Waiblingen

Die beliebtesten Parkhäuser der Stadt

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Astrid Rheiner und Michael Gunser vom Hochbauamt sowie Fachbereichsleiter Werner Nußbaum (von links) freuen sich übers neue Farbkonzept der Büze-Tiefgarage. © Stadt Waiblingen

Waiblingen. Gerade jetzt zu Weihnachtsmarkt-Zeiten kann es voll werden in der Marktgarage. Sie ist das meistgenutzte Parkhaus der Innenstadt, dicht gefolgt von der Garage am Alten Postplatz. Hoher Beliebtheit erfreuen sich auch die Querspange und der Widmayer-Parkplatz – nirgendwo sonst parken so viele Autos pro Stellfläche.

Aus der jährlichen Statistik der städtischen Parkierungsgesellschaft lassen sich die Auswirkungen zweier größerer Sanierungen klar ablesen. So erstrahlt seit 2015 die Marktgarage in neuem Glanz und bewegt sich, was die Zahl der Nutzer angeht, allmählich wieder auf das Niveau vor der etwa einjährigen Modernisierung, während derer meistens eine Ebene gesperrt war. Deutlich der Einschnitt bei der Tiefgarage des Bürgerzentrums – ebenfalls wegen Sanierung. Wohlgemerkt beziehen sich die Zahlen der zuletzt im Ausschuss für Wirtschaft, Kultur und Sport vorgelegten Statistik auf 2016. Folgen des Großbrands im Frühjahr 2017 spielen also noch keine Rolle.

In Nähe der Supermärkte hohe Auslastung

Dass in der Marktgarage und im Postplatz-Forum die absolut meisten Einfahrten registriert wurden, verwundert eigentlich nicht, handelt es sich doch um die zweifellos beiden modernsten und größten Parkhäuser der Stadt. Wobei das neue Leitsystem der Marktgarage noch Schwächen aufweist, indem es gerne mehr freie Plätze anzeigt, als tatsächlich vorhanden sind. Erstaunlich die Zahlen für die Querspange (2608 Kurzparker je Stellplatz) und den Widmayer-Parkplatz (3130). Sie erklären sich durch die Nähe des Rewe- beziehungsweise des Penny-Markts. Von der Attraktivität des Parkshauses rühren sie im Fall der Querspange wohl nicht.

Pro Stellplatz zahlt die Stadt jährlich 121 Euro drauf

Insgesamt verzeichnete die Parkierungsgesellschaft als städtischer Eigenbetrieb bis 2014 kontinuierlich mehr Nutzer. Der Rückgang 2015 war sanierungsbedingt. „Obwohl das Büze geschlossen war, haben wir wieder den Stand des Jahres 2012 erreicht“, sagt Geschäftsführer Thomas Schaal. Berücksichtigt man, dass Plätze am Beinsteiner Tor in Straßenrandparken mit Parkscheinautomat umgewandelt wurden, liegen die Zahlen sogar über denen von 2012. Die finanzielle Situation hat sich etwas gebessert. Pro Stellplatz legt die Gesellschaft jährlich 121 Euro drauf, im Vorjahr lag das Defizit bei 182 Euro. Die neue Tiefgarage der Volksbank soll im Frühjahr 2018 in Betrieb gehen, die Parkierungsgesellschaft wird sie pachten.

Sorgenkind ist das Park-and-Ride-Parkhaus am Weidach mit 327 Plätzen. Die Auslastung in Spitzenzeiten liegt bei mehr als 100 Prozent, mit der Folge, dass außerhalb der Parkflächen geparkt wird, sogar die Durchfahrten werden häufig zugestellt. Viele fordern schärfere Kontrollen, denn Nutzer finden keinen Parkplatz, obwohl sie monatlich Parkgebühren zahlen. „Das Wildparken hat mittlerweile Ausmaße angenommen, die untragbar sind“, berichtet eine Nutzerin, die weitere Missstände beklagt: „Scherben und Müll, Hinterlassenschaften des Partyvolks, welches sehr häufig am Abend das Erdgeschoss als Trinker-Treffpunkt nutzt.“ Von einem ruhigen Gefühl, wenn man zu späterer Stunde zu seinem Fahrzeug gehen muss, könne längst keine Rede mehr sein. Eine Umfrage der Stadt bestätigt: Frauen fühlen sich unsicher, die Beleuchtung ist schlecht.

Pendler wollen für die Fahrt zum Bahnhof das Auto nutzen statt den Bus

Anstelle der Sanierung des bestehenden Decks plant die Stadt einen mehrgeschossigen Neubau. Das Bebauungsplan-Verfahren läuft. Zu klären ist noch, in welchem Umfang die Stadt mit Fördergeldern rechnen kann. Einiges an Geduld werden die Autofahrer noch brauchen: Vor der Gartenschau 2019 wird wohl kaum gebaut.

Viele Pendler wollen zumindest für die Fahrt zum Bahnhof das Auto nutzen statt den Bus. Ernüchternd die Ergebnisse einer Umfrage unter Parkhaus-Nutzern, unter welchen Voraussetzungen sie auf den öffentlichen Nahverkehr umsteigen würden: 80 Prozent finden das Auto flexibler, fast die Hälfte hält die ÖPNV-Anbindung für nicht ausreichend. Selbst wenn die Fahrzeiten deutlich kürzer, die Preise deutlich niedriger und die Takte wesentlich schneller wären: Etwa die Hälfte bis zwei Drittel der Befragten will selbst unter idealen Bedingungen nicht auf den Bus umsteigen.