Waiblingen

Bus-Chaos: Anfangsprobleme scheinen behoben

Buschaos
Morgens um 7 Uhr in Bittenfeld. © Alexandra Palmizi / ZVW

Waiblingen. Verspätungen, Ausfälle und chaotische Zustände im Busverkehr haben Fahrgäste nach dem Betreiberwechsel Anfang des Jahres moniert. Vor allem die Linie 201 von Bittenfeld nach Waiblingen schien alles andere als rund zu laufen. Doch vor Ort hat es sich nun gezeigt: Die größten Anfangsschwierigkeiten sind offenbar behoben.

Morgens um 7 Uhr in Bittenfeld, Haltestelle Zipfelbach. Dunkel ist es, kalt ist es, da will wirklich keiner lange warten. Zwei Kinder, die in der Staufer-Realschule zur Schule gehen, stehen in dicken Jacken an der Haltestelle. Ob es Probleme gibt, seit die neuen Busse fahren? „Es klappt gut“, sagen beide. Das bestätigt auch ein Jugendlicher, der in Fellbach die Waldorfschule besucht. Weil er am Bahnhof Neustadt-Hohenacker die S-Bahn erreichen muss, ist er auf eine gute Verbindung angewiesen. „Die Verbindung passt“, sagt der 17-Jährige. Auch mit dem neuen Betreiber klappe es gut.

Neue umweltfreundliche Busse mit WLAN

Seit Beginn des Jahres fährt das Esslinger Busunternehmen Fischle und Schlienz. Die Busse sind neu, mit WLAN ausgestattet und sie genügen strengen Umweltstandards – nur mit der Pünktlichkeit habe es anfangs gehapert, monierten manche. Manche Haltestellen seien auch einfach ausgelassen worden. Zudem seien die Busse überfüllt gewesen. Noch nicht ganz zufrieden ist der Bittenfelder Reinhold Manz, der mit dem Bus zur S-Bahn und dann mit der S-Bahn nach Fellbach zur Arbeit fährt: „Morgens geht es noch, aber abends bin ich schon 20 Minuten gestanden, bis der Bus nach Bittenfeld endlich gekommen ist“, berichtet er.

Von Chaos keine Spur

An diesem Morgen ist von einem Chaos nichts zu bemerken. Ein Bus nach dem anderen hält an der Haltestelle und fährt weiter Richtung Waiblingen. Manche im Bus haben noch die Augen geschlossen, ein Mädchen schreibt Whatsapp-Nachrichten. Zwei Schüler sind in Arbeitsblätter vertieft. Ein Mädchen-Quartett unterhält sich. „Es hat sich eingespielt“, sagt Busfahrerin Corinna Schulz. Massen von Schülern chauffiert sie täglich von Bittenfeld über Hohenacker und Neustadt zum Staufer-Schulzentrum. Ob die Busse voll oder gar überfüllt seien, hänge ganz von den Tagen ab. Stressig empfindet sie aber vor allem die Touren morgens um 5 Uhr, die sehr eng getaktet seien. Corinna Schulz ist seit 23 Jahren Busfahrerin, und sie macht ihren Job mit Leib und Seele: „Ich bin gerne Busfahrerin. Sonst wäre ich hier fehl am Platz.“

Wer in Bittenfeld in den Bus einsteigt, findet lässig einen Platz. Doch an jeder Haltestelle steigen Schüler zu, es geht Schlag auf Schlag. Der große Gelenkbus füllt sich. In der Hohenacker Ortsmitte wird es langsam voll. Die ersten Schüler stehen. In Neustadt bei der Haltestelle Schneider kommt wieder eine große Schülergruppe dazu: „Hier klappt es selten mit einem Platz“, erzählt eine Achtklässlerin. Verschlechtert hat sich die Situation aus ihrer Sicht aber nicht: „Das war schon immer so“, sagt sie, und die Umstehenden nicken. Unangenehmer empfinden die Mädchen die Situation bei der Rückfahrt am Mittag. Wenn fast alle gleichzeitig Unterrichtsschluss haben und in die Busse strömen, sei’s schon manchmal schwierig. Aber richtig überfüllt seien die Busse nur selten.

Mit großer Gelassenheit

Unterm Strich herrscht große Gelassenheit unter den Jugendlichen. Auch diejenigen, die stehen müssen, haben ihre Handys in der Hand oder wiederholen noch schnell den Stoff auf einem Arbeitsblatt. Am Alten Postplatz werden Blätter und Telefone in die Rucksäcke und Taschen gesteckt. Auf dem letzten Stück auf der Mayenner Straße sind schon alle Schüler bereit. Fast genau um 7.30 Uhr gehen die Bustüren auf. Der Unterricht kann pünktlich beginnen.

Die Linie 201 von Bittenfeld nach Waiblingen ist mit rund 6000 Fahrgästen pro Tag die meist frequentierte im Stadtgebiet.

Seit Beginn des Jahres fährt das Esslinger Busunternehmen Fischle und Schlienz mehrere Linien im Raum Waiblingen. Nicht alles ist von Anfang an rund gelaufen, insbesondere über den 201er häuften sich Beschwerden. Das von manchen monierte „Bus-Chaos“ haben Stadt und Landratsamt jedoch zurückgewiesen.

Dass es überfüllte Busse auch schon unter der Firma Dannenmann gegeben habe, hatte jüngst auch ein Leser aus Bittenfeld moniert.