Waiblingen

Darum senken Bäder in Waiblingen und Fellbach die Wassertemperatur

Hallenbad
In den Hallenbädern Waiblingen und F3 in Fellbach wurde die Wassertemperatur gesenkt, um Energie einzusparen. © ALEXANDRA PALMIZI

Das Hallenbad Waiblingen und auch das Freizeitbad F3 in Fellbach haben die Temperaturen in den Schwimmbecken gesenkt. Der Grund dafür ist „die Frühwarnstufe bezüglich der Erdgasversorgung Deutschlands, welche die Bundesregierung Ende März ausgerufen hat“, erklärt Abteilungsleiter Bäderbetrieb bei den Stadtwerken Waiblingen Lars Thies. Damit verbunden sei die dringliche Forderung, Erdgas und somit Energie soweit möglich einzusparen.

Für Besucher des Waiblinger Hallenbads bedeutet das, dass sie im Sportbecken eine Temperatur von 26 Grad vorfinden anstatt 28 Grad, im Nichtschwimmerbecken sind es 30 anstatt 32 Grad. Das Außenschwimmbecken bleibt aktuell geschlossen. Grund dafür sei der hohe Energieaufwand, der betrieben werden müsse, um solch ein Außenbecken zu beheizen, so Thies und verweist auf eine Anweisung der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen, laut welcher der Energiebedarf hundertmal mehr sei als der, den man zur Beheizung eines gut gedämmten vergleichbaren Wohngebäudes benötige.

Als Auslöser nennt die Gesellschaft den Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine. „Es muss davon ausgegangen werden, dass entweder Energie für Bäder fast überhaupt nicht zur Verfügung steht oder im Verlauf dieses Jahres massiv eingespart werden muss“, schreibt die Deutsche Gesellschaft für Badewesen.

Temperatur in Schul- und Vereinsschwimmbädern gesenkt

Auf die aktuelle Temperatur in den Becken werde laut Thies per Anzeige im Eingangsbereich des Schwimmbads aufmerksam gemacht. Auf die Temperatursenkung habe man bislang die Badegäste nicht ausdrücklich hingewiesen, „was ich auch nicht für notwendig halte“, so Thies. Lediglich über die Schließung des Außenbeckens sei informiert worden. Übrigens seien auch die Temperaturen in den Schul- und Vereinsschwimmbädern in den Waiblinger Stadtteilen gesenkt worden.

„Wir wollen eine Bäderschließung vermeiden“, betont Lars Thies. Es könne laut Deutsche Gesellschaft für das Badewesen passieren, dass es aufgrund des hohen Energieverbrauchs zu einem Lockdown für Schwimmbäder komme, wenn diese nicht als kritische Infrastruktur gesehen werden. Das wiederum wäre nach der langen Corona-Pause vor allem für Teilnehmer des Schwimmunterrichts fatal.

Auswirkungen auf das Kursangebot im Hallenbad habe die Temperatursenkung aktuell keine. „Die meisten Badegäste kommen klar“, sagt Lars Thies.

Eine aufgebrachte Bürgerin aus Bittenfeld, die sich an die Lokalredaktion Waiblingen gewandt hat, zeigt sich schockiert über die Änderungen. „Es hätte sich gehört, dass die Badegäste informiert werden“, sagt sie. Sie habe nach einigen gekraulten Bahnen die Sporteinheit abgebrochen. „Ich habe richtig gefroren“, sagt sie im Gespräch mit der Redaktion. „Bei allem Verständnis für Energieeinsparungen, ich hätte mir mehr Transparenz gewünscht!“

Die notwendigen Energieeinsparungen werden auch Konsequenzen auf den Betrieb der Freibäder haben, betont Thies. Erwärmt wird das Badewasser in Waiblingen und Bittenfeld wie berichtet über Absorbermatten auf den Dächern der Freibäder, die von der Sonne aufgeheizt werden. Das bedeutet natürlich, dass die Wassertemperatur die ganze Saison über variiert. Attraktionen wie der Strömungskanal oder die Rutsche sind grundsätzlich in Betrieb. Wenn aber wegen des zu kühlen Wetters nur sehr wenige Gäste da sind, werden diese Attraktionen aus Energiespargründen abgeschaltet.

Auch das Freizeitbad F3 in Fellbach senkt Temperaturen

Ähnlich wie die Stadtwerke bei den Bädern in Waiblingen hat auch das Freizeitbad F3 in Fellbach die Temperaturen in seinen Becken gesenkt. Im Sportbecken und den Wasserrutschen herrschen aktuell 26 anstatt 28 Grad, im Erlebnis- und Lehrschwimmbecken 30 anstatt 32 Grad, im Solebecken 30 anstatt wie früher 33 Grad und im Kleinkindbecken 33 anstatt 34 Grad.

Badegäste des F3 würden über Aushänge informiert, auf denen die Beweggründe zur Temperatursenkung erklärt werden. „Mit Hinblick auf die sich zuspitzende Versorgungssituation sind wir alle aufgerufen, den eigenen Verbrauch zu reduzieren. Das gilt sowohl für jeden Privathaushalt, aber noch deutlich stärker für energieintensive gewerbliche Verbraucher wie das F3“, heißt es dort. Mit der Reduzierung der Wassertemperatur könne 25 Prozent Energie eingespart werden.

Was die Badegäste betreffe, „treffen wir überwiegend auf verständige Zustimmung. Es gibt aber auch Stimmen, die den damit verbundenen Komfortverlust bedauern. Nur sehr vereinzelt erfahren wir unverständige Verärgerung“, teilt Geschäftsführer Kai Steuernagel mit.

Saisoneröffnung des F3-Freibads auf 19. Mai verschoben

Die Eröffnung des F3-Freibads sei aus den genannten Gründen der Energieeinsparungen vorerst auf den 19. Mai verschoben worden. „Die derzeitigen Außentemperaturen sind einfach noch nicht ausreichend“, so Steuernagel. Es wären sehr große Mengen an Heizungsenergie erforderlich, um die Beckentemperatur erreichen und halten zu können, fügt er hinzu. Badegäste erwartet in Fellbach eine Wassertemperatur laut Internetseite des F3 von 22 Grad. „Bei derartiger Witterung nutzen nur wenige Unerschrockene das Freibad“, sagt Kai Steuernagel.

Das Hallenbad Waiblingen und auch das Freizeitbad F3 in Fellbach haben die Temperaturen in den Schwimmbecken gesenkt. Der Grund dafür ist „die Frühwarnstufe bezüglich der Erdgasversorgung Deutschlands, welche die Bundesregierung Ende März ausgerufen hat“, erklärt Abteilungsleiter Bäderbetrieb bei den Stadtwerken Waiblingen Lars Thies. Damit verbunden sei die dringliche Forderung, Erdgas und somit Energie soweit möglich einzusparen.

{element}

Für Besucher des Waiblinger Hallenbads

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 5,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper