Waiblingen

Das Straßenfest beginnt am Freitag

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Rosa Fussel beim Comeback-Auftritt auf dem Altstadtfest 2017. © Lucas Weiss
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Ritterspiele auf der Brühlwiese.

Waiblingen. Das Altstadtfest als Treffen der Generationen: Auf der Kultbühne gibt’s ein Wiedersehen mit Waiblinger Partybands früherer Tage, bei „Waiblingen rockt“ beweisen sich die Nachwuchsbands aus den Schulen. So viel Livemusik gibt’s nur beim Altstadtfest – und das mit haufenweise Lokalkolorit.

Hier geht's zum ganzen Programm im Überblick.

In den Achtzigern und Neunzigern waren Rosa Fussel eine der wichtigsten Partybands der Region. Auf Festivals traten sie vor bis zu 2000 Leuten auf, beim Zeltspektakel spielten sie natürlich auch – und vom Altstadtfest waren sie über Jahre nicht wegzudenken. Zwischen „Rillenrudis“ Plattenladen und der „Sonne“ war’s gestopft voll. Zu Soul und Funk mit Coverversionen von den Commodores („Brick House“), Tina Turner („What’s Love“) und Chaka Khan („Ain’t Nobody“) schwooften die Waiblinger, dass kein Durchkommen war. Dann 20 Jahre Pause – und 2017 das umjubelte Comeback. Am kommenden Wochenende wird die Kultbühne erneut aufgebaut – und eröffnet von Rosa Fussel.

Ballett und Hip-Hop-Tanz im Zehnthof

Zwölf Musiker sind dabei: John Noville, Cherry Gehring, Pearl Frank, Biggi Wäller, Willie Faylona, Armin Weinbrenner, Mariella Laubengeiger, Herbert Weil, Joshy Geeser, Jörg Orlamünder, Obe Pflüger, Andi Kemmer. Sänger und Keyboarder Cherry Gehring tourt sonst mit Pur, und John Noville braucht man seit seinen Auftritten bei „Voice of Germany“ nun wirklich nicht mehr vorzustellen. Auch Obe Pflüger hat sein Hobby zum Beruf gemacht und führt einen Saxofon-Laden. Jörg Orlamünder betreibt in Ludwigsburg ein Tonstudio, in dem sich die Musiker zu Proben trafen, um 30 Songs einzuspielen. Der Name „Rosa Fussel“ hat übrigens keine tiefere Bedeutung, versichert Gründungsmitglied Herbert Weil. Es handle sich weder um eine Übersetzung von Pink Floyd noch um den Hinweis auf eine Schwulenband, wie Fans schon mutmaßten. Während die Fussel am Freitag funken, rockt am Samstag mit den „Spuds“ um Soundland-Chef Markus Sauber die nächste Kultband auf der Kultbühne, bevor am Sonntag die „Rock’ n’ Roldies“ zum Tanz aufspielen.

„Waiblingen rockt“

Schon zum fünften Mal heißt es am Samstagnachmittag auf dem Marktplatz „Waiblingen rockt“. Fünf Bands aus Waiblinger Schulen spielen außer Coverversionen auch eigene Songs. Am Abend wechseln die jungen Talente in den Dekanatskeller. Den Brückenschlag zwischen den Generationen garantiert John Noville, der am Samstagabend im Zehnthof mit jungen Musikern Reggae, Soul und Rock spielt. Apropos Zehnthof: Der lauschige Platz war früher fest in der Hand der Jugend, bis er wegen Sicherheitsbedenken und Scherben für Jahre gesperrt blieb. Nun sorgt hier im zweiten Jahr die Tanzschule Contemp für ein bewegtes (Tanz-) Programm und serviert dazu Maultaschen und Cocktails.

Fechtkämpfe und eine Mittelalter-Hochzeit

Was sonst noch neu ist: Die Tauchsportgruppe macht ohne den Tennisclub weiter –und zwar beim Alten Rathaus. Zu futtern gibt’s die US-Spezialität Pulled Pork, was die Taucher gekonnt mit „Gerupfte Sau im Flädle“ übersetzen. Der Platz hinter der Metzgerei Schäfer bleibt dieses Jahr ungenutzt. Dafür kehrt das Altstadtfest zurück auf die Fläche zwischen Galerie Stihl und Rems: Die Fußballer vom VfL Waiblingen bauen dort einen Soccer-Käfig auf. Auf dass beim Stadtfest nicht nur die Passiv-Sportler auf ihre Kosten kommen. Falls es am Freitagabend auf dem Marktplatz zu einer hohen Dichte von Trachtenträgern kommen sollte, ist dafür ebenfalls der VfL verantwortlich, gemeinsam mit der bayrischen Band Hautnah und ihrem Mix aus Volksmusik, Schlager und Oldies. Am Sektbrunnen bei den Arkaden des Alten Rathauses bekommen alle Trachtenträger zwischen 20 und 22 Uhr einen Gratissekt.

Stauferspektakel

Auf der Brühlwiese beim Bürgerzentrum bieten 150 Akteure aus den verschiedensten europäischen Ländern Einblicke in den Alltag des Mittelalters. Handwerker arbeiten, Händler verhökern ihre Waren, es wird gekocht, gekämpft – und auch geheiratet. Bevor Gutsherr Wolf de Kinne seine Braut ehelicht, muss er aber erst beim Herzog dessen Zustimmung einholen. „Mittelalter zum Anfassen, Ausprobieren, Staunen und Nachfragen!“, wirbt das Stadtmarketing der WTM GmbH. Die Prager Fechtgruppe Burdyri gilt als eine der besten Europas und zeigt dem Publikum mitreißende Kämpfe – tagsüber und auch nachts mit brennenden Schwertern. Mit Stunts haben sie schon Filme wie „Gladiator“, „Blade“ oder „Jeanne D’Arc“ bereichert.

ALLE INFOS ZUM ALTSTADTFEST 2018

Termin und Öffnungszeiten: Das 44. Altstadtfest beginnt am Freitag, 29. Juni, um 19 Uhr auf dem Elsbeth-und-Hermann-Zeller-Platz. Das Staufer-Spektakel ist am Freitag, 29. Juni, von 18 bis 2 Uhr; am Samstag, 30. Juni, von 11 bis 2 Uhr und am Sonntag, 1. Juli, von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Das Altstadtfest geht am Freitag und Samstag bis 2 Uhr und am Sonntag bis 20 Uhr.

Gottesdienste: Ökumenischer Gottesdienst am Sonntag um 10 Uhr auf dem Zeller-Platz und um 11.15 Uhr mit der Evangelischen Allianz auf dem Postplatz.

Bus: Sonderverkehr der Linie 207 in Richtung Korber Höhe, Danziger Platz und Hegnach sowie auf der Linie 201 in Richtung Bittenfeld über Neustadt und Hohenacker.

Parken: Das kostet am Freitag und Samstag ab 19 Uhr sowie am Sonntag nur einen Euro. Vor allem eignen sich die Parkplätze Galerie/Wasen, Hallenbad, die Marktgarage (Zufahrt nur Weingärtner Vorstadt), Bürgerzentrum, Landratsamt, AOK, Kreissparkasse und der Pausenhof der Comeniusschule.

Unwetter: Unterstellmöglichkeiten gibt es im Bürgerzentrum, im Schlosskeller und im Rathaus. Sollte wieder ein Unwetter drohen wie 2012, werden alle Standbetreiber über SMS-Alarm benachrichtigt und die Unterstellmöglichkeiten geöffnet. Das Wetter wird in einer Leitzentrale bei der Feuerwehr beobachtet.

Notfälle: Die Mitarbeiter des Roten Kreuzes stehen im WN-Studio des Bürgerzentrums (Eingang Remskeller) bereit.