Waiblingen

Durchmarsch für Sebastian Wolf: Stimmen und Kommentar zur Waiblinger OB-Wahl

OB Wolf
Andreas Hesky beglückwünscht das Ehepaar Sebastian und Tanja Wolf. © Alexandra Palmizi

Nun steht der Nachfolger von Andreas Hesky also fest: Der einzige Bewerber Sebastian Wolf wird neuer Oberbürgermeister in Waiblingen, darf jetzt auch feiern und Glückwünsche annehmen – was er sich aus Respekt vor der Wahl und dem Amt bislang verkniffen hat. Die Wahlbeteiligung liegt mit 19,4 Prozent leicht über der von der Wahl 2013, als nur Amtsinhaber Andreas Hesky zur Wahl stand.

In absoluten Zahlen ausgedrückt bekam Sebastian Wolf 7767 Stimmen (96,4 Prozent), während 287 Stimmen (3,6 Prozent) auf die freie Zeile entfielen, in welche die Wählerinnen und Wähler nicht kandidierende Personen eintragen können. Thomas Hornauer hatte im umstrittenen Messengerdienst Telegram und bei Corona-„Spaziergängen“ um Stimmen geworben, aber offensichtlich ohne durchschlagenden Erfolg. Welche Namen hinter den 287 Stimmen stecken und ob es sich überhaupt bei allen um „wählbare Personen“ im Sinne des Kommunalwahlrechts handelt, wird erst am Montagabend, 7. Februar, der Wahlausschuss feststellen.

Neuer Beigeordneter Schölzel: „Das wird ein gutes Team“

Der Wahlsieger erschien mit Ehefrau Tanja im Ghibellinensaal. Erleichtert wirkte er, obwohl eine böse Überraschung unwahrscheinlich schien. Die Wahlbeteiligung im Zeichen von Omikron und – ganz klassisch – schlechtem Wetter in Kombination mit der freien Zeile boten ein Quantum Rest-Unsicherheit. „Ich bin unglaublich glücklich und unglaublich froh“, sagte er angesichts des Ergebnisses. Grundsätzlich hätte er sich eine höhere Wahlbeteiligung gewünscht– das gelte aber auch ganz allgemein für Kommunalwahlen. In den nächsten Wochen liegt der Fokus wieder mehr auf der Arbeit als Erster Bürgermeister in Ehingen, gleichwohl nimmt der angehende OB weitere Termine in Waiblingen wahr, wo er im Mai oder Juni anzufangen hofft. Ein genauer Termin steht noch nicht fest.

Was macht Andreas Hesky jetzt?

Andreas Hesky freut sich über die Wahl seines Nachfolgers: „Waiblingen kommt in gute Hände.“ Auch der neue Oberbürgermeister sei ein (Verwaltungs-) Mann vom Fach. „Dass er’s kann, hat er in Ehingen bewiesen, wo er als Erster Bürgermeister wiedergewählt wurde.“ Andreas Hesky selbst wird Mitte März aus dem Amt ausscheiden. Was er dann macht? „Erst einmal Pause.“ Der Job bei der Stihl-Stiftung umfasst nur wenige Stunden im Jahr. Bis auf Weiteres werden bewusst Familie und Urlaub mit Segelboot oder Wohnmobil im Mittelpunkt stehen.

Passende Bewerbung zur richtigen Zeit

„Das wird ein gutes Team“, prophezeit Ian Schölzel und meint die künftige Rathausspitze. Der Bürgermeister von Weissach beerbt die Erster Bürgermeisterin Christiane Dürr, derweil Baubürgermeister Dieter Schienmann für personelle Kontinuität sorgt. Dass kein weiterer OB-Kandidat aufgetaucht ist, „das liegt an ihm“, sagt Schölzel über seinen baldigen Chef. Dieser habe sich als „versierter Fachmann“ schnell in die Waiblinger Themen eingearbeitet. Nach einigen Treffen sagt er: „Die Sympathie ist auf jeden Fall da zwischen uns.“

Sebastian Wolf sei „eine gute Wahl für Waiblingen“, ist CDU-Parteikollegin und Bundestagsabgeordnete Christina Stumpp überzeugt. „Er ist erfahren und kompetent.“ Der Weinstädter Oberbürgermeister Michael Scharmann sieht in ihm einen Bewerber, „der alles mitbringt“ und über den nur Positives zu hören sei. Da hätten mögliche Kandidaten wohl zweimal überlegt, ob sie wirklich Zeit und Geld für einen Wahlkampf investieren wollten. Ganz ähnlich sieht es die Fellbacher Amtskollegin Gabriele Zull. Der Mix aus Kompetenz, Offenheit und Heimvorteil habe gewirkt. Christiane Dürr bringt’s auf den Punkt: „Die Bewerbung hat gepasst und sie kam zur richtigen Zeit.“

Nun steht der Nachfolger von Andreas Hesky also fest: Der einzige Bewerber Sebastian Wolf wird neuer Oberbürgermeister in Waiblingen, darf jetzt auch feiern und Glückwünsche annehmen – was er sich aus Respekt vor der Wahl und dem Amt bislang verkniffen hat. Die Wahlbeteiligung liegt mit 19,4 Prozent leicht über der von der Wahl 2013, als nur Amtsinhaber Andreas Hesky zur Wahl stand.

In absoluten Zahlen ausgedrückt bekam Sebastian Wolf 7767 Stimmen (96,4 Prozent), während 287 Stimmen

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