Waiblingen

Ein Garten für alle Korber

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Hier wird fleißig geschafft: Im Korber Garten der Begegnung pflanzen Flüchtlinge und Korber Bürger gemeinsam an. © Leticia Sprunck

Korb. Es ist ein Garten, in dem man sich trifft, austauscht, gemeinsam pflanzt, aber auch gemeinsam Projekte angeht und diese in die Tat umsetzt. Sämtliche Korber Flüchtlinge haben hier ein Beet erhalten. Angepflanzt werden Chili, Paprika, Zwiebeln aber auch Früchte wie Erdbeeren. Doch der Garten dient noch etwas ganz anderem: Er ist ein Stück Integrationsarbeit.

Auf dem Stückle wird fleißig gearbeitet. Gorges Hommes aus Syrien und Walter Hahn packen gemeinsam eine Palette an und tragen sie auf eine Fläche, wo sie ausreichend Platz zum Arbeiten haben. Den brauchen sie auch. Denn aus diesen Paletten, allesamt Spenden von Firmen, sollen Sitzbänke gemacht werden.

Das Stückle liegt etwas außerhalb vom Korber Zentrum, ist aber für die Bewohner des Camps, wie Korber die Flüchtlingsunterkunft auf dem Festplatzgelände nennen, in wenigen Minuten zu Fuß erreichbar. Die Machart der Sitzbänke ist simpel. Ein Teil wurde aus einer Palette herausgesägt, so dass in die Lücke eine andere gesteckt werden kann, die dann als Lehne dient. Christa Hahn, die die Organisation für den Garten übernommen hat, hat ähnliche Bänke auf der Gartenschau in Mühlacker gesehen. „Ideal“, dachte sie. Nun bauen Flüchtlinge und Bürger ähnliche Bänke nach. Ideal deshalb, weil sie mehreren Besuchern eine Sitzmöglichkeit bieten; Platz zum Verweilen, Austauschen und um gemeinsam Zeit miteinander zu verbringen.

Im Oktober fing alles an

Im Oktober haben die Arbeiten im Korber Garten der Begegnung begonnen. Die Idee dazu hatte Rose Schaaf, die sich wie auch Gerhard Brenner, dem das Grundstück gehört im Freundeskreis Asyl einbringt. Da sich Gerhard Brenner lieber mit Fahrrädern beschäftigt und als Mitglied der Bündnis 90/Grüne-Fraktion im Gemeinderat sitzt sowie noch einige andere Ämter innehat, war der Garten bisher ungenutzt – deshalb hat er ihn zur Verfügung gestellt. Seit Herbst ist hier einiges passiert. Ein großer Streifen wurde umgepflügt. An einem Sonntag durften sich Korber Bürger und Flüchtlinge ein Beet aussuchen, die zuvor das Ehepaar Hahn in Parzellen mit einer Größe von 3,50 Meter auf 1,20 Metern abgesteckt hat. „Eigentlich waren nur zwölf Beete geplant“, sagt Christa Hahn. Doch das Interesse war größer als gedacht. Jetzt sind es 14. Damit die Erde feine Pflanzerde wird, müssen Steine herausgesiebt werden. Die sechsjährige Esfije ist fleißig dabei.

Regenwasser wird in Fässern gesammelt zum Gießen

In den Beeten werden allerlei Setzlinge ausgepflanzt, welche die Ehrenamtlichen teils selbst gezüchtet und von zu Hause mitgebracht haben. Gepflanzt werden Tomaten, Paprika, Erdbeeren, Salate, Zwiebeln – um ein paar Beispiele zu nennen. Während die Eltern pflanzen, gießen und Unkraut jäten, toben sich die Kinder im Garten aus. Bleon hat gerade eine Figur aus Erdklumpen geknetet: Einen Spongebob, wie er stolz erklärt. Kaum hat er das Ergebnis zufrieden beiseitegelegt, greift er nach etwas Schleifpapier sowie nach einer Latte und beginnt zu schmirgeln.

Im hinteren Teil des Gartens gibt es bereits eine überdachte Terrasse. Daneben einen Schuppen, der vollgepackt ist mit allerlei Gartengeräte – „Spenden von Bürgern“, erklärt Christa Hahn. Daneben stehen mehrere Regenfässer bereit. „Die sind für uns besonders wichtig“, so Hahn. Denn eine Wasserleitung gibt es nicht.

Etwas weiter vorne ist gerade Rose Schaaf damit beschäftigt, einer Familie Tipps für ihr Beet zu geben. Die Familie zieht bald in eine Wohnung ein, die bei Schaafs im Haus leer steht. „Jeder Mensch hat eine Chance verdient“, sagt sie. Je mehr sie sich mit dem Thema Flüchtlinge beschäftigt, desto trauriger werde sie, wie „ungerecht unsere Welt ist. Mit Flüchtlingen kann man so viel lachen, dabei haben die eigentlich nichts zu lachen.“

Ein Fest für alle

  • Der Korber Freundeskreis Asyl plant ein Sommerfest. Es soll am Samstag, 9. Juli, im Garten der Begegnung von 18 Uhr an stattfinden. Es soll ein großes Fest werden mit internationaler Musik, Tanz und Gegrilltem.
  • Eine Feuerstelle für das Grillfest gibt es bereits. Jetzt suchen die Ehrenamtlichen noch jemanden, der ihnen hierfür eine Grillkonstruktion erstellt.