Waiblingen

Das Reparieren boomt: Stifter Elektromotoren aus Waiblingen vergrößert sich

StifterMotoren
Michael Maier (links) und Klaus Stifter in der Produktionshalle. Hier wird gerade ein Hauptspindelmotor repariert. © Gaby Schneider

Für eine Bäckerei ist ein „Worst-Case“-Szenario eingetreten: „Der Lüfter eines Ofens war kaputt“, erklärt Klaus Stifter. Mit solchen Problemen wenden sich viele Kunden an die Firma „Stifter Elektromotoren“ in Waiblingen-Hohenacker. Damit der Bäcker seinen Ofen schnellmöglichst wieder benutzen und Waren backen kann, wird der Motor zügig repariert – ganz unter dem Motto: „Wenn es machbar ist, dann reparieren wir es“, sagt der 63-Jährige.

Das macht die Firma Stifter 

Solche Anfragen trudeln täglich bei der Firma Stifter ein. Das Unternehmen hat sich auf die Reparatur und Instandhaltung von Elektromotoren spezialisiert. „Das ist ein Nischengeschäft“, sagt Klaus Stifter. Dies sei mit ein Grund für den Erfolg der Firma. Während viele Branchen zurzeit mit Herausforderungen kämpfen – zum Beispiel mit Lieferengpässen, Materialknappheit und hohen Produktionskosten – bleibt die Auftragslage der Firma Stifter beständig. Im Vergleich zum vergangenen Jahr „ist die Auftragslage fast noch besser geworden“, sagt Michael Maier, Meister für Elektromaschinenbau und Ausbilder im Betrieb. Der 31-Jährige ergänzt: „Firmen, so wie unsere, gibt es nicht mehr viele.“

Grundsätzlich macht das Unternehmen keinen Unterschied, ob ein Bäckermeister oder eine große Firma eine Reparatur benötigt. Zu den Kunden zählen unter anderem Privatpersonen sowie Firmen wie Stihl, der Maschinenhersteller Index aus Esslingen, Autozulieferer und auch Kläranlagen in der Region. Schnelligkeit, Qualität und Verfügbarkeit sind drei Eigenschaften, auf die Klaus Stifter viel Wert legt. Mit einem Bereitschaftshandy ist jederzeit ein Mitarbeiter der Firma für Notfälle erreichbar – auch am Wochenende. „Sonntags passiert aber nicht so viel, weil viele Unternehmen nicht arbeiten“, sagt Klaus Stifter.

Betrieb soll vergrößert werden: Neuer Anbau und mehr Personal

Die Strategie bewährt sich über die Jahre. Seit 1997 steuert Klaus Stifter die gleichnamige Firma durch Höhen und Tiefen, hat auch schon so manche Krisen überstanden. Erst im vergangenen November wurde das 25-jährige Bestehen gefeiert. Als kleiner Zwei-Mann-Betrieb gestartet sind heute 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Und: Das Firmengebäude im Gewerbegebiet in Hohenacker soll bald erweitert werden. „Wir haben vor einem Jahr einen Bauantrag eingereicht, um an das Gebäude anbauen zu können“, erklärt Klaus Stifter.

Mit dem Anbau solle zusätzlicher Raum für die Produktion und Lagerung geschaffen werden. Prinzipiell stehe man in den Startlöchern, jetzt fehle nur noch das Okay der zuständigen Behörde. Damit noch nicht genug: Auch in Sachen Personal will sich „Stifter Elektromotoren“ vergrößern. „Wir suchen noch Verstärkung“, sagt Susanne Stifter, Ehefrau von Klaus Stifter. Die 63-Jährige ist in der Firma für das Büro und die Kunden zuständig. Gesucht werden Elektromaschinenbauer, die Firma bietet aber auch Ausbildungsplätze an.

Das Unternehmen stand bereits vor mehreren Krisen

In der Vergangenheit sah nicht immer alles so rosig aus. Eine erste harte Zeit durchlebte die Firma zur Gründungszeit Ende der 90er Jahre. Das Zerwürfnis der beiden Geschäftspartner und Gründer sei schwierig gewesen, so Klaus Stifter. Insbesondere für eine Firma, die neu gegründet wurde. Letztlich übernahm der 63-Jährige die alleinige Leitung des Betriebs. In dieser Zeit sei ihm vor allem seine Frau Susanne eine Stütze gewesen. „Zum Glück war sie da“, sagt er. Nach dem holprigen Start verbessert sich die Auftragslage für „Stifter Elektromotoren“. Im Zuge dessen konnten auch neue Prüfstände gekauft werden. Heute verfügt die Produktionshalle über mehrere Prüfstände, die der neuesten Technologie entsprechen. Um erfolgreich zu sein, „muss man weiter investieren“, sagt Klaus Stifter. Obwohl der Chef selbst nicht mehr auf dem neuesten Stand ist, was die Technologie betrifft, hat er Vertrauen in seine Mitarbeiter. Auf Fortbildungen sollen diese sich weiterbilden. Und selbst gibt der Geschäftsführer das Know-how über ältere Motoren weiter – und steht auch immer noch an der Werkbank.

Die Wirtschaftskrise 2007/08 ging ebenfalls nicht spurlos an der Waiblinger Firma vorbei. Ohne Aufträge und mit Schulden waren die Reserven schnell aufgebraucht. „Wir hatten keine Kurzarbeit, das wollte ich nicht“, sagt er. Bevor die Firma Mitarbeiter entlassen würde, wollte das Ehepaar seine Eigentumswohnung verkaufen und in die Büroräume ziehen.

„Es ist wichtig, Rücklagen zu haben“, lernt der 63-Jährige aus dieser Zeit. Eine gute Firma müsse Krisen-Zeiten eine Weile lang stemmen können. Schwierige Zeiten im Jahr gab es schon immer, so Klaus Stifter. „Im Dezember und Januar gibt es generell wenig Geschäft.“

Was passiert mit der Firma, wenn die Stifters in Rente gehen?

Wenn er eines gelernt habe, ist es, sich nicht unterkriegen zu lassen. Das versucht Klaus Stifter auch an die nächste Generation weiterzugeben. Schließlich gehen die Stifters in ein paar Jahren in die wohlverdiente Rente und übergeben die Firma in die 2016 gegründete Stiftung „Susanne und Klaus Stifter-Stiftung“. Gewinne der Firma spendet die Stiftung an das Kinderhospiz in Stuttgart. Die unternehmerischen Geschicke soll dann Michael Maier leiten. So solle die Firma weiterhin ein sicherer Arbeitsplatz für alle Angestellten bleiben. „Wenn man Krisen durchlebt, geht man gestärkt daraus hervor“, sagt Klaus Stifter. Seine Frau Susanne Stifter ergänzt: „Man wächst daran.“ Das wollen sie auch an ihre Nachfolger weitergeben. Große Pläne für den Ruhestand haben die Stifters nicht. Aber sie haben sich aber vorgenommen, sich nicht in die Firmengeschäfte einzumischen. „Einen Rat gibt es bei mir aber immer“, sagt er.

Für eine Bäckerei ist ein „Worst-Case“-Szenario eingetreten: „Der Lüfter eines Ofens war kaputt“, erklärt Klaus Stifter. Mit solchen Problemen wenden sich viele Kunden an die Firma „Stifter Elektromotoren“ in Waiblingen-Hohenacker. Damit der Bäcker seinen Ofen schnellmöglichst wieder benutzen und Waren backen kann, wird der Motor zügig repariert – ganz unter dem Motto: „Wenn es machbar ist, dann reparieren wir es“, sagt der 63-Jährige.

Das macht die Firma Stifter 

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