Waiblingen

Die Tücken des Sommersturms

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Am Mittwochmittag drohte an der Wieselhaltestelle Hammerschlag in Schorndorf ein Baum umzustürzen. © Habermann / ZVW

Waiblingen. Am Südrand eines von der mittleren Nordsee nach Südnorwegen ziehenden Sturmtiefs gelangt erwärmte Polarluft nach Deutschland, meldete der Deutsche Wetterdienst trocken. Und bei uns drohten Bäume in die Knie zu gehen.

Die Unwetterwarnungen für heute drohten für Waiblingen mit Sturm, der in Böen 88 km/h erreichen kann. Das entspricht Windstärke 8 bis 9. Dazu sieht man im Internet Strömungsfilme. Sehr anmutig, von so weit oben und so schön abstrakt. Wir haben es mit dem Tief „Ingraban“ zu tun, seinen Ausläufern, Starkwindbändern und Spitzenböen. Dazu ein bisschen Wetterlyrik, wenn auch diesmal nicht von Blumenkohlwolken. Da heißt es auf wetter.de: „Das Wetter zeigt sich nicht mehr von seiner sommerlichen Seite. Es wird fast in ganz Deutschland stürmisch! Dazu kommt zum Teil noch jede Menge Regen.“

Lothar und Wiebke rütteln an unseren Nerven

Windstärke 8 bis 9 müssten Mensch und Umwelt eigentlich leicht wegstecken. Wir sind vorgewarnt, die beiden Großstürme Lothar und Wiebke rütteln immer noch an unseren Nerven. Aber das waren auch richtige Kaventsmänner.

Sommerstürme haben eigene Mechanik

Dass heute jetzt doch die Feuerwehr vereinzelt ausrücken musste, hat mit einem anderen Phänomen zu tun. Sommerstürme haben ihre eigene Mechanik des kleinen Schreckens. Oder: „Darum ist der Sommersturm so gefährlich“, titelt wetter.de

Im Herbst, Winter und zu Beginn des Frühjahres sei ein Sturm wie der heutige etwas ganz Normales. Böen um 100 km/h sind zu diesen Jahreszeiten an den Küsten schnell erreicht, und manchmal auch in unseren Breiten.

Laubbäume sind das Problem

Im Sommer haben sich aber die Temperaturgegensätze zwischen den Tropen/Subtropen und nördlichen Breiten/Nordpol deutlich verringert und daher kommt es nur noch selten zu kräftigen Stürmen. Das Problem im Sommer sind vor allem die Laubbäume. Voll belaubt bietet sich deutlich mehr Angriffsfläche für den Wind als im Winter.

"Auf diese Windstärken muss man sich einstellen"

Daher sollen wir vor allem auf abgebrochene Äste achten, raten die Wettermänner. Altersschwache Bäume oder solche mit Gewittervorschäden könnten auch mal abknicken. Ansonsten sollte man seine Terrasse bzw. seinen Balkon sichern. Gartenstühle, Tischdecken, Sonnenschirme oder auch nicht weggeräumtes Geschirr werden gerne mal Beute des Sturms. „Auf diese Windstärken muss man sich einstellen“, machen uns die Meteorologen mit weiteren Wetterwirren vertraut. Das Wetter wird extremer, und die Extreme werden sich verstärken. So viel von der Klimawandel-Lektion haben wir ja schon gelernt.

Wenn Bäume zu stürzen drohen

Glimpflich lief es dann doch ab. Gemeldet wurde der Polizei nur der umzustürzen drohende Baum an der Wiesel-Strecke in Schorndorf. Siehe Foto.

Und dann gab es noch einen kleinen Unfall in Untergröningen bei Schwäbisch Hall. Ein Auto fuhr gegen einen umgestürzten Baum.