Waiblingen

Cabrio-Ruine: Mineralbad-Abriss wird teurer

1/3
Cabrio-Ruine
Blick in die Ruine: Redakteur Bernd Klopfer auf dem Cabrio-Gelände. Für den Besuch hatten wir die Genehmigung der Stadt. © Büttner / ZVW
2/3
Cabrio-Ruine
Die Ruine des Mineralbads Cabrio. Die Aufnahme stammt vom Juli 2017. © Drohnenbild / Büttner / ZVW
3/3
Cabrio Weinstadt Ruine Bad endersbach hallenbad
So sieht es im Cabrio derzeit aus. Fotografiert haben wir durch die offene Tür. © Joachim Mogck

Weinstadt-Endersbach. Vielen tut der Anblick weh: Seit Jahren verfällt das ehemalige Mineralbad Cabrio in Endersbach – und nun droht der eigentlich für 2017 geplante Abriss noch teurer zu werden. Die 750 000 Euro, mit denen die Stadt zunächst gerechnet hat, reichen bei weitem nicht aus. Nun sucht die Verwaltung nach Sparpotenzialen – und bittet die Bürger bis Anfang Oktober um Geduld.

Video: Kommentar von Redakteur Bernd Klopfer über den Abriss der Cabrio-Ruine, die nochmals teurer wird.

Der Zündstoff ist in nüchterne Worte gekleidet: „Rückbau Mineralbad Cabrio – Sachstandsbericht zur Planung und Ausführung“ stand auf der Tagesordnung des Technischen Ausschusses vom Donnerstagabend – inklusive des Hinweises „Vorlage wird nachgereicht“. Spätestens da war klar, dass hier schlechte Nachrichten auf die Bürger zukommen. Dann der Paukenschlag: In der Ausschuss-Sitzung wurde das Thema von Baubürgermeister Thomas Deißler abgesetzt und vertagt. Unsere Zeitung hat deshalb um eine offizielle Stellungnahme gebeten, zumal schon vorher durchgesickert war, dass Weinstadt für den Komplett-Abriss des einstigen Bads, das im Winter als Hallenbad und im Sommer als Freibad genutzt wurde, mehr zahlen muss.

Warum es teurer wird, wird jetzt geprüft 

Auf Nachfrage gab der Weinstädter Pressesprecher Jochen Beglau am Freitag bekannt, dass derzeit das Leistungsverzeichnis für die Ausschreibung der Abbrucharbeiten vom Büro Klinger und Partner erstellt wird. „Dabei hat sich gezeigt, dass die in der bisherigen Kostenschätzung prognostizierten Abbruchkosten von 750 000 Euro nicht ausreichen werden.“ Woran das liegt, wird laut Beglau im Moment geprüft.

Thema am Donnerstag von der Tagesordnung genommen

Während der Sommerferien soll untersucht werden, ob Bodenplatten und/oder Fundamente ganz oder teilweise belassen werden können. Auch wird betrachtet, wie sich das auf die Abbruchkosten und die künftige Nutzung der Grundstücke auswirkt. Über die weitere Vorgehensweise soll in einer öffentlichen Sitzung am Donnerstag, 5. Oktober, beraten werden. Daher, betont Beglau, sei das Thema am Donnerstagabend schlicht noch nicht diskussionsreif gewesen – und aus dem Grund sei es von der Tagesordnung genommen worden.

Unter Oswald ging es kaum voran

Es gab eine Zeit, da hätte ein nicht allzuhoher siebenstelliger Betrag gereicht, das Cabrio zu sanieren – doch unter dem damaligen OB Jürgen Oswald ging kaum was vorwärts. Schließlich stimmte der Gemeinderat 2010 knapp für den Neubau eines Hallenbads, der Beschluss wurde dann aber durch einen Bürgerentscheid im selben Jahr wieder gekippt. Passiert ist seither wenig.


Trotz offener Türen: Betreten nicht erlaubt

Mit Erlaubnis der Weinstädter Stadtverwaltung haben wir am Donnerstagvormittag ein Video auf dem Cabrio-Gelände in Endersbach gedreht. Als wir nachfragten, ob wir auch im Inneren filmen dürfen, hieß es, dass dies aus Haftungsgründen zu riskant sei und dass der Zugang zum Inneren des Gebäudes auch nur mit einem Schlüssel möglich sei. Auch erhielten wir den Hinweis, dass das Haupttor verschlossen sei.

Vor Ort stellte sich dann heraus, dass das Haupttor zum Gelände keineswegs verschlossen ist und dass auch eine Hintertür zum Bad selbst geöffnet ist. Wer jetzt aber denkt, dass die Stadt den Zutritt erlaubt, irrt. Ohne Genehmigung darf sich niemand auf dem Areal aufhalten.