Bilder: Blaulicht und Zuckerhasen auf dem Ostermarkt in Waiblingen
Waiblingen. Großen Andrang hat die Waiblinger Innenstadt wieder beim verkaufsoffenen Ostermarkt erlebt. Stände von über 80 Beschickern, kulinarische Leckereien, dazu der nachmittags geöffnete Einzelhandel lockten zahlreiche Bummler von nah und fern in die Stauferstadt. Das Highlight war diesmal die „Blaulichtmeile“ in der Bahnhofstraße, besonders die Aktionen rund ums Jubiläum der Jugendfeuerwehr.
Nein, das Blaulichtgewitter am Alten Postplatz bedeutete diesmal keinen Großalarm, aber einen Großeinsatz signalisierte das Leuchten allemal. Da standen die Fahrzeuge von Feuerwehr, Polizei, Rotem Kreuz, dem Technischen Hilfswerk, der DLRG und der Kreisverkehrswacht in einer langen Reihe und waren die große Attraktion des diesjährigen Ostermarkts, besonders für Familien mit Kindern.
Stolz auf die 150 Mitglieder starke Jugendfeuerwehr in Waiblingen
Da stand der kleine Leon vor einem künstlichen Brandherd und staunte, wie schwer so ein Wasserschlauch sein kann. Aber er hat’s geschafft, mit einem langen kräftigen Strahl brachte er die Flammen zum Erlöschen. Zielgenau das Wasser einzusetzen, dazu lud auch eine Schräge ein, vor der an diesem Nachmittag unzählige Kinder üben durften, wie man einen Ball mit einem Wasserstrahl an dessen oberen Ende balanciert. Und das Gleichgewicht zu halten, während man unter sich immer mehr Kisten stapelt um in die Höhe zu kommen – abgesichert natürlich mit einem von einem Kran gehaltenene Gurt – das war eine große Herausforderung für viele kleine Abenteurer.
All das war Teil des öffentlichen Jubiläumsfestes zum 25-jährigen Bestehen der Waiblinger Jugendfeuerwehr. Franziska Fliß, Jugendwartin der Feuerwehr, ist stolz auf die über 150 Kinder und Jugendlichen, darunter auch etliche Mädchen, die sich, „entgegen dem Landestrend“, in der Feuerwehr engagieren. Fliß leitet die „Fire Kids“, das sind die Sechs- bis Zehnjährigen, die danach zur Jugendfeuerwehr stoßen.
Echteinsatz mit Warmbildkamera
Zu der gehört auch Felix, der die Funktion einer Warmbildkamera erklärt. Dazu hat die Feuerwehr einen Container aufgebaut, der im Inneren so verraucht ist, dass man nichts mehr sieht. Gerade so, wie bei einem Echteinsatz. Sein Kamerad geht nun in den undurchdringlichen Raum – und mit der Kamera kann man, wie Felix zeigt, deutlich die Umrisse seines Körpers sehen, und damit im Ernstfall bewusstlose Menschen erkennen und bergen.
Dichtes Gedränge rund um 80 Stände in den Altstadtgassen
Aber nicht nur die Feuerwehr ist das Ziel vieler Kinder. „Und dann will ich noch zur Polizei!“, quengelt die etwa siebenjährige Sara mit einem Luftballon in der Hand. Währenddessen ist wenige Meter weiter ein Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks dabei, einen sogenannten Spreizer zu erklären. Der sieht aus wie eine Riesenschere, kann aber mit einem Hydrauliksystem bis zu 20 Tonnen auseinanderdrücken. Damit können in einem Unglücksauto eingeklemmte Menschen befreit werden; oder schwere Trümmerteile beiseitegeschoben werden. Ebenfalls dichtes Gedränge herrschte in den Altstadtgassen, wo man an 80 Ständen Dinge von der Schafsmilchseife bis zum Zuckerhasen bestaunen – oder kaufen – konnte.
Viele lockende Angebote
Elegante Strohhüte verhießen den kommenden Sommer – und eine Riesenauswahl an Ausstecherlesformen an einem Krämermarktstand machten schon jetzt unmissverständlich klar, dass irgendwann auch Weihnachten wieder vor der Tür steht. Und klar blieb, von der orientalischen Teigtasche bis zur klassischen Roten, auch kulinarisch nichts zu wünschen übrig beim Schlendern entlang der vielen, lockenden Angebote.
Blaulichtmeile ist die herausragende Attraktion
Auch Lisa Neugebauer vom Stadtmarketing zeigte sich zufrieden. Sie ist bemüht, neben den vielen regelmäßigen Ostermarktteilnehmern, „immer wieder auch für etwas Abwechslung, etwas Neues zu sorgen“. Aber auch für sie ist die Blaulichtmeile diesmal die herausragende Attraktion des diesjährigen Ostermarktes, die auch „den Respekt gegenüber der Arbeit der vielen Retter und Helfer zum Ausdruck bringt“.
17 Stunden Einsatz
„Wieder im Großeinsatz?“, fragten wir Nick Bley, den Abteilungskommandanten der Feuerwehr im Bereich Kernstadt. „Ja“, erwiderte der lächelnd, „aber diesmal für die Jugendfeuerwehr!“
Er selbst war beim Großfeuer im Bürgerzentrum 17 Stunden im Einsatz. „Man kommt langsam wieder zu Kräften“, sagt er, und freut sich zugleich über die Resonanz der Feuerwehrarbeit: „Man bekommt Riesenzuspruch von der Bevölkerung.“
Er sei „stolz, bei so einer Organisation mitzumachen. Das tut auch der Jugend gut.“ Insgesamt gehören 330 Aktive zur Gesamtfeuerwehr Waiblingen. „Wir haben ein dezentrales Konzept, bilden aber eine Einheit nach außen, nur so war so ein Einsatz zu bewältigen.“ Dabei vergisst Bley nicht, sich bei den benachbarten Feuerwehren für ihre Hilfe zu bedanken.
