Waiblingen

Corona: Nunmehr vier Tote im Alexanderstift Hegnach - und 27 Infizierte in den Remstal-Werkstätten Waiblingen

Alexanderstift
Im Pflegeheim in Hegnach sind vier Bewohner mit Corona verstorben. © Benjamin Büttner

Die Einrichtungen der Diakonie Stetten haben weiter mit der Corona-Pandemie zu kämpfen. Im Gemeindepflegehaus des Alexander-Stifts in Hegnach hat sich die Zahl der Bewohner, die mit positivem Corona-Test verstorben sind, auf vier erhöht. Am Mittwochabend meldete die Diakonie zudem, dass in den Remstal-Werkstätten in Waiblingen mehrere Mitarbeiter mit Behinderung und Betreuer positiv auf das Virus getestet wurden.

Nach ersten positiven Testergebnissen am Standort Oppenländerstraße in Waiblingen haben Schnelltests ergeben, dass dort aktuell insgesamt 21 Mitarbeiter mit Behinderung und sechs Betreuer mit dem Coronavirus infiziert sind. Durch die am Mittwoch kurzfristig in eigener Regie und mit eigenen Ressourcen durchgeführte Reihentestung mit 180 Schnelltests konnte laut Mitteilung der Diakonie ein erster Überblick über das Infektionsgeschehen hergestellt werden. Die Ergebnisse sollen nun zusätzlich durch die zuverlässigeren PCR-Labortests verifiziert werden.

Bisher keine schweren Verläufe

Die infizierten Mitarbeiter und die Kontaktpersonen befinden sich in häuslicher Isolation oder Quarantäne. Aufgrund des diffusen Infektionsgeschehens in mehreren Arbeitsgruppen sind alle Werkstatträume in der Oppenländerstraße und in der Bahnhofstraße in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt ab dem morgigen Donnerstag vorläufig geschlossen. Die Tagesbetreuung für die Mitarbeiter mit Behinderung, die in verschiedenen Wohnangeboten der Diakonie Stetten leben, findet bis auf Weiteres in den Wohngruppen statt. In den betroffenen Wohngruppen gelten vorsorglich ab sofort verschärfte Schutzmaßnahmen. Schwere Verläufe von Covid-19 wurden in diesem Cluster bislang nicht beobachtet.

Im Hegnacher Alexanderstift sind nach dem ersten Todesfall eines Bewohners am vorvergangenen Wochenende inzwischen drei weitere Bewohnerinnen verstorben. Alle vier waren mit dem Coronavirus infiziert. Inwiefern das Virus die Ursache war, konnte laut der Diakonie nicht abschließend geklärt werden. Die Verstorbenen waren zwischen 81 und 91 Jahren alt, zwei von ihnen wurden bereits vor dem Infektionsgeschehen palliativ versorgt. Der Tod eines weiteren Bewohners steht nach Angaben der Diakonie nicht in Zusammenhang mit dem Virus.

Besuche mit Einschränkungen möglich

Für 17 Bewohner, die in einem vom Gesundheitsamt veranlassten Reihentest positiv getestet worden waren, konnte die Quarantäne-Situation inzwischen wieder aufgehoben werden. Die positiv getesteten Pflegekräfte konnten bis auf zwei inzwischen wieder aus der häuslichen Quarantäne. Nachdem Nachtests negativ ausgefallen und alle Bewohner seit Sonntag symptomfrei sind, dürfen in eingeschränktem Umfang wieder Besuche stattfinden. Dafür müssen sich die Besucher einem Schnelltest unterziehen, der natürlich negativ ausfallen sollte. Bei allen anderen Bewohnern in sind die Schnelltests negativ ausgefallen.

Die Geschäftsführerin des Alexander-Stifts, Gaby Schröder, äußert sich zur Situation in Hegnach: „Der Tod von vier Bewohnern, die mit dem Coronavirus verstorben sind, macht uns sehr betroffen. Zusammen mit den Angehörigen, den Mitbewohnern und den Mitarbeitern trauern wir um die Verstorbenen. Gleichzeitig sind wir erleichtert, dass bei den weiteren Bewohnern in Hegnach inzwischen negative Schnelltestergebnisse vorliegen. Den Mitarbeitern vor Ort bin ich sehr dankbar und habe den größten Respekt, dass sie sich in dieser schwierigen Situation so aufopferungsvoll um die Bewohner gekümmert haben und weiter für sie da sind.“

Der Vorstandsvorsitzende Pfarrer Rainer Hinzen äußert sich zur aktuellen Gesamtsituation: „Gute und schlechte Nachrichten sorgen bei uns für ein Wechselbad der Gefühle. Nach wie vor ist die Situation sehr angespannt und dynamisch. Wir bereiten uns darauf vor, dass diese Situation in den kommenden Wochen anhalten wird. Lichtblicke sind für uns die Schnelltests und die Aussicht auf einen baldigen Start der Impfungen bei unseren vulnerablen Personengruppen, sowohl in der Altenhilfe als auch in der Behindertenhilfe.“