Waiblingen

Der Verein hinter dem Lädle in Schnait

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Stammkundin Hilde Lenz meint: „Man kriegt alles, was man braucht." © Alexander Roth
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Vorsitzender Wolfgang Lenz (rechts) stemmt mit vielen fleißigen Helfern die Arbeit rund ums Lädle.

Weinstadt-Schnait. Ein Tante-Emma-Laden mit Vereinshintergrund: Den Dorfladen-Verein Schnait gibt es inzwischen seit 15 Jahren – und mit ihm „s’Lädle“. In der Silcherstraße 40 werden die Kunden mit Namen begrüßt, bevor sie Obst, Gemüse und Käse ins Körble legen. Damit das Einkaufen im Laden noch schöner wird, haben sich die Mitglieder für 2019 überlegt: Ein neuer Anstrich muss her.

Ein kleiner Laden mitten im Ort, der sei vielen wichtig, davon ist Wolfgang Lenz überzeugt. Der 70-Jährige ist Vorsitzender des Dorfladen-Vereins Schnait. „Vielen Leuten ist das wichtig, doch nur die wenigsten tun was dafür“, sagt Wolfgang Lenz. Wie viele Stunden er für den Verein investiert? „Die Zeit darf ich nicht zählen – aber es macht mir Freude. Es ist schön, mit vielen Leuten zu tun zu haben.“ Und damit ist er nicht alleine: 13 Ehrenamtliche und vier Minijobber unterstützen den Vorsitzenden in seiner Passion. Hinter ihm stehen außerdem 178 Haushalte, die der Verein aktuell als Mitglieder hat.

Mit fünf Euro pro Monat kann jeder mitmachen

Mit einem monatlichen Beitrag von fünf Euro sichern die Mitglieder die Existenz des Ladens, denn diese soll im besten Fall aus dem Grundstock des Vereins finanziert werden können. „Das ist noch nicht ganz gegeben“, berichtet Wolfgang Lenz. Damit der Laden besteht, ist er also auf Verkäufe angewiesen. „Man bringt seinen jährlichen Obolus und kann dann hier einkaufen“, erklärt der Vorsitzende. „Das Bedürfnis ist da: Da geht es vor allem drum, wenn jemand was vergessen hat.“ Denn für ein kleines Päckchen Hefe oder eine Brezel wollen die meisten nicht weit fahren. „Es war vielen wichtig, dass es den Dorfladen gibt“, sagt Iris Negele. Die stellvertretende Vorsitzende des Vereins ist sich sicher: „Die Mitglieder identifizieren sich mit dem Verein. Es interessiert sie, dass es dem Laden gutgeht.“

Hilde Lenz ist eine der Stammkundinnen. „Man kriegt alles, was man braucht“, sagt sie. Helga Rühle, ebenfalls Mitglied im Verein, ist ihrer Meinung: „Das ist geschickt für mich. Der Laden ist in der Nähe und ich finde alles, was ich brauche. Und wenn ich mal was nicht find’, dann bestellen sie mir es auch manchmal.“ So kommt es, dass neben dem Grundsortiment von Obst, Gemüse, Milchprodukten und Fleisch auch neue Produkte dabei sind. Im Lädle lassen sich zudem Lebensmittel wie Kokosmilch, getrocknete Tomaten, Leinöl und Vollkornnudeln finden. Gern wird auch mal was Neues ausprobiert. „Am Berliner Flughafen hab’ ich mal Brezeln überbacken mit Käse gesehen, die gab’s dann kurz danach auch im Lädle.“ Doch nicht von allen Ideen ist der 70-Jährige überzeugt. Obwohl sich beim Obst Bio-Orangen finden, meint er: „Dass man nur Bioprodukte anbietet, würde nicht funktionieren.“ Der Grund: Die Lebensmittel seien teurer und nicht jeder würde den Preis bezahlen wollen.

Das Lädle ist ein Supermarkt in Miniaturformat: In der Kiste neben den vier Bio-Orangen liegen drei Zucchini. Zu den Zitronen gibt es eine Zitronenpresse gratis. Ein einzelner Bund Petersilie und lose Eier gibt es zum Verkauf. Auch wenn nicht alles bio sein muss, fährt das Lädle doch eine grüne Linie. Wenig Verpackungsmüll ist zu sehen. Es gibt eine kleine Sitzecke neben der Kaffeemaschine. Auf einem Ständer gegenüber liegen Flugblätter, die für lokale Vereine und Veranstaltungen werben. Vor der Kasse steht seit März 2016 ein rotes Kässle. Darauf steht geschrieben: November 2018, 95,85 Euro. „Über’s Jahr kommen dadurch, dass die Leute ihr Kleingeld hineinschmeißen, knapp 1000 Euro zusammen“, sagt Wolfgang Lenz.

Die „Kreativabteilung“ hat einen Vorsatz fürs neue Jahr

Im Jahr 2019 soll es für das Lädle einen neuen Anstrich geben: Vier Ehrenamtliche, die sich die „Kreativabteilung“ nennen, wollen den Laden streichen. In einer Vitrine neben der Sitzecke bieten sie außerdem selbst gemachte Mützen und Taschen an.

Momentan gehe es dem Laden „relativ gut“, berichtet Wolfgang Lenz. Doch es sei „immer Luft nach oben“. Nachdem das Lädle im Jahr 2015 kurz vor dem Aus und der Verein kurz vor der Auflösung stand, sieht es jetzt wieder besser aus. Die Mitgliederzahlen lagen in den vergangenen Jahren bei zwischen 120 und 140 Leuten, Ende 2017 gab es einen Anstieg auf 168. Nun unterstützen 178 Haushalte das Konzept. Doch nicht nur die Mitglieder dürfen hier einkaufen: Ab einem Warenwert von zehn Euro können seit Juli 2016 auch Nichtmitglieder vom Lädle profitieren.



 

Sechs Tage geöffnet

Der Dorfladen Schnait hat von Montag bis Freitag von 7 bis 12.30 Uhr und 17 bis 19 Uhr geöffnet. Am Samstag können die Leute von 7 bis 12.30 Uhr einkaufen.

Der Vorsitzende Wolfgang Lenz berichtet, dass der Kundenandrang sehr unterschiedlich ist. Freitags und samstags sei viel los, abends sei das Lädle gut besucht.

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