Waiblingen

Die Korber Line-Dancer von den "Wild Buffalos"

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Bis zu 80 Schritte müssen sich die Mitglieder für komplizierte Tänze einprägen. © Alexander Roth
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Die Line-Dancer von den "Wild Buffalos" in Aktion.
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Der Vorstand des Wild-Buffalos-Line-Dance-Teams freut sich auf neue Gesichter (von links): Gudrun Linder, Thomas Haag und Heike Hofner.

Korb. Aufgestellt in Reih’ und Glied tanzen die Wild Buffalos in mehreren Reihen nebeneinander. Die Oberkörper bleiben gerade, doch die Füße tippen, die Beine drehen sich und der Mund lächelt. So sieht die US-amerikanische Sportart Line-Dance beim Korber Verein aus.

Wenn „Islands in the Stream“ von den Bee Gees aus den Boxen dudelt, fliegen die Gedanken zu verflossenen Liebenden und es stellt sich die Frage, ob es eigentlich noch schnulziger geht. Doch der erste Gedanke ist definitiv nicht, dass dazu eine Gruppe in einer Reihe tanzt, die Cowboy-Hüte trägt. Denn das ist es doch, was man mit Line-Dancing verbindet, oder?

Falsch, zeigt das Wild-Buffalos-Line-Dance-Team. Zum Training im Musikheim in Bittenfeld tauchen sie in Jeans und T-Shirt auf, die meisten der Tänzer tragen Sportschuhe oder Stiefeletten. Nur wenige drehen sich mit speziellen Tanzschuhen durch den Raum. Dass die klischeehafte Vorstellung von US-amerikanischen Tänzen, wie Line- und Square-Dance, aber nicht komplett falsch ist, zeigen Bilder der Auftrittsgruppe – denn dort darf der rote Cowboy-Hut nicht fehlen.

Keine Langeweile mehr seit dem Vereinsbeitritt

Ursprünglich ist genau ein Tanz auf ein Lied zugeschnitten. Inzwischen bewegen sich die Mitglieder aber auch zu aktuelleren Liedern. Stücke aus dem Musical „Tanz der Vampire“ oder Lieder von Helene Fischer und Andreas Gabalier sind da keine Seltenheit. „Line-Dance hat aber schon was mit Country-Musik zu tun“, sagt Thomas Haag, Vorsitzender der Wild Buffalos. So ist jedenfalls er zum Line-Dancing gekommen. Bei Gudrun Linder, der stellvertretendenden Vorsitzenden, war es anders: „Ich habe eine Freizeitbeschäftigung gesucht, die mir Bewegung bringt, mich geistig fordert und mir hilft, soziale Kontakte zu knüpfen.“ Heike Hofner, Kassiererin des Vereins, wollte „ohne Partner tanzen, aber in der Gruppe“. Seit sie dem Verein beigetreten ist, hat sie keine Langeweile mehr. „Wenn man mal drin ist, kann man seine ganze Freizeit damit verbringen“, sagt sie.

Auch ihre 14-jährige Tochter Arminah hat sie an den Tanz aus den USA herangeführt. Seit drei Jahren ist sie dabei. „Am Anfang habe ich noch daneben gesessen und gemalt, dann habe ich mal mitgemacht und jetzt tanze ich immer mit“, erzählt das jüngste Mitglied des Vereins. „Mir gefällt vor allem, dass man immer neue Tänze lernt, die manchmal auch noch schwer sind.“

Tänze haben Abfolgen von bis zu 80 Schritten

Die Gruppe lernt für ein bis zwei Wochen eine Choreographie, dann gibt es wieder eine neue Abfolge von Tanzschritten. Denn darum geht es beim Line-Dance. Alle Tänze werden in Schritten gezählt. So lernen Anfänger und Fortgeschrittene Abfolgen mit 20 bis 40 Schritten. Die Gruppe für anspruchsvollere Tänze tanzt 64 bis 80 Schritte. „Da muss man schon gut sein“, sagt Thomas Haag. Denn die Schrittfolgen müssen sich die Tänzer gut einprägen.

Einer, der sein Gedächtnis und seine Füße mit 130 Tänzen trainiert hat, ist Walter Schmidt. Der 76-Jährige ist einer der ältesten Vereinsmitglieder. „Die Bewegung und das Behalten der Schritte machen Line-Dance für mich aus“, so Walter Schmidt. Er ist seit rund acht Jahren dabei.

Traditioneller Volkssport aus den USA

Der Verein ist seit 2007 eingetragen. Die Tanzgruppe besteht aber bereits seit 2001. Gestartet war der Verein in Waiblingen, er ist aber seit September 2013 ein Korber Verein. Im Jahr 2008 begannen die Mitglieder neben dem Tanzen mit einem anderen traditionellen Volkssport aus den USA, dem Hufeisenwerfen. Dabei müssen nach europäischen Standards Hufeisenimitate neun Meter weit auf eine Stange zu geworfen werden. Je näher, desto besser. „Das Hobby ist aber irgendwann eingeschlafen“, sagt Wilfried Klimm. Er ist Gründungsmitglied des Vereins und möchte das Hobby wieder aufleben lassen.

Im Frühjahr ist es soweit. In Wilfried Klimms Garten können die Korber Wild Buffalos wieder Hufeisen werfen. Zum Verein gehören momentan 76 Mitglieder. Die meisten sind zwischen 50 und 60 Jahren alt. Jüngere Tänzer wünscht sich der Vorstand dennoch.


Training und Events

Das Training für Anfänger bis Fortgeschrittene findet montags von 18.30 bis 21 Uhr statt.

Mittwochs trifft sich von 19 bis 21 Uhr die Gruppe für anspruchsvollere Tänze.

Beide Trainings finden im Musikheim Bittenfeld, Am Zipfelbach 10, in Waiblingen statt.

Die Wild Buffalos organisieren am Samstag, 10. November, die siebte Korber Country-Night. Das Event findet von 19 Uhr an in der Remstalhalle in Korb statt. Die Eintrittskarten können nur im Vorverkauf erworben werden und kosten zehn Euro. Reservierungen sind möglich per E-Mail an reservierung@wildbuffalos.de oder unter 0157/ 78 82 58 59.