Waiblingen

CMT Touristikmesse: Stand der Remstal Gartenschau

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Das Remstal-Gartenschau-Maskottchen (eine Biene) bei der CMT. © Büttner/ZVW
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CMT
Andrang am Stand der Gartenschau in Halle 6. © Benjamin Büttner

Waiblingen/Stuttgart. Am Stand der Remstal-Gartenschau bei der Touristikmesse CMT geht es lebhaft zu. Das Gemeinschaftsprojekt der 16 Kommunen wirbt mit Live-Kunst, großflächiger Karte und der Remstal-Biene für den „unendlichen Garten“.

Die Tütchen mit Wildblumensamen mit Bezug zur „blühenden Landschaft“ säen buchstäblich Vorfreude auf das 2019 aufblühende Remstal. „Wir müssen laufend nachfüllen“, sagt Claudia Ingelmann, die Pressereferentin der Remstal Gartenschau GmbH. Von vielen Auswärtigen bekomme sie zu hören, „dass es deutschlandweit einzigartig ist, dass so viele Kommunen mitmachen“, sagt sie.

Der CMT-Auftritt spiegelt es: Alle 16 Kommunen haben auf einen eigenen Stand verzichtet und zeigen sich einheitlich unter einem Dach. Die Präsentation vor farbig illustrierter Remstalkarte zeichnet sich durch Geschlossenheit und Großflächigkeit aus. „Wir haben fast drei Wände eines Würfels zur Verfügung“, weist Ingelmann auf die Werbebotschaft des „unendlichen Gartens“ hin, die auch manchen Prospekt ziert.

Neugier bei den Besuchern

Das macht Besucher aus der Region neugierig. Eine Frau aus Weinstadt möchte „einen Überblick bekommen über alle Veranstaltungstermine in meinem Wohnort.“ Einige bleiben mit konkreten Fragen am Messestand hängen. „Der Eintrittspreis interessiert sie, viele haben Fragen zu einzelnen Projekten oder wollen wissen, wie sie von Kommune zu Kommune gelangen“, so Claudia Ingelmann.

Die meisten suchen Anregungen für Ziele vor der Haustüre und möchten die Region kennenlernen, ist ihr Eindruck. „Wir wissen jetzt genauer, wo bei der Gartenschau etwas los ist“, reagieren Renate und Claudia Lange aus Schwäbisch Gmünd auf die Übersichtspläne und Überschriften auf den Prospekten. Den Streckenverlauf prägt sich auch Friedrich Lachenmaier aus Rudersberg schon heute gut ein. „Mich interessiert die Zugverbindung zwischen den Orten“, meint er. Am Stand habe er zudem erfahren, „dass an mehreren Stationen E-Bikes verliehen werden“.

Bienenumarmungen für die Kinder

Besonders beliebt ist der Stand bei kleinen Besuchern. Keine Frage, was sie am liebsten tun: „Die Biene umarmen“, sagt ein Mädchen und winkt dem Gartenschau-Maskottchen zu. David Wagner steckt unter dem Kostüm und verteilt Tütchen mit Brausepulver. Die Biene braucht noch einen Namen. Besucher können eine Karte ausfüllen und an der Namensfindung mitwirken. Ein weiteres begehrtes Fotomotiv ist die entstehende Kugel aus Weidenstücken in den Händen des „Land Art“-Künstlers David Klopp. 200 kleine biegsame Weidenruten für den Korpus und 140 große habe er selbst oberhalb von Schnait geschnitten. „Das Projekt soll einstimmen auf die lebendigen Kunstwerke, die während der Gartenschau an verschiedenen Standorten geplant sind“, informiert er. Die Kugel in seiner Hand hat schon am frühen Nachmittag Basketballgröße erreicht. An einem Holzmast auf dem Stand wird sein Kunstwerk abends aufgehängt und ist während der CMT zu sehen. Er lässt nachmittags nicht raus, was er vorhat. „Es macht Spaß, die Menschen zu überraschen.“

Auch nebenan am Stand der ebenfalls im Jahr 2019 anberaumten Heimattage stecken Besucher Flyer ein, decken sich mit Material fürs ganze Jahr ein. Die erst am Donnerstag fertig gewordenen druckfrischen Prospekte stellen die Angebote zu den fünf Themenschwerpunkten Kunst und Kultur, Wirtschaft, Ehrenamt, Sport und Inklusion sowie Geschichte vor, erklärt Tanja Trefz, Geschäftsstellenleiterin der Heimattage. „Die Besucher interessieren die Highlight-Wochenenden und viele fragen, was es mit dem Mops auf sich hat“, zeigt sie auf das Maskottchen. Lotse am Stand ist auch das Winnender Mädle, Leonie König, die gerade einem Paar aus München die Vorzüge „ihrer“ Stadt schildert.

Die "Route 51"

Imagebroschüre, begehbares Wimmelbuch, idyllische Straße als E-Mobilstrecke, der Bus „Ferienflitzer“, Themenwanderwege, Pauschalradreise auf dem Stromberg-Murrtal-Radweg, die E-Bike-Tour „Wald-Wein-Weitblick“ – die Neuerungen sollen laut Fremdenverkehrsgemeinschaft den schwäbischen Wald noch stärker in den Fokus rücken.

Amerika hat die „Route 66“. Der schwäbische Wald ist mit der „Route 51“ auf Zukunftskurs, warb Landrat Dr. Richard Sigel. Statt Feinstaub atmen Radfahrer und Wanderer „Champagnerluft“, statt Sandstrand gebe es hier Stubensandstein, rückte Thomas Bernlöhr, der Vorsitzende der Fremdengemeinschaft Schwäbischer Wald, die Landschaft in den Fokus. Beide priesen die landschaftlichen Vorzüge des Naturparks, der mit einigen Neuerungen in die Ausflugssaison startet.

Sigel: "Das grüne Wohnzimmer"

Für Landrat Sigel ist der Naturpark das „grüne Wohnzimmer“ der Landeshauptstadt. Als „Lustmacher“ auf diese „Mischung aus Wald und Wasser“ präsentiert sich die neue Imagebroschüre. Sie wurde mit Urgesteinen aus dem schwäbischen Wald geschmückt: Waldfee, Naturparkführer und der Schaffner Schnauffer stellen die Vorzüge der Gegend dar.

Die Kommunen können die Broschüre individualisieren. Auf vier vorgeschalteten Doppelseiten lassen sich eigene Versionen gestalten, dahinter im allgemeinen Teil sind die charakteristischen Facetten der Landschaft „mit stimmungsvollen Bildern und emotionalen Texten“ zusammengefasst.

„E-mobile Ferienstraße“

Die 51 Jahre alte „Idyllische Straße“ soll zu einer „E-mobilen Ferienstraße“ werden, verkündete der Landrat. Der bisherige Kartenschuber mit gefragten Wandertouren wurde um sechs Touren ergänzt, neu ist auch die Faltkarte für Rad- und Autoroute. In ihr sollen auch E-Ladesäulen für Autos und E-Bikes verzeichnet sein. Der Routenverlauf wurde in südliche Richtung nach Welzheim, Berglen und Althütte erweitert, im Norden führt sie bis Großerlach, im Osten kamen Abtsgmünd am Kocher und Obergröningen hinzu. Die Erweiterung der Routen wird unter dem Motto „Route 51“ am 17. Juni in Murrhardt eingeweiht.

Nicht immer möchten Kinder stundenlang durch den schwäbischen Wald traben. Um ihn kindgerecht „erlebbar“ zu machen, wird das „wahrscheinlich erste begehbare Wimmelbuch Deutschlands“ aufgestellt. Auf Basis des im Silberburg Verlag erschienenen Wimmelbuchs sollen die Bilder von Christl Schlag auf großformatigen Leinwänden an „landschaftlich reizvollen Orten“ aufgestellt werden und Sehenswürdigkeiten wie etwa den Ebnisee oder das Wasserschloss Oppenweiler zeigen.

Radfahren und wandern im Schwäbischen Wald

Der Schwäbische Wald stellt auch 2018 seine zwei Schwerpunkte, Fahrrad und Wandern, in den Mittelpunkt. Als Attraktion wird zudem die Schwäbische Waldbahn wahrgenommen, an deren Schienenstrecke auf dem Bahnerlebnispfad gewandert werden kann. Um den seit 2014 bestehenden Weg aufzuwerten wurde er zum Servicewanderweg ernannt.

Vier große überörtliche Themenwanderwege gibt es bereits, der Bahnerlebnispfad ist der fünfte im Bunde. Hierfür habe man ein „attraktives Paket“ geschnürt, das die Gastronomie hervorhebt, gab Barbara Schunter bekannt. Der Weg sei ausgeschildert gemäß dem neuen Wanderleitsystem des Naturparks Schwäbisch-Fränkischer Wald, es gibt Flyer, GPS-Dateien, Audio-Dateien und eine Smartphone-App von Wanderwalter dazu. Wanderer wissen rasch, welche Besonderheiten am Weg liegen und wie weit es bis zur nächsten Einkehrstation ist.

ÖPNV-Anbindung - Buslinien und Waldbahn

Alle Themenwege sind mit den Freizeitbussen erreichbar, die zusammen mit den Fahrrad-2Go-Bussen im Rems-Murr-Kreis erfunden worden seien, darauf wies VVS-Geschäftsführer Horst Stammler hin. Die VVS hat anlässlich ihres 40-jährigen Bestehens Lieblingsziele ihrer Fahrgäste zu einem Printwerk zusammengefasst. Zugleich wurden Angebot und Taktung der Buslinien ausgeweitet, um Ausflüglern die Anreise zum Startpunkt mit öffentlichen Nahverkehr so angenehm wie möglich zu machen.

Der 2017 erstmals gefahrene „Ferienflitzer“ wird auch im August 2018 an Ferientagen montags bis freitags als Linie 251 die Orte Rudersberg, Althütte, Kaisersbach, Alfdorf und Welzheim verbinden und von dort als 250 bis Lorch-Waldhausen kursieren. Zudem wurde mit der Linie 268 am Wochenende eine Verbindung von Lorch in den schwäbischen Wald geschaffen. Auch die Linie 263 von Schorndorf über Welzheim nach Kiasersbach macht attraktivere Angebote. Die Linie 375 zwischen Murrhardt und Kirchenkirnberg wurde um ein Samstagangebot ergänzt. Verbesserungen erfuhren auch der Nahverkehr auf den Linien 245 und 244: Hier werden ganzjährig Fahrrad-2Go-Busse mit Radanhänger eingesetzt. Mehr Busse fahren zwischen Murrhardt, Grab und Mainhardt (Linie 372) sowie zwischen Murrhardt, Kaisersbach und Welzheim (Linie 375).

Drei Fahrten täglich in den Ferien

„Neben den Veränderungen der Buslinien hat sich auf der Schiene der Schwäbischen Waldbahn etwas getan, die nach acht Jahren in Betrieb „auf stabiler Spur“ fahre, wie Thomas Bernlöhr, Bürgermeister von Welzheim, sagte. Drei oder zwei Fahrten? Wie den Samstag einbinden? Über diesen Fragen habe man „gebrütet“, so Bernlöhr. Ergebnis ist ein Ferienfahrplan mit drei Fahrten sonntags. Außerhalb der Schulferien fahren nur zwei Züge an Sonn- und Feiertagen. Darüber hinaus fährt der Dampfzug an bestimmten Samstagen. Somit komme man auf 23 Tage, an denen der Dampfzug fährt, dies seien vier Dampffahrten mehr gegenüber 2017 und „so viele wie noch nie zuvor“.

Möglich machen laut Bernlöhr das zusätzliche Dampfangebot die eingesparten Kilometer durch die Umstellung von drei auf zwei Tage. Drei dieser Dampftage werden an Samstagen angeboten, um ein zusätzliches Angebot zu bieten. „Die Zahl der gefahrenen Dampf-Kilometer bleibt gleich, sie wird nur anders verteilt“, so Bernlöhr. Der Dampfzug sei „das wichtigere Kriterium für Fahrgäste als die mehrmalige Fahrt im Dieselzug“, ergänzt Bert Hellwig vom DBK historische Bahn auf telefonische Nachfrage. Der neue Fahrplan der Waldbahn erschien pünktlich zur CMT.

Radfahren - „Genusstouren“ und Pauschalangebot

Das radtouristische Angebot im Rems-Murr-Kreis ist um einige Genusstouren reicher. Angefangen mit der Broschüre „Rad aktiv. Aufsitzen und Losradeln“, die ihr Format geändert hat. Sportbegeisterte, Naturfans und Kulturfans haben künftig die Tourentipps auf einer Karte im Blick. Weiter geht es auf Genussradwegen mit geführten E-Bike-Touren „Wald-Wein-Weitblick“. Neu im Angebot ist eine dreitägige Pauschalradreise auf dem 152 Kilometer langen Stromberg-Murrtal-Radweg. Der zweite Radweg durch das Remstal soll bis 2019 klassifiziert werden, so Landrat Sigel.

Messetage

Programm am Stand der „Remstal Gartenschau“ auf der CMT (Halle 6, Stand 6E50) für die kommenden Tage

Montag, 15. Januar: Karikaturist Steve Theurer zeichnet die Messebesucher.

Dienstag, 16. Januar: „Rosenkohl-Varianten mit Apfelsaft- und Mostverkostung.“

Mittwoch, 17. Januar: „Blühende Gärten und tolle Angebote von Weleda.“

Donnerstag, 18. Januar: Kunstschule Unteres Remstal, Graffiti-Sprayer Frederik Merkt.

Freitag, 19. Januar: Honigverkostung, Kräutertee und Gewinnspiel.

Samstag, 20. Januar: Segway-Parcour und Geschicklichkeitsspiele.

Sonntag, 21. Januar: Landfrauen verteilen Leckereien, Produktverkostung von „Feines hinter Glas“ und regionalem Apfelsaft.

Die Reisemesse CMT auf dem Messegelände am Flughhafen läuft täglich noch bis einschließlich Sonntag, 21. Januar, 10 bis 18 Uhr. Tageskarten kosten 15 Euro und online 13 Euro.