das Land unterstützt Waiblingen finanziell bei dem Neubau am Bahnhof – und zwar mit circa 3,2 Millionen Euro.

Dazu hat der Verband Region Stuttgart eine Förderung für die gegenüber dem bisherigen Parkdeck zusätzlich entstehenden Stellplätze zugesagt – und zwar in Höhe von rund 850 000 Euro.


Gibt es einen Steuervorteil?

Das neue Parkhaus am Waiblinger Bahnhof wird durch die Parkierungs-GmbH finanziert. „Dies hat jedoch keine steuerlichen Gründe, da bei der Stadt im Rahmen eines Betriebs gewerblicher Art ebenfalls zu den steuerlich gleichen Konditionen gebaut werden könnte“, stellt Geschäftsführer Thomas Schaal klar. Die Parkraumbewirtschaftung wurde jedoch insgesamt von der Stadtverwaltung ausgelagert und in der GmbH gebündelt. Daher wird auch der Bau des Parkhauses von der Gesellschaft übernommen.

Abgerissen ist das ständig überlastete alte Parkhaus am Waiblinger Bahnhof schon längst – und nun beginnen endlich die Bauarbeiten für das neue Park+Ride-Parkhaus (P+R). Laut Projektleiter Oliver Stegmaier von der Deutschen Industrie- und Parkhaus GmbH wurde kürzlich mit den Baggerarbeiten begonnen. 551 Stellplätze sollen an dem Standort im Inneren Weidach für die Pendler entstehen. Ist das Projekt noch im Kosten- und Zeitplan? Bis wann soll alles fertig sein? Und wie wird eigentlich derzeit

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