Waiblingen

Betrugsversuch mit "Rewe-Gewinnspiel": Waiblinger durchschaut den Trick rechtzeitig

TITEL Telefonbetrug Betrüger Anrufer Betrug
Symbolbild. © ZVW/Habermann

„Sie haben bei einem Rewe-Gewinnspiel gewonnen“, sagt eine freundliche Frauenstimme am anderen Ende der Leitung: „Einen 500-Euro-Gutschein für den nächsten Einkauf.“ Die nette Dame kennt das Geburtsdatum und auch die Adresse des Angerufenen – der Gewinn soll schließlich per Post versendet werden. Um aber weitere Gewinnchancen zu eröffnen, möchte sie dann die Bankdaten des vermeintlichen Gewinners haben.

Genau das hat Heinz Kauffeldt aus Waiblingen erlebt. Er hat jedoch rechtzeitig aufgelegt und ist damit einem Betrug entgangen. Dabei ist er nicht der Einzige, der schon einmal einen dubiosen Anruf wie diesen bekommen hat. Hängt die neue Masche tatsächlich mit einem Gewinnspiel von Rewe zusammen?

Kein Zusammenhang mit Rewe

Der Anruf, den Heinz Kauffeldt erhalten hat, wird bei der Polizei unter dem Stichwort „Gewinnversprechen“ als Betrugsmasche geführt. Sie ist keinesfalls neu, sondern bei der Polizei generell bekannt. „Die Betrüger sind sehr einfallsreich und wandeln natürlich nach Belieben die Tricks nach ihren Bedürfnissen ab“, sagt Rudolf Biehlmaier, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Aalen.

Mit der neuen Variante wird den Opfern vorgegaukelt, sie hätten bei einem Rewe-Gewinnspiel gewonnen. Dabei hat die Rewe-Markt GmbH mit den Anrufen überhaupt nichts zu tun. Das zeigt auch ein zweiter Fall, der unserer Redaktion bekannt wurde: Hier hatte der vermeintliche Gewinner gar nicht an einem Gewinnspiel in einem Rewe-Markt teilgenommen und wurde trotzdem angerufen.

Ähnlichkeit zum "Enkel-Trick"

Heinz Kauffeldt dagegen hatte tatsächlich über einen QR-Code aus seinem örtlichen Rewe-Markt an einem Gewinnspiel des Supermarktes teilgenommen. Dieses echte Gewinnspiel steht aber in keinem Zusammenhang mit den Betrugsanrufen. Das stellt auch der Pressesprecher der Rewe Markt GmbH, Thomas Bonrath, klar: „Der augenscheinliche zeitliche Zusammenhang mit einer Rewe-Gewinnspielteilnahme war letztlich nur Zufall, aber nicht sachlich begründet. Die geschilderte Betrugsmasche ist fast so alt wie der ,Enkeltrick’ oder die Mail aus Afrika, dass man Erbe eines enormen Vermögens geworden ist. Aber weder die ,Enkel’ noch Rewe sind dafür verantwortlich zu machen oder können etwas dagegen tun, dass mit der Erwähnung ihres Namens kriminelle Machenschaften einhergehen."

Echte Gewinnspiele sind gut erkennbar

Ein echtes Rewe-Gewinnspiel erfülle zudem bestimmte Anforderungen: „Unter den Teilnahmebedingungen eines seriösen Gewinnspiels werden sowohl die Gewinne exakt definiert als auch die Art und Weise, wie die Gewinner informiert und die Gewinne übertragen werden. Bei der beschriebenen Auslobung eines 500-Euro-Einkaufsgutscheins gibt es keine Parallelen zu Rewe-Gewinnspielen“, sagt Thomas Bonrath.

Die Anrufe klingen seriös und erwecken Vertrauen. So wurde dem Betroffenen, der der Redaktion bekannt ist, gesagt, die Herausgabe seiner IBAN sei völlig ungefährlich, weil ohne ein SEPA-Lastschrift-Mandat ohnehin kein Geld abgebucht werden könne. Das sei ein Beschluss des Europäischen Gerichtshofs. Auch die freundlichen Stimmen der Anruferinnen lassen zunächst wenig Zweifel aufkommen. Heinz Kauffeldt sagt, die Dame habe akzentfrei Deutsch gesprochen. Seine anschließende Recherche ergab jedoch, dass die Telefonnummer, die ihn anrief, eine indische war.

Ohne Teilnahme auch kein Gewinn

Heinz Kauffeldt hat genau richtig gehandelt, indem er auflegte. Die Polizei rät außerdem dazu, niemals persönliche Informationen – beispielsweise Telefonnummern, Adressen und vor allem Bankdaten und Kreditkartennummern – weiterzugeben. Zudem sollte man niemals Geld aufwenden, um einen vermeintlichen Gewinn zu erhalten. Dazu zählt auch, eine kostenpflichtige Nummer zurückzurufen.

Wichtig ist laut Polizei auch, sich den Namen und die Telefonnummer des Anrufers geben zu lassen. Auch die Frage, um welches Gewinnspiel es genau geht und was gewonnen wurde, sollte gestellt werden. Eines sollte laut Polizei auch immer klar sein: Wer gar nicht an einer Lotterie teilgenommen hat, kann auch nichts gewonnen haben.

„Sie haben bei einem Rewe-Gewinnspiel gewonnen“, sagt eine freundliche Frauenstimme am anderen Ende der Leitung: „Einen 500-Euro-Gutschein für den nächsten Einkauf.“ Die nette Dame kennt das Geburtsdatum und auch die Adresse des Angerufenen – der Gewinn soll schließlich per Post versendet werden. Um aber weitere Gewinnchancen zu eröffnen, möchte sie dann die Bankdaten des vermeintlichen Gewinners haben.

Genau das hat Heinz Kauffeldt aus Waiblingen erlebt. Er hat jedoch rechtzeitig

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