Waiblingen

Die Fantastischen Vier in Waiblingen: "Wie ein Clubkonzert im Freien"

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Von Die da“ bis „Troy“: Die Fantastischen Vier spielten Hit auf Hit. © Büttner

Bis zum Norma-Markt reichte die Schlange der Menschen, die auf Einlass warteten zur Brühlwiese, zum Konzert der Fantastischen Vier, die den Auftakt beim Waiblinger Kultursommer gaben. Manche standen bis zu einer Stunde - doch das Warten sollte sich lohnen. Nach langer kultureller Dürre war die Euphorie mit Händen zu greifen, als um 20.20 Uhr das Intro erklang. Freude auch bei den Stars auf der Bühne: „Ohne Strandkörbe und Picknickdecken, einfach so ein Konzert – das ist der Wahnsinn“, sagte Michi Beck.

Der erste Song „Bring it back the old Stuttgart Rap“, der zweite „Was geht?“ mit der Antwort „Ich sag’s Dir ganz konkret“ - da gingen Tausende Arme nach oben. Ein erster Gänsehaut-Moment. Mögen die Herren Thomas D., Smudo, Michi Beck und Andi Ypsilon seit ihrem letzten Auftritt in Waiblingen vor 29 Jahren etwas an Beweglichkeit beim Hüpfen verloren haben – an Ausdauer und Leidenschaft nicht. Sie spielten Hit auf Hit: „Die da“, „Tag am Meer“, „MFG“ und passend zum Konzert auf der grünen Wiese den „Picknicker“.

Maskenpflicht: Publikum verhält sich diszipliniert

Grund für die Verzögerungen beim Einlass waren die aufwendigen Kontrollen. Das Personal hatte die persönlichen Daten, Impfpässe beziehungsweise Covid-Test oder Genesenen-Nachweise sowie die Tickets zu kontrollieren. Probleme gab’s beim Scannen wegen der tiefstehenden Sonne und dann, wenn Besucher ihre Apps oder QR-Codes nicht parat hatten. Als OB Andreas Hesky die Zuschauer über die Verzögerung informierte, da noch viele draußen stünden, fiel die Reaktion des Publikums freundlich aus: „Wir warten!“

Samuel und Hannes Theurer sind zum ersten Mal überhaupt bei einem Konzert

Die Schlange am Eingang war anstrengend“, sagt Samuel Theurer (9). Er ist mit seinen Eltern und Bruder Hannes (10) zum Fanta Vier-Konzert auf die Brühlwiese gekommen. Für die beiden Jungs ist es das erste Konzert überhaupt. Ihre Lieblingslieder seien „Die da“ und „Zusammen“, das die Fantas mit Clueso 2018 zur WM auf den Markt gebracht hatten. Mutter Lissy Theurer freut sich, mit den beiden Jungs zu einem Open-Air-Konzert vor der Haustür gehen zu können. „Ohne Maske wäre schöner“, sagt sie. „Die Vorgabe ist aber verständlich!“ Die Security-Leute gehen auch während des Konzerts durch die Reihen und sprechen Besucher an, die keine Maske tragen. Zum Essen und Trinken dürfen die Masken abgenommen werden. Die Leute verhalten sich tatsächlich sehr diszipliniert. Ausnahmen gibt es wenige.

Herbert Göpel hat sich einen Platz direkt vor der Bühne gesichert. Er sei bei Konzerten gerne in der ersten Reihe, sagt er. „Normalerweise ist das nicht meine Musikrichtung!“, so Göpel. Er habe einige Konzerttickets daheim von Veranstaltungen, die im vergangenen Jahr ausgefallen sind. Nun freut er sich umso mehr, mal wieder bei einem Live-Event zu sein.

Fans erinnern sich an die Anfangszeit der Fantas

Ebenfalls im vorderen Drittel vor der Bühne stehen Silke und Daniel Gubo. Sie kennen die Fantas noch aus ihrer Anfangszeit – und genau daran fühlen sie sich erinnert beim Konzert in Waiblingen. Für sie ist es ein tolles Erlebnis und ganz anders als die Hans-Martin-Schleyer-Halle oder der Stuttgarter Wasen, auch wenn sie sich für letzteren bereits Tickets für den kommenden Juli gesichert haben.

Ein Festtag ist’s auch für Mathias Brugger von der Waiblinger Firma für Veranstaltungstechnik Gierss: „Endlich wieder richtig was zu tun.“ Eigentlich ist ein Aufbau dieser Größenordnung für 2000 Zuschauer für die Kollegen „business as usual“ – als es noch „usual“, also üblich, war. Die Herausforderung sei, eine für die Fantas, die auch gerne vor Zehntausenden spielen, relativ kleine Bühne aufzustellen. „Aber die sind da ganz unkompliziert, die wollen selbst unbedingt spielen“.

„Zwei Jahre kein Konzert gespielt, mal mit Picknickdecken oder Strandkörben, aber nichts im Vergleich zu dem heute“, sagen die Fantas. „Wir waren auf Entzug – das ist mega.“ Es folgt „Die da“. Handys werden gezückt und das Publikum geht mit. Ein Konzert, wie es die Fans so schnell nicht mehr erleben werden. Ohne Gedränge – es hätten zwischen 4000 und 5000 aufs Areal gepasst, die Besucherzahl wurde aber bewusst kleiner gehalten. Die Musiker so nah – das sind Eindrücke, die man in der Schleyerhalle nicht einmal in der ersten Reihe hat. Oder wie Thomas D. sagt: „Wie ein Clubkonzert unter freiem Himmel.“

Bis zum Norma-Markt reichte die Schlange der Menschen, die auf Einlass warteten zur Brühlwiese, zum Konzert der Fantastischen Vier, die den Auftakt beim Waiblinger Kultursommer gaben. Manche standen bis zu einer Stunde - doch das Warten sollte sich lohnen. Nach langer kultureller Dürre war die Euphorie mit Händen zu greifen, als um 20.20 Uhr das Intro erklang. Freude auch bei den Stars auf der Bühne: „Ohne Strandkörbe und Picknickdecken, einfach so ein Konzert – das ist der Wahnsinn“, sagte

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