Waiblingen

Die Tour de France in Waiblingen

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Eine Etappe der Tour de France führte vor 30 Jahren mitten durch Waiblingen. Auf der Bahnhofstraße gab es sogar eine Sprintwertung. © Danny Galm
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Armin Bauer hat die Waiblinger Tour de France vor 30 Jahren organisiert. © Habermann / ZVW
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Eine Etappe der Tour de France führte vor 30 Jahren mitten durch Waiblingen. Auf der Bahnhofstraße gab es sogar eine Sprintwertung. © Danny Galm
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Eine Etappe der Tour de France führte vor 30 Jahren mitten durch Waiblingen. Auf der Bahnhofstraße gab es sogar eine Sprintwertung. © Danny Galm
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Eine Etappe der Tour de France führte vor 30 Jahren mitten durch Waiblingen. Auf der Bahnhofstraße gab es sogar eine Sprintwertung. © Danny Galm
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Eine Etappe der Tour de France führte vor 30 Jahren mitten durch Waiblingen. Auf der Bahnhofstraße gab es sogar eine Sprintwertung. © Danny Galm
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Eine Etappe der Tour de France führte vor 30 Jahren mitten durch Waiblingen. Auf der Bahnhofstraße gab es sogar eine Sprintwertung. © Danny Galm
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Eine Etappe der Tour de France führte vor 30 Jahren mitten durch Waiblingen. Auf der Bahnhofstraße gab es sogar eine Sprintwertung. © Danny Galm
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Eine Etappe der Tour de France führte vor 30 Jahren mitten durch Waiblingen. Auf der Bahnhofstraße gab es sogar eine Sprintwertung. © Danny Galm
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Eine Etappe der Tour de France führte vor 30 Jahren mitten durch Waiblingen. Auf der Bahnhofstraße gab es sogar eine Sprintwertung. © Danny Galm
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Eine Etappe der Tour de France führte vor 30 Jahren mitten durch Waiblingen. Auf der Bahnhofstraße gab es sogar eine Sprintwertung. © Danny Galm
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Eine Etappe der Tour de France führte vor 30 Jahren mitten durch Waiblingen. Auf der Bahnhofstraße gab es sogar eine Sprintwertung. © Danny Galm

Waiblingen. Was heute kaum jemand mehr weiß: Vor 30 Jahren führte die Tour de France mitten durch Waiblingen. Eigentlich wären die Sportler auf der B 14 an der Stadt vorbeigefahren – doch eine Gruppe fleißiger Helfer griff ein.

Es ist Samstag, 4. Juli 1987. Ein großer Tag, denn heute soll großer internationaler Radsport nach Waiblingen kommen – die Tour de France. Alles ist vorbereitet: Die Tribünen sind aufgebaut, Polizisten stehen bereit, um für die Sicherheit der Zuschauer zu sorgen, die das Rennen vor Ort mitverfolgen wollen, die Gastronomen haben besonders viele Tische und Stühle aufgestellt.

Viel zu schnell ist das Spektakel vorbei

Man rechnet mit einem großen Andrang, besonders auf der Bahnhofstraße. Denn dort soll eine Sprintwertung stattfinden. Armin Bauer ist aufgeregt. Als Vorsitzender des Bundes der Selbstständigen hat er die Veranstaltung gemeinsam mit dem Waiblinger Bürgermeister Hans Wössner und Werner Nussbaum von der Stadtverwaltung organisiert. Ob auch alles klappen wird?

Es klappt. Die Sonne strahlt, das Rennen verläuft reibungslos und wie erwartet sind die Straßen voller Besucher, die die Radprofis anfeuern und mitfiebern. Etappensieger wird an diesem Tag der Portugiese Acácio da Silva. Doch viel zu schnell ist das Spektakel in Waiblingen vorbei und die Zuschauer kehren nach Hause zurück.

Die Veranstaltung war ein voller Erfolg

Viele von ihnen wohl vor den Fernseher, denn am selben Tag steht Steffi Graf in Wimbledon im Endspiel. Graf verliert gegen Martina Navratilova und in Waiblingen sind die Gastronomen die großen Verlierer. Ihre Stühle bleiben leer und die Tour de France beschert ihnen nicht den erhofften Umsatz. Dennoch sind sich am Ende alle einig: Die Veranstaltung war ein voller Erfolg.

„Wir waren alle mächtig stolz. Denn so eine Etappe der Tour de France, die hat man ja nicht alle Tage in der Stadt“, entsinnt sich Armin Bauer. Mehrere Monate lang hatten der heute 79-Jährige und seine Mitstreiter organisiert, geplant und vorbereitet. Die Idee, die Tour de France nach Waiblingen zu holen, habe der damalige Bürgermeister, Hans Wössner, gehabt. „Er hat mich Anfang des Jahres 1987 angerufen und gefragt, ob ich mir zutrauen würde, mit ihm gemeinsam einen Streckenabschnitt des Radrennens hier in unserer Stadt zu organisieren“, berichtet Bauer. Er sei sofort Feuer und Flamme gewesen.

Schleife durch Waiblingen kostete 30 000 Mark

Der Anlass dieser ungewöhnlichen Tour de France war die 750-Jahr-Feier von Berlin: Das Rennen startete am 1. Juli im damaligen Westteil der Stadt. Am 3. Juli dann wurde der ganze Tross nach Karlsruhe geflogen, einen Tag später ging die dritte Tour-Etappe von dort aus nach Stuttgart.

Eigentlich wäre das Feld auf der B 14 von Winnenden kommend an Waiblingen vorbeigefahren – für die Schleife durch Waiblingen wollte der Veranstalter 30 000 Mark. Dafür gab es dann aber auch eine Sprintwertung auf der Bahnhofstraße.

Einmal rund um den Bodensee radeln

„Das Geld haben wir in erster Linie aufgetrieben, indem wir Werbeflächen entlang der Strecke vermarktet haben“, erinnert sich Bauer. Als zum Schluss noch 6000 Mark fehlten, entschloss Bürgermeister Wössner sich kurzerhand, das Zieltransparent für diesen Betrag an die Stadtwerke zu verkaufen.

Sportbegeistert ist Armin Bauer noch heute: „Seit ich die Tour de France hier erlebt habe, sehe ich sie jedes Jahr im Fernsehen an“, sagt er. Und das allen Dopingskandalen zum Trotz, denn beeindruckend sei das Ganze allemal. Er wisse ja nun, welch organisatorischer Aufwand dahinterstecke. Auch selbst schwingt er sich regelmäßig aufs Rad: Zu seinem 80. Geburtstag in zwei Monaten will er einmal rund um den Bodensee radeln – 145 Kilometer weit, an einem Tag.

Redakteur mit Rad

  • Unser Sportredakteur Gisbert Niederführ ist vor 30 Jahren gewissermaßen ebenfalls die Tour de France gefahren – zumindest den Streckenteil durch den Rems-Murr-Kreis.
  • Kurz vor Großaspach schwang er sich etwa eine Woche vor der Tour de France aufs Rad und hielt bis zum Zeitungshaus in Waiblingen durch, wenn auch knapp. Eine furchtbare Quälerei sei es gewesen. „Die Bahnhofstraße hoch bin ich fast gestorben“, erinnert er sich.
  • Die Autofahrer auf der B 14 waren übrigens wenig begeistert von dem radelnden Reporter – abgesperrt war dort natürlich nichts. Aber was tut man nicht alles für einen guten Artikel.