Waiblingen

Chlorgas-Einsatz im Hallenbad: Das ist passiert

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Wenn es um Chlorgas geht, müssen sich die Einsatzkräfte mit spezieller Ausrüstung schützen. Nicht umsonst wurde und wird das Gas auch als Kriegswaffe missbraucht. Foto: Beytekin © Benjamin Beytekin

Waiblingen.
Den typischen Hallenbad-Geruch kennt jeder: Das aus Hygienegründen ins Wasser gemischte Chlor steigt Badegästen beim Betreten meist sofort in die Nase. Auch wenn manche den Geruch nicht mögen – in dieser Form ist Chlor, ein chemisches Element aus der Gruppe der Halogene, für die Gesundheit unbedenklich. Gefährlich kann es aber werden, wenn Chlor in Gasform austritt und Menschen damit in Berührung kommen. Nicht umsonst wurde Chlorgas im Ersten Weltkrieg als Waffe eingesetzt – unzählige Tote und lebenslang Versehrte waren die Folge.

Kein Wunder also, dass die Feuerwehr am frühen Freitagmorgen mit Schutzanzügen anrückte, nachdem das Waiblinger Hallenbad gegen sechs Uhr eine erhöhte Chlorgaskonzentration gemeldet hatte. Denn auch bei solchen Hallenbad-Vorfällen besteht durchaus Verletzungsgefahr, wie Berichte über Badegäste belegen, die andernorts nach Chlorgas-Austritten mit Atemwegsverletzungen ins Krankenhaus gebracht werden mussten. Die Straße vor dem Hallenbad war wegen des Feuerwehreinsatzes etwa eine Stunde lang gesperrt.

Was genau war los?

Gemessen wurden die erhöhten Gaswerte im Chlorgasraum, in dem das Gas in Flaschen lagert. Die Feuerwehr habe die Lage untersucht, so Rene Schmidt, Leiter Bäderbetriebe bei den Stadtwerken Waiblingen, auf Anfrage unserer Zeitung. Zunächst sei man davon ausgegangen, dass das Chlorgas durch ein undichtes Ventil an einer Flasche entweichen konnte. Außerhalb des Raumes habe man keine erhöhten Werte festgestellt. Im Chlorgasraum selbst ist eine Sprinkleranlage installiert – mit dem Wasser von der Decke kann das Chlor aus der Luft gebunden werden. Es entsteht dadurch wieder chloriertes Wasser, wie es im Schwimmbad üblich ist. Die Lage sei „wieder absolut unter Kontrolle“, so Bäderchef Schmidt am Freitagmittag.

Schon um zehn Uhr sei das Waiblinger Hallenbad wieder für die Gäste geöffnet gewesen. Während sie im Schwimmbecken ihre Bahnen zogen, prüfte laut Schmidt zusätzlich noch eine externe Fachfirma die Technik im Chlorgasraum. Und stellte am frühen Nachmittag fest: Es hatte überhaupt keinen Gasaustritt gegeben. Vielmehr hatte ein Sensor versagt und erhöhte Werte übermittelt. Die Fachfirma gehe davon aus, dass Temperaturschwankungen zu dem Sensorfehler geführt haben, berichtet Schmidt. Der Sensor sei nun an eine andere Stelle gesetzt worden. An den Gasflaschen selbst hätten die Experten nichts feststellen können. Dennoch seien vorsichtshalber alle Dichtungen geprüft und erneuert worden. „Die Technik ist jetzt absolut auf dem neuesten Stand“, so der Leiter der Bäder.

Dennoch: Routine war das Ganze für das Hallenbad nicht. Einen Chlorgas-Austritt hat es in Waiblingen in der Form noch nicht gegeben, so Schmidt. Für den Ernstfall wird aber immer wieder geprobt – im September übten beispielsweise 75 Einsatzkräfte im Bittenfelder Waldfreibad (wir berichteten). Das Szenario: Evakuierung des Bades wegen eines Chlorgas-Austritts. Auch im Hallenbad gab es schon solche Übungen für Feuerwehr und Co. Und das zahlt sich aus, wie Rene Schmidt berichtet: Die erprobte Alarm-Kette habe nun, im vermeintlichen Ernstfall, genauso funktioniert wie vorher einstudiert. Das Hallenbadpersonal hatte sofort, nachdem der Sensor ausgelöst hatte, die Feuerwehr alarmiert – und auch den Chef zuhause angerufen.

Waiblingen.
Den typischen Hallenbad-Geruch kennt jeder: Das aus Hygienegründen ins Wasser gemischte Chlor steigt Badegästen beim Betreten meist sofort in die Nase. Auch wenn manche den Geruch nicht mögen – in dieser Form ist Chlor, ein chemisches Element aus der Gruppe der Halogene, für die Gesundheit unbedenklich. Gefährlich kann es aber werden, wenn Chlor in Gasform austritt und Menschen damit in Berührung kommen. Nicht umsonst wurde Chlorgas im

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