Waiblingen

Das Defi-Netzwerk hilft Leben retten

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Ein Defi in der Mustergemeinde Berglen. © Feuerstein / ZVW

Waiblingen. Mit Beginn des neuen Jahres hat das AED-Netzwerk Rems-Murr den Echtbetrieb gestartet. AED steht für „Automatisierter externer Defibrillator“ – kurz: Defi. Die Standorte Hunderter Defis wurde erfasst. Die Integrierte Leitstelle kann nun Helfer im Notfall zum nächst gelegenen Defi-Standort lotsen.

Das DRK Rems-Murr und die Partner des Projekts „Gemeinsam gegen den Herzinfarkt“ haben in den vergangenen Monaten mithilfe der Bürgerinnen und Bürger die Standorte von Defis im Landkreis zusammengetragen, heißt es in einer Pressemitteilung des Landratsamtes. Ehrenamtliche Mitarbeiter des DRK haben die Geräte dann in eine Datenbank aufgenommen. Diese Daten stehen nun in einer Karte zusammengefasst der Integrierten Leitstelle zur Verfügung. Geht in der Leitstelle zukünftig der Notruf „Herz-Kreislauf-Stillstand oder Reanimation“ ein, kann ein Ersthelfer zu einem Defi geschickt werden, diesen holen und unter telefonischer Anleitung der Leitstellenmitarbeiter einsetzen. Oder ein Betreiber eines Defis, zum Beispiel ein Apotheker, ein Hausarzt, ein Ersthelfer in einer Firma oder ein Ersthelfer des DRK, könne direkt von der Leitstelle zum Notfallort geschickt werden.

„Der Start des Defi-Netzwerks ist ein weiterer wichtiger Baustein für eine optimale Gesundheitsvorsorge bei uns im Kreis und mir eine persönliche Herzensangelegenheit“, so Landrat Dr. Richard Sigel. „Ich freue mich besonders, dass so viele Ehrenamtliche an dem Projekt mitarbeiten und ihre kostbare Zeit opfern, um den Rems-Murr-Kreis noch lebenswerter zu machen.“

„Das neue AED-Netzwerk ist ein weiterer Meilenstein beim Kampf gegen den Herzinfarkt“, findet Landtagsvizepräsident Wilfried Klenk, zusammen mit Landrat Richard Sigel Schirmherr der Rems-Murr-Initiative „Gemeinsam gegen den Herzinfarkt“. „Die Datenbank mit Standorten von Defibrillatoren im Rems-Murr-Kreis hilft Leben retten. Mein Dank gilt nicht nur den Initiatoren und Unterstützern des Projekts, sondern auch den Unternehmen, Verwaltungen und Einrichtungen, welche in die Beschaffung und Installation von AED-Geräten investiert haben.“

Die Angst vor dem Defi abbauen

Der gemeinnützige Verein „Gemeinsam gegen den Herzinfarkt“ wurde von Kardiologen des Landkreises zur Förderung der öffentlichen Gesundheitspflege gegründet. Insbesondere möchte der Verein eigenen Angaben zufolge durch Aufklärung der Bevölkerung die Versorgung der Menschen mit Herz-Kreislauferkrankungen verbessern. Zusätzlich zum Aufbau des AED-Netzwerks organisiert der Verein Aufklärungsveranstaltungen zum Thema Herzinfarkt. Bei diesen Veranstaltungen liefern Kardiologen alle wichtigen Informationen: die Symptome bei einem Herzinfarkt, die Risikofaktoren, präventive Maßnahmen und wie man einen Herz-Kreislaufstillstandes erkennt. Anschließend erklären Mitarbeiter des DRK die Verwendung von Defis und üben sie gemeinsam mit den Teilnehmern, um die Angst vor einem Einsatz der Geräte abzubauen.

Die Projektpartner erhoffen sich von dem neuen Netzwerk einen häufigeren Einsatz der Defis als bisher: Im Jahr 2016 wurde bei insgesamt 479 Notarzteinsätzen zu Herz-Kreislaufstillständen nur in acht Fällen ein Defi vor Eintreffen des Rettungsdienstes verwendet, in nur fünf Fällen durch einen Ersthelfer. Dabei gilt: Nur Nicht-Handeln ist falsches Handeln. Wer handelt, rettet Leben. Das Projekt im Rems-Murr-Kreis ist in dieser Form einmalig. Mehr Informationen unter www.kardioverein.de.

Info

Noch sind nicht alle Defis zwischen Rems und Murr bekannt und erfasst. Die Bevölkerung ist aufgerufen, Standorte von Defibrillatoren zu melden. Defis können auf der Website des Vereins den Standort eintragen: www.kardioverein.de/defimeldung.html.