Waiblingen

Das Königreich der Kaffeemaschinen

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Wiebke Behning stellt die Kaffeekultur alter Zeiten anschaulich dar. © Eva Hopfgarten (Online-Praktikant)
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Schon die fünfte Ausstellung in Weinstadt: Wiebke Behning liebt es, ihre Sammlungen der Öffentlichkeit zu präsentieren. Stadtarchivar Bernd Breyvogel freut sich derweil über die bislang gute Resonanz – was sich auch an zahlreichen Einträgen ins Gästebuch des Württemberg-Hauses zeigt. © Schneider / ZVW
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Bei den jungen Besuchern der Renner: Kaffeegeschirr in Puppengröße. © Schneider / ZVW
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Gratis-Getränk: Für Besucher gibt es Kaffee. © Palmizi / ZVW
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Ein Säckchen voller Kaffeebohnen. © Palmizi / ZVW
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Maschinen aus den 1950er Jahren. © Palmizi / ZVW
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Flohmärkte sind fürs Ehepaar Behning eine wichtige Fundgrube. © Schneider / ZVW
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Die Kaffeemaschinen-Ausstellung im Beutelsbacher Württemberg-Haus. © Eva Hopfgarten (Online-Praktikant)
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Die Kaffeemaschinen-Ausstellung im Beutelsbacher Württemberg-Haus. © Eva Hopfgarten (Online-Praktikant)
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Die Kaffeemaschinen-Ausstellung im Beutelsbacher Württemberg-Haus. © Eva Hopfgarten (Online-Praktikant)
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Die Kaffeemaschinen-Ausstellung im Beutelsbacher Württemberg-Haus. © Eva Hopfgarten (Online-Praktikant)
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Die Kaffeemaschinen-Ausstellung im Beutelsbacher Württemberg-Haus. © Eva Hopfgarten (Online-Praktikant)
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Die Kaffeemaschinen-Ausstellung im Beutelsbacher Württemberg-Haus. © Eva Hopfgarten (Online-Praktikant)
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Die Kaffeemaschinen-Ausstellung im Beutelsbacher Württemberg-Haus. © Eva Hopfgarten (Online-Praktikant)
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Die Kaffeemaschinen-Ausstellung im Beutelsbacher Württemberg-Haus. © Eva Hopfgarten (Online-Praktikant)
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Die Kaffeemaschinen-Ausstellung im Beutelsbacher Württemberg-Haus. © Eva Hopfgarten (Online-Praktikant)

Weinstadt-Beutelsbach. Kaffeemaschine ist nicht gleich Kaffeemaschine. Dem Württemberg-Haus haben die Weinstädter Wiebke und Hinrich Behning rund 100 ganz verschiedene Exemplare ausgeliehen, die alle zwischen 1880 und 1950 hergestellt wurden. Eine Reise in die Welt bürgerlicher Behaglichkeit und kurioser Kaffeespezialitäten aus Katzenkot.

Wiebke Behning trinkt zwar nicht oft Kaffee – aber die Sorte „Kopi Luwak“ musste sie natürlich probieren. Sie stammt aus Indonesien, ist unheimlich teuer – und wird aus den Exkrementen von Fleckenmusangs hergestellt, die zuvor mit Kaffeebohnen gefüttert wurden. Katzenkaffee wird die Spezialität genannt. Der Clou: Im Darm der Tiere verändert sich der Geschmack. „Bitterstoffe gehen da raus“, weiß Wiebke Behning. Und nach dem Rösten enthält das Getränk weniger Säure. Eine Idee, die schon Nachahmer gefunden hat. „Mittlerweile füttern sie schon Elefanten mit Kaffee“, sagt die Weinstädterin und lächelt. Ihre Kaffeemaschinen-Ausstellung im Beutelsbacher Württemberg-Haus ist eben ein bunter Mix, der auch Kuriositäten nicht ausspart. Seit rund 15 Jahren schon sammelt Wiebke Behning mit ihrem Mann die Geräte, durchstöbert Flohmärkte und recherchiert im Internet. Und sie stellt die Stücke der Stadt Weinstadt nicht einfach nur bereit, sondern konzipiert auch gleich die ganze Ausstellung. „Wir sammeln, weil es mir gefällt – und weil mein Mann sich für die Technik interessiert.“

Schon Porzellan, Engel, Kalender und Christbaumständer gezeigt

Die Kaffeemaschinen-Schau ist nicht die erste Ausstellung im Württemberg-Haus. Bevor das alte Rathaus von Beutelsbach restauriert wurde, hieß es noch Bauernkriegsmuseum – doch bereits damals gab es wechselnde Sonderausstellungen. Behnings zeigten hier jeweils zur Adventszeit schon ihre Adventskalender, ihre Christbaumständer, ihr Porzellan und ihre Engel. Sammeln ist die große Leidenschaft des Paars. Den Zeitpunkt, von dem an sich das Hobby entwickelt hat, kann Wiebke Behning noch genau benennen. „Als die Kinder aus dem Haus waren, hatten wir mehr Platz zum Sammeln“, sagt sie und lächelt. Seither durchstreifen sie und ihr Mann jeden Flohmarkt, den es so gibt, egal ob er nun groß oder klein ist. „Wobei man jetzt kaum noch was findet: Ebay macht da schon Konkurrenz.“ Im Gegensatz zu jenen, die im Internet ihre Ware anbieten, kennen die Behnings die meisten Händler, die auf Flohmärkten ihre Sammlerstücke anbieten – was nicht immer von Vorteil ist. Denn wenn der Händler die Behnings erkennt, dann klettert oft der Preis nach oben. Nach dem Motto: Wenn die sich für was interessieren, dann wollen sie es unbedingt, also kann ich auch mehr verlangen. „Wenn man sich dann irgendwas raussucht, heißt es: Das ist das teuerste Stück.“

In ihrer Kaffeemaschinen-Schau zeigen die Behnings rund 100 verschiedene Ausstellungsstücke, die sie in den vergangenen 15 Jahren erstanden haben. Das älteste ist eine Kippdampfdruckkanne, die sich schon automatisch abschaltet, wenn der Kaffee fertig ist. „Die hat einen Spiritusbrenner, der das Wasser erhitzt“, erklärt der Weinstädter Stadtarchivar Dr. Bernd Breyvogel, der sich freut, dass das Ehepaar Behning schon wieder eine Sonderausstellung gestemmt hat. Er hofft, dass es nicht die letzte war – auch aufgrund der positiven Publikumsreaktionen. „Das sind immer Selbstläufer.“

Alte Werbung für „Knechts Blitzmokka“

Alte Gebrauchsanweisungen und Zeitungsanzeigen rund ums Kaffeegewerbe werden im Württemberg-Haus ebenfalls gezeigt. Für „Knechts Blitzmokka“ aus Bad Cannstatt wird da zum Beispiel Reklame gemacht, angepriesen wird er als „feinstes, praktisches, billiges Geschenk“. Dass Kaffee einst wertvoll war, zeigt sich an alten Tüten, in die exakt ein Achtel Pfund passt. Von ihrer Mutter weiß Wiebke Behning, dass früher selbst Kaffeesatz begehrt war. „Den brühte man noch mal neu auf.“

Noch bis 28. Februar

Die Kaffeemaschinen-Ausstellung im Beutelsbacher Württemberg-Haus (Stiftstraße 11) ist noch bis Sonntag, 28. Februar, zu sehen – und zwar jeweils samstags von 14 bis 18 Uhr sowie sonntags von 13 bis 17 Uhr. Gezeigt werden dabei auch einige Samoware, mit denen Tee zubereitet wird. Besucher erhalten zudem eine Tasse Kaffee – und das völlig kostenlos.

Die nächste Sonderausstellung steht übrigens schon fest: Sie dreht sich darum, dass Weinstadt vor genau 40 Jahren offiziell zur Stadt erhoben wurde. Laut Stadtarchivar Dr. Bernd Breyvogel wird sie Mitte April eröffnet. Gezeigt werden dann historische Ansichtskarten aus allen fünf Stadtteilen.