Waiblingen

Catering in Schulmensa und Kita: Schmeckt es den Kindern? Und was, wenn nicht?

Erweiterungsneubau
Manchen schmeckt es in den Mensen, anderen nicht. © ALEXANDRA PALMIZI

Schmeckt es den Kindern oder schmeckt es ihnen nicht? Das Mittagessen in Schulen und Kitas hängt stark davon ab, wer es kocht - meist Catering-Anbieter -, aber auch von kommunalen Vorgaben. Und am Ende schmeckt es vielen, anderen aber nicht - und manche essen nie in der Mensa. Wir haben Eltern, einen Schulleiter und die Stadt Waiblingen befragt. Die Verwaltung erklärt auch, wie sie die Qualität des Essens kontrolliert und welche Rolle der Preis spielt.

Ob es schmeckt, ist natürlich sehr subjektiv. So sind etwa die beiden Zwölfjährigen von Kalman Kando zufrieden mit dem Mensaessen. „Manchmal mehr, manchmal weniger. Aber sie beschweren sich nie und hungrig sind sie auch nie heimgekommen“, so der Vater aus Weinstadt. Die Kinder besuchen die Albertus-Magnus-Schule im Sommerrain und essen dort zweimal pro Woche zu Mittag. Und zwar das, was die Kantine anbietet.

So ist es auch beim Sohn von Ralf Müller aus Waiblingen: der Siebenjährige besucht die Waldorfschule in Fellbach, dort sei das Essen „ziemlich abwechslungsreich“, lobt der Vater. Zwar möge der Kleine nicht alles, aber er werde satt und es sei gesund. Sein älterer Sohn geht aufs Staufer-Gymnasium in Waiblingen, esse dort aber nicht, sondern fast jeden Tag zu Hause. Das ist möglich, weil die Familie nicht weit weg wohnt und die Eltern im Homeoffice arbeiten und sich abwechseln. Manchmal hole der Zwölfjährige sich aber auch mit seinen Kumpels in der Nähe der Schule was, sagt Ralf Müller, zum Beispiel Gyros oder Döner.

Mutter und Töchter mit Essen am Salier-Gymnasium unzufrieden

Eine Waiblinger Mutter sagt, ihren Kindern schmecke das Essen in der weiterführenden Schule nicht. Sie bekämen daher belegte Brote, Gemüse und Obst mit. Warm gegessen werde am Abend zu Hause. Eine andere Mutter, deren Kinder das Salier-Gymnasium besuchen, berichtet: „Wir sind nicht wirklich zufrieden mit dem Mensaessen unserer Kinder. Es schmeckt ihnen nicht wirklich und ist oft auch nicht zufriedenstellend zubereitet.“ Die Nudeln seien „häufig sehr hart“, die ältere Tochter sage, Soßen und Nachtisch schmeckten „künstlich“.

Die Tochter esse einmal pro Woche in der Mensa, obwohl sie häufig am Nachmittag Unterricht habe. Die jüngere Tochter gehe „derzeit nie in die Mensa, weil es ihr nicht schmeckt“. Die Mutter wünscht sich, „dass das Essen täglich vor Ort mit regionalen Zutaten frisch gekocht wird. Außerdem sollten die Kinder/Jugendlichen in die Zubereitung mit einbezogen werden.“ Beide Mütter wollen nicht genannt werden, die Namen sind der Redaktion bekannt.

Elternbeirat: "Liegt in der Natur der Sache, dass es nicht allen schmeckt"

Beschwerden zum Essen im Salier-Gymnasium liegen der Stadtverwaltung nicht vor, wie diese auf Anfrage mitteilt. Auch Elternbeiratsvorsitzender Andreas Reichenauer sagt, er habe keine entsprechenden Rückmeldungen. Vor ein paar Jahren habe er mal Kritik an der Verpflegung mitgekriegt, und in der Folge selbst in der Mensa Probe gegessen. Er findet: „Es liegt in der Natur der Sache, dass es nicht allen schmeckt.“

So sieht es auch Schulleiter Peter Schey. „Natürlich gibt es immer mal wieder Meldungen, dass es nicht so gut schmeckt. Aber die umgekehrte Meinung ist auch vorhanden.“ In diesem Jahr habe er noch keine Beschwerden erhalten.

Schey selbst hat zuletzt im vergangenen Schuljahr in der Mensa gegessen (was vor allem daran liege, dass es in den Interimsräumen recht eng ist, weshalb viele Lehrkräfte ausgewichen seien). Sein Fazit: „Natürlich ist das kein Gourmetessen, aber durchaus ansprechend für ein Mensaessen.“ Der Schulleiter verweist darauf, dass auch Salat und Nachtisch dabei sind, und das „insgesamt zu einem guten Preis“.

Preis ist nicht der einzige Faktor, aber der gewichtigste

Zuständig für die Verpflegung an den öffentlichen Schulen sind aber nicht die Rektoren, sondern die Stadt. Sie vergibt die entsprechenden Aufträge an Caterer. Das Salier-Gymnasium wird seit Jahren von einem Anbieter beliefert, der auch die Mensa an der Staufer-Gemeinschaftsschule sowie die Kita beim Salier-Schulzentrum versorgt. Die Verträge laufen in der Regel zwei Jahre, mit Option auf Vertragsverlängerung um weitere zwei Jahre.

Bei der Vergabe ist das wichtigste Kriterium noch immer der Preis: Er ist im letzten Ausschreibungsverfahren mit 50 Prozent gewichtet worden. Weitere Kriterien sind laut der Stadt etwa: Wiederholungen im Vier-Wochen-Speiseplan, frisch beziehungsweise selbst zubereitete Speisekomponenten sowie Sozialkonzept.

Der Bio-Anteil liegt bei fünf Prozent (zum Vergleich: in Freiburg soll er von derzeit 20 auf 30 Prozent wachsen). Mit einer Markterkundung will die Stadt Waiblingen prüfen, ob er steigen könnte. Das sei „Teil des Ausschreibungsverfahrens, das sich derzeit in der Anfangsphase befindet. Die Ergebnisse sollen den verschiedenen Beteiligten bei einem ‘Runden Tisch’ vorgestellt werden und in die Weiterentwicklung der Ausschreibungen einfließen. Der Terminplan wird derzeit erstellt.“

Was die Qualität des Essens in Kitas und Schulen angeht, erreichen die Stadtverwaltung „nur wenige Beschwerden“, so der Fachbereich Bildung und Erziehung. Sie selbst prüft indirekt: „Die pädagogischen Fachkräfte nehmen regelmäßig an den Mahlzeiten in den Kitas teil und geben Rückmeldung über die Qualität an den Fachbereich weiter. Auch in den Einrichtungen der Ganztagsbetreuung werden Rückmeldungen der Kinder zum Essen kontinuierlich an den Fachbereich gemeldet.“

Kita-Eltern teils unzufrieden, sagt Manuel Mamic vom GEB Waiblingen

Nicht zufrieden mit dem Essen waren zuletzt manche Kita-Eltern, wie der Gesamtelternbeiratsvorsitzende Manuel Mamic unserer Redaktion sagt. Seine Kinder besuchen die „Obsthalde“ in Beinstein. Die Portionen seien teils zu klein, die Speisen verkocht gewesen, so der Vater und Elternvertreter, der dazu auch mit der Stadt im Austausch ist. Mamic zufolge wünschen sich viele Eltern hier einen Anbieter-Wechsel.

Von der Stadt heißt es dazu: Die Verträge mit allen Kita-Caterern laufen bis zum 31. August 2023 - mit Verlängerungsoption. „Ein Wechsel des Anbieters ist deshalb davon abhängig, ob der Vertrag verlängert wird oder neu ausgeschrieben werden muss. Daher steht noch nicht fest, ob es zu einem Wechsel des Caterers kommen wird.“ Beschwerden würden aber „umgehend weiterverfolgt und sind auch Teil der Gespräche zur Vertragsverlängerung“.

Schmeckt es den Kindern oder schmeckt es ihnen nicht? Das Mittagessen in Schulen und Kitas hängt stark davon ab, wer es kocht - meist Catering-Anbieter -, aber auch von kommunalen Vorgaben. Und am Ende schmeckt es vielen, anderen aber nicht - und manche essen nie in der Mensa. Wir haben Eltern, einen Schulleiter und die Stadt Waiblingen befragt. Die Verwaltung erklärt auch, wie sie die Qualität des Essens kontrolliert und welche Rolle der Preis spielt.

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