Waiblingen

Die acht wichtigsten Fragen zu Altstadtfest und Staufer-Spektakel

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Arne Feuerschlund – hier beim Staufer-Spektakel 2015 – wird auch in diesem Jahr für Unterhaltung in Waiblingen sorgen. © Büttner / ZVW

1. Wann geht’s los?
Wie immer am Freitag um 19 Uhr auf dem Elsbeth-und-Hermann-Zeller-Platz, also dem Hof der alten Karolingerschule. Zuvor lassen Musiker des Städtischen Orchesters die traditionellen Fanfarenklänge vom Hochwachtturm erschallen. Dann wird gerockt: Die Bühne gehört zunächst den „Rookies“, das sind Fünftklässler der Friedensschule, die auf das Talentfestival „Waiblingen rockt“ am Samstag aufmerksam machen. Nach Ansprache und offizieller Eröffnung durch Oberbürgermeister Andreas Hesky hören die Besucher eine Kostprobe syrischer Musik, gespielt und gesungen von Flüchtlingen aus Unterkünften in Neustadt und Winnenden. Ebenso mit dabei sind junge Darsteller vom interkulturellen Theaterprojekt „Café Babel“ des Kulturhauses Schwanen. Zu guter Letzt führt Moderatorin Heidrun Rilling-Mayer dann wieder ein Interview mit gewandeten Abgesandten des Staufer-Spektakels, bevor es mit mittelalterlicher Musik zur Brühlwiese geht.

2. Gibt es neue Vereine, die teilnehmen?
Da sieht es eher mau aus, das Altstadtfest könnte ein paar neue Veranstalter gebrauchen. Allgemein beklagen die Vereine, die das Fest eigenverantwortlich schultern, mangelnde Personalkapazitäten. Der „Spanische Verein“ zum Beispiel macht nicht mehr mit. Positive Ausnahme: Der deutsch-rumänische Verein Luceafarul veranstaltet an allen drei Festtagen Livemusik und verkauft Mititei, eine Hackfleisch-Spezialität vom Grill, dazu Pommes oder Brot sowie allerlei Getränke. Der Motorsportclub kehrt nach einem versuchsweisen Gastspiel auf dem Zehnthof zurück ins Getümmel am Herbergsbrunnen. Der Interimsstandort war doch zu abgelegen, andere Bewerber dafür gab es laut Altstadfest-Koordinator Werner Nußbaum vom Fachbereich Bürgerdienste nicht. Eine massenwirksame Open-Air-Party wie früher soll es dort aus Sicherheitsgründen ohnehin nicht mehr geben. Vor dem Sachsenheimer spielt diesmal keine Livemusik.

3. Rockt Waiblingen wieder?
Aber klar doch. An Livemusik mangelt es trotzdem nicht, dafür bürgen schon die bewährten Live-Veranstalter wie der VfL, die Reservistenkameradschaft, der FSV und die Feuerwehr. Und nach dem Erfolg vom Vorjahr kommt’s zu einer Wiederholung des Talentfestivals „Waiblingen rockt“. Am Nachmittag rocken auf der VfL-Bühne (Marktplatz) die Rookies, Finders Keepers, Centerstage (alle Friedenschule Neustadt), die Floyds, die Salier-Voices (beide Salier-Realschule) sowie weitere Realschüler, diesmal vom Staufer, mit dem wohlklingenden Namen „StauFAIR-Band“. Am Abend setzt sich das Festival im Dekanatskeller bei den Pfadfindern fort. Um 18.30 Uhr mit Firetruck von der Fröbelschule Schmiden, später kommt der etwas ältere Nachwuchs dran: Waterbury und Rolacas aus Waiblingen sowie Merry Judge aus Waiblingen und Schorndorf. Wer’s weniger rockig mag, kommt beim Städtischen Orchester auf zünftig-traditionelle Art auf seine Kosten; oder ganz beschwingt beim Philharmonischen Chor am Standort Pfarrgasse, wo am Samstagabend etwa wieder die Partyband „Kur pur“ aufspielt.

4. Lieber Altstadtfest oder Staufer?
Diese Frage wurde voriges Jahr von professionellen Umfrageteams gestellt. Mit dem Zweck, auszuloten, ob das Mittelalter-Spektakel der WTM auf der Brühlwiese dem Fest der Vereine in der Altstadt eher schadet oder nützt. Klares Votum der Besucher: 70 Prozent wollen die bewährte Kombination. Also bleibt’s dabei, und jeder kann beide Feste besuchen oder eben das, welches ihm besser gefällt. Lieber Altstadtfest oder Staufer-Spektakel? Auch wir sagen ganz klar: Sowohl als auch!

5. Was ist besonders spektakulär am Mittelalter?
Bei freiem Eintritt erwartet die Besucher ein spektakuläres Angebot vom riesigen Wikingerkarussell bis hin zu Kunsthandwerk vom Markt. Das Staufer-Spektakel Waiblingen findet dieses Jahr zum zehnten Mal statt und bietet den Besuchern faszinierende Einblicke in die Epoche. Ein besonderer Hingucker ist der Flohzirkus Royal, bei dem Flöhe die Stars in der Manege sind. Für Entspannung sorgt der Leybkneter Brahmaswarup. Der Stahlbildhauer und Metallgestalter Samy alias „Steel ’n’ Flames“ stellt in einem zur Werkstatt umfunktionierten Pferdeanhänger Feuerskulpturen her. Manchen Schauder verspricht das humorvoll gemeinte „Fahrende Foltermuseum“ des Vereins Supplicum Malum. Das Wikinger-Karussell, das von vier starken Männern betrieben wird, lässt Kinderherzen höher schlagen. Außerdem gibt es zahlreiche Mitmachaktionen für Kinder, wie den Bau von Pfeil und Bogen im Geiste Robin Hoods. Nach Einbruch der Dunkelheit sorgen Arne Feuerschlund und Equinox mit ihren Feuershows für atemberaubende Lichtmomente.

6. Wo kann man am tiefsten ins Mittelalter eintauchen?
Müde Partypilger können erstmals im „Spital des Deutschen Ordens“übernachten. Ein mobiles Hotel, ganz in der Tradition der frühen, während der Kreuzzüge gegründeten Spitäler, den Pilgerherbergen entlang des Weges ins Heilige Land. Der Orden bietet ein warmes Bett und serviert morgens auch einen „heißen Türkentrunk“ (Kaffee) und eine kleine Stärkung, bevor der Markttag dann beginnt. Die Ausstattung der Zelte ist einfach, wiederum ganz in der Tradition eines Ordensspitals. Offenbar war der Ton im Hotel-Marketing des Mittelalters etwas herber als in der Luxus-Lobhudelei heutiger Gasthäuser: „Eine Schlafstatt aus Stroh und eine Decke reicht dem Pilger“, lässt der Orden wissen. „Einzig auf die Wanzen und Flöhe wurde bewusst verzichtet.“ Es stehen mehrere Zelte zur Verfügung. Der müde Pilger kann sein Haupt entweder im Großraumzelt für zwölf Personen oder im Familienzelt mit Kabinen für drei bis vier Personen (maximal zwei Erwachsene) zur Ruhe betten. Der Preis beträgt 19 Euro pro Schlafplatz und 55 Euro pro Kabine. Reservierungen werden bis 16 Uhr des betreffenden Tages vorgehalten. Interessierte senden einfach eine Mail an Markthotel@gmx.de und erfahren dann Näheres.

7. Wo rollt der EM-Ball?
Den teilnehmenden Vereinen ist es freigestellt, an ihren Ständen Fernseher aufzustellen und die Spiele der Fußball-Europameisterschaft zu zeigen. Erfahrungsgemäß wird davon vielerorts Gebrauch gemacht, die Mehrheit der Besucher ist aber mit altstadtfesttypischer Party ausgelastet und will lieber mitfeiern statt mitfiebern. Besondere Public-Viewing-Angebote zum Altstadtfest sind nicht vorgesehen, insgesamt habe die EM für die Stadtparty „keine große Relevanz“, glaubt Koordinator Werner Nußbaum. Deutschland spielt bekanntlich am Sonntag um 18 Uhr, da ist das Altstadtfest schon am Ausklingen. Im Biergarten Schwaneninsel (bei schönem Wetter) und im Schwanensaal (bei schlechtem Wetter) ist das Spiel zu sehen.

8. Wie wird das Wetter?
Apropos Wetter. Immer wieder die zentrale Frage vor der Party, nicht erst seit dem denkwürdigen Unwetter von 2012. Zu Beginn der Woche sahen die Prognosen eigentlich ganz gut aus, seither verschlechtern sie sich quasi täglich. Nach 32 Grad am Freitag purzeln die Temperaturen auf 22 Grad. Was ja noch nicht so schlimm wäre. Die Regenwahrscheinlichkeit von 60 bis 75 Prozent stimmt weniger froh, doch immerhin vier Sonnenstunden stellen uns die Meteorologen für Samstag in Aussicht, für Freitag 13 und für Sonntag sieben. Martina Lenzen, Organisatorin des Staufer-Spektakels, behilft sich vorab mit Galgenhumor: „Man kann über das Wetter 2016 sagen, was man will, aber der Herbst ist bisher nicht schlecht.“

Festzeiten

Das Altstadtfest beginnt am Freitag, 24. Juni, um 19 Uhr. Am Samstag und am Sonntag geht’s um 11 Uhr los. Gefeiert werden kann am Freitag und am Samstag bis um 2 Uhr des Folgetags, am Sonntag bis 20 Uhr.

Staufer-Spektakel: Der Mittelaltermarkt hat am Freitag von 18 bis 23 Uhr geöffnet, am Samstag von 11 bis 23 Uhr und am Sonntag von 11 bis 18 Uhr. Gefeiert wird auf der Wiese beim Bürgerzentrum am Freitag und am Samstag wie beim Altstadtfest bis 2 Uhr des Folgetags, am Sonntag bis 18 Uhr.