Waiblingen

Corona beeinflusst die Musikbranche: Der Waiblinger Rapper Blades über seine neue Single, die er in Kamerun aufgenommen hat

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Eigentlich ist er Kaufmann für Büromanagement: Maxim Nyamsi. © Joachim Mogck

Am Donnerstag hat der Waiblinger Rapper Blades seine neue Single veröffentlicht. „As tu vu la note“ ist eine Liebesgeschichte. „Aber eine Gangsta-Liebesgeschichte“, präzisiert der Künstler. Es ist für ihn persönlich nicht nur sein bisher bester Song, sondern auch der, auf dessen Präsentation er am längsten warten musste. Ursprünglich wollte er bereits Anfang Mai ins Studio, wegen der Corona-Pandemie war das erst Ende Juli möglich.

„Das liegt auch daran, dass ich auf Französisch rappe und deshalb für die Aufnahmen einen Produzenten in Kamerun habe“, sagt der Waiblinger, der in dem afrikanischen Land aufgewachsen ist und dort viele Verwandte hat. Die weite Reise war erst im Juli möglich und auch dann nicht wie sonst: „Ich musste hier wie dort einen Corona-Test machen und habe mich in Kamerun fast nur im Studio aufgehalten.“ Die Bevölkerung in Kamerun sei verständlicherweise sehr ängstlich: „Das Gesundheitssystem ist nicht mit unserem hier in Deutschland zu vergleichen“, erklärt der Rapper. Hinzu komme, dass sich der Großteil der Bevölkerung auch eine mild verlaufende Erkrankung nicht leisten könne: Viele Kameruner arbeiteten als eine Art Tagelöhner und hätten sofort Gehaltsverluste, wenn sie wegen Krankheit ausfallen.


Zehn Songs für jeden Geschmack

Blades hatte aber auch viel zu tun im Studio. Denn er hat nicht nur eine Single, sondern zehn aufgenommen. Zusammen bilden die zehn Songs ein sogenanntes Mixtape und werden einzeln nacheinander veröffentlicht. Im Unterschied zu einem Album brauche es bei einem Mixtape keinen roten Faden, erklärt Blades: „Du gehst einfach ins Studio und rappst los.“ Anhand der Streamingzahlen könne man dann sehen, was dem Publikum am besten gefalle und nur die besten Songs werden es eines Tages auf ein Album schaffen. Völlig unvorbereitet ist Blades aber natürlich nicht ins Studio nach Kamerun geflogen, im Gegenteil: Im Vorfeld hat er die Texte seiner Songs geschrieben und die passenden Beats ausgewählt.


Ein halbes Jahr hat der Waiblinger Rapper an dem Mixtape gearbeitet, entstanden sind zehn ganz unterschiedliche Songs: Blades kombiniert seine französischen Texte mit deutschen und englischen Passagen, rappt, singt und lässt unterschiedliche Musikeinflüsse einfließen wie zum Beispiel spanische Klänge. „Es ist für jeden Geschmack und jedes Alter etwas dabei“, sagt der Rapper.

Er weiß, dass es nicht selbstverständlich ist, dass er sein Mixtape in diesem Jahr überhaupt herausbringen kann: „Viele Kollegen müssen wegen Corona ihre Musik teilweise ganz auf Eis legen. Ich habe das Glück, einen Sponsor zu haben, so dass der finanzielle Aspekt nicht ausschlaggebend ist“, berichtet er.

Alle Leben zählen

Andreas Beham unterstützt den Künstler finanziell und auch mental: „Am Anfang der Corona-Krise war ich sehr frustriert, dass nichts wie geplant stattfinden konnte, mein Sponsor und mein Manager haben mich aufgebaut.“ Nun hofft der Musiker, dass sich alle an die Corona-Maßnahmen halten, so dass die Infektionszahlen sinken und hoffentlich im kommenden Jahr seine Auftritte wieder wie geplant stattfinden können.

Mit steigender Bekanntheit verändert sich Blades’ Leben: „Seit man mich ein bisschen kennt, traut sich niemand mehr, mir gegenüber rassistische Bemerkungen zu machen“, sagt der Musiker. Zuvor sei es schon manchmal vorgekommen, dass er als "Nigger" bezeichnet worden sei, das Gefühl hatte, nicht willkommen zu sein oder er auf der Straße auf Englisch angesprochen wurde, obwohl er perfekt Deutsch spricht. „Solange es Menschen gibt, wird es Rassismus geben, man muss lernen, damit zu leben“, sagt Blades. Nichtsdestotrotz müsse man natürlich dagegen kämpfen, vor allem Bewohner von Asylunterkünften würden zum Beispiel angefeindet, erlebt er. Die "Black Lives Matter"-Bewegung sei ein guter Schritt, noch besser fände er allerdings den Slogan "All Lives Matter".

Am Donnerstag hat der Waiblinger Rapper Blades seine neue Single veröffentlicht. „As tu vu la note“ ist eine Liebesgeschichte. „Aber eine Gangsta-Liebesgeschichte“, präzisiert der Künstler. Es ist für ihn persönlich nicht nur sein bisher bester Song, sondern auch der, auf dessen Präsentation er am längsten warten musste. Ursprünglich wollte er bereits Anfang Mai ins Studio, wegen der Corona-Pandemie war das erst Ende Juli möglich.

„Das liegt auch daran, dass ich auf Französisch rappe

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