Waiblingen

Beliebtes Restaurant "Mang" in Waiblingen schließt: Gibt es einen Nachfolger?

Restaurant Mang
Thi Tram Anh Do, Dinh Bao Vu, Khiem Vu und Nguyen Vu (von links). © Benjamin Büttner

Geht’s nach den Bewertungen eines bekannten Online-Portals, gehört das „Mang“ in der Bahnhofstraße zu den besten Restaurants in Waiblingen. In knapp 15 Jahren hat sich die Familie Vu mit vietnamesischer Küche einen guten Ruf erarbeitet, sieht jetzt aber die Zeit gekommen für Veränderung: In einem Monat wird das Speiselokal im früheren Postgebäude geschlossen. Die gute Nachricht dabei: Die Nachfolge ist schon geregelt.

„Der Abschied fällt ein bisschen schwer“, sagt Thi Tram Anh Do und deutet mit einer Handbewegung ans Herz. Die 62-Jährige empfängt die Gäste, ist das Gesicht und die gute Seele des Hauses. Gemeinsam mit ihrem Mann Dinh Bao Vu (63) sowie den Söhnen Khiem (36) und Nguyen (39) hat sie das Restaurant als Familienbetrieb geleitet. Sie und ihr Mann arbeiten bereits seit 28 Jahren in der Gastronomie. Ihre erste Station in Waiblingen war das „Bambusstäbchen“ im Remspark. Damals wohnte die Familie noch in Reutlingen.

Per Zufall in die Gastronomie

Dabei kamen die Vus eigentlich per Zufall in die Gastronomie. Nachdem die Eltern Anfang der achtziger Jahre aus Vietnam nach Deutschland kamen und sich hier kennenlernten, hatte er zunächst einen Job bei IBM und sie bei Hertie. Zunächst lautete der Plan, weiter nach Kanada auszuwandern, wo Angehörige leben. Wiederum aus familiären Gründen blieben sie dann doch in Deutschland und zogen mehrmals berufsbedingt innerhalb der Region Stuttgart um. Zeiten der Arbeitslosigkeit gab es nicht. Die Gastronomie war eine Möglichkeit, genau das zu vermeiden.

"Wir sind waschechte Schwaben"

Und sie funktionierte gut. Im Remspark lernte die Familie ihren heutigen Vermieter kennen, dem sie sich zu Dank verpflichtet fühlt: Bäckermeister Hermann Schöllkopf betrieb dort bis vor kurzem eine Filiale. Ein modern eingerichtetes asiatisches Restaurant in einem historischen Gebäude wie der alten Post in der Bahnhofstraße – damit ging für Thi Tram Anh Do ein Traum in Erfüllung.

Nach der Flucht aus Vietnam und den vielen Umzugsstationen im Raum Stuttgart wurde Waiblingen zu einer Art Anker, auch wenn die Familie inzwischen in Fellbach wohnt. Im Staufer-Gymnasium gingen die Söhne zur Schule, fanden Freunde. Beide sind in Deutschland geboren. „Wir sind waschechte Schwaben“, sagt Khiem Vu lachend. Auf jeden Fall fühlen sie sich „angekommen“. Und die Eltern freuen sich über zwei Enkelkinder, für die sie künftig mehr Zeit haben. „Sie können jetzt einiges nachholen, was in all den Jahren zu kurz gekommen ist“, sagen die Söhne.

Pho-Suppe in Vietnam so wichtig wie Maultaschen in Schwaben

Das Besondere am „Mang“ war aus Sicht der Brüder das Authentische, ihre Freude an der Gastronomie, das „Wohnzimmer-Feeling“. „Aus Gästen sind Freunde geworden“, sagen die Brüder mit Dankbarkeit. Schwerpunkt war natürlich vietnamesische Küche. Auch diese authentisch, wie sie versichern. So wie im „Mang“ würden die Gerichte auch in Vietnam gegessen. Allen voran die Pho-Suppe mit Reisbandnudeln. „Die ist in Vietnam so wichtig wie in Schwaben die Maultaschen.“ Süßsaure Soßen allerdings, verraten sie, sind eher eine Anpassung an den deutschen Geschmack. Vitaminreich und leicht ist die vietnamesische Küche – und wird entsprechend geschätzt.

Eher ungewöhnlich für ein asiatisches Restaurant ist die große Weinkarte. „Von A wie Aldinger bis Z wie Zimmerle ist alles dabei“, sagt Khiem Vu, der ein erklärter Weinliebhaber ist und auch schon regionale Winzer für gemeinsame Aktionen gewinnen konnte.

"Sabbatical" als schöpferische Pause

Sie betonen: Das Restaurant läuft gut, auch wenn seit Corona und infolge von Energiekrise und Inflation eine gewisse Zurückhaltung bei den Gästen zu spüren ist und Küchenpersonal rar wurde. Die Familie verabschiedet sich nicht für immer von der Gastronomie, sondern legt eher ein „Sabbatical“ im Sinne einer schöpferischen Pause ein. Was freilich nicht für die Söhne gilt: Nguyen Vu hat mit Freunden ein Start-up-Unternehmen gegründet und hat sich vom „Mang“ allmählich zurückgezogen. Khiem Vu hat schon einen neuen Job in der Gastronomie, der aber noch nicht verraten werden darf. Vielleicht, sagen sie, hat einer in Zukunft eine neue gastronomische Idee – „dann wird die Familie wieder zur Stelle sein“, verspricht die Mutter jetzt schon.

Aufs „Mang“, berichtet die Familie, folgt bald ein neues Restaurant. Es soll wieder etwas Asiatisches werden.

Geht’s nach den Bewertungen eines bekannten Online-Portals, gehört das „Mang“ in der Bahnhofstraße zu den besten Restaurants in Waiblingen. In knapp 15 Jahren hat sich die Familie Vu mit vietnamesischer Küche einen guten Ruf erarbeitet, sieht jetzt aber die Zeit gekommen für Veränderung: In einem Monat wird das Speiselokal im früheren Postgebäude geschlossen. Die gute Nachricht dabei: Die Nachfolge ist schon geregelt.

„Der Abschied fällt ein bisschen schwer“, sagt Thi Tram Anh Do und

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