Waiblingen

Einsatzgebiet Talaue: Unterwegs mit dem Ordnungsdienst

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Fußgänger, Jogger und Radler sind sich nicht immer grün. In Situationen wie dieser ist Rücksichtnahme gefragt. © ZVW/Alexandra Palmizi
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Der KOD auf Segway-Streife.

Waiblingen. Das Remsufer und die Talaue sind die grüne Lunge der Stadt. Und ein beliebtes Naherholungsgebiet, in dem sich viele Interessen kreuzen: Jogger und Hundehalter, Radfahrer und Spaziergänger, Naturliebhaber und Erlebnishungrige. Auch hier wacht der Kommunale Ordnungsdienst, damit alle sich an die Regeln halten.

Nicht nur in der Innenstadt, auch in der weitläufigen Talaue gibt es viel Arbeit für den Kommunalen Ordnungsdienst. Wachsender Kontrolldruck habe in den vergangenen zehn Jahren dazu geführt, dass sich das Miteinander in der Talaue verbessert habe, sagt Werner Nussbaum, Leiter des städtischen Fachbereichs Bürgerdienste. Streife im Park und an der Rems zu fahren gehört seit Jahren zum Alltag der Wachleute um KOD-Leiter Timo Lösch. Vom schnellen Segway aus halten sie Ausschau nach freilaufenden Hunden, Müll und Radlern abseits der dafür vorgesehenen Wege. Immer wieder gehen bei der Verwaltung Beschwerden über Hundekot am Wegesrand oder in den Wiesen ein.

Die Talaue wirkt nicht nur für Waiblinger attraktiv: Bei regelmäßigen Schwerpunktkontrollen von Hundehaltern zeigt sich, dass viele der kontrollierten Hundehalter aus anderen Städten und Gemeinden kommen. Zusätzlich zu den knapp 2000 Hunden in Waiblingen selbst nutzen viele Hundehalter aus dem Umland die Gemarkung für Spazier- und Gassigänge. Vielfach wird die Leinenpflicht aus Unwissenheit oder ganz bewusst ignoriert. Und oft verrichten Hunde ihr Geschäft, ohne dass Herrchen oder Frauchen sich hinterher um die Entsorgung kümmern.

2019 gab es bisher 76 Schwerpunktkontrollen, dabei setzte es 32 „ordnungsrechtliche Maßnahmen“, von der mündlichen Verwarnung inklusive Aufnehmen der Personalien bis zur Verhängung von Bußgeld. 2018 waren es 112 Schwerpunktkontrollen mit 48 ordnungsrechtlichen Maßnahmen als Folge. Ein Dauerthema.

Hundekot als Ärgernis im Park und auf den Feldern

Allerdings, betont Timo Lösch, halte sich der überragende Teil der Hundebesitzer penibel an die Regeln und sorge dafür, dass die Vierbeiner niemanden belästigen. Auf die freundliche, aber bestimmte Ansprache der städtischen Ordnungshüter reagierten fast alle Hundehalter mit Einsicht. Allerdings, das weiß er auch, ist das Verständnis der Halter eventuell weniger ausgeprägt, wenn sie von nicht uniformierten Normalbürgern angesprochen werden.

Jenseits der Talaue ist Hundekot auch ein Ärgernis für Landwirte, die sich wegen der Verunreinigung ihrer Äcker und ihrer Ernte sorgen. Dass der Feldschutz sich darum kümmert, ist den Bauern ein wichtiges Anliegen: Bis zum Jahr 2007 hatte die Stadt noch zwei Feldhüter, welche dann in den Ruhestand wechselten. Danach wurde der Feldschutz in den allgemeinen Dienstablauf des Vollzugsdienstes integriert. Aber schon nach wenigen Monaten zeigte sich, dass die Aufgaben des Feldschutzes zu wichtig und zeitaufwendig waren, um sie im allgemeinen Dienstablauf mit abzuarbeiten. „Die Landwirte brauchen einen festen Ansprechpartner“, sagt Werner Nussbaum. Also wurden 2008 zwei neue Feldhüter bestellt, später kam ein weiterer Kollege speziell für die Ortschaften dazu. Außer Hundekot und wilde Müllentsorgung bekämpfen sie Schleichverkehr auf landwirtschaftlichen Wegen.

Radfahren verboten

Im Gegensatz zu den meisten Feldwegen und den dafür ausgewiesenen Radwegen ist Fahrradfahren auf der Erleninsel und in weiten Teilen der Talaue verboten. Immer wieder müssen die KOD-Mitarbeiter Menschen zum Absteigen und Schieben ermahnen. Im Normalfall zieht eine freundliche Aufforderung. Besonders schlaue Radfüchse freilich umkurven flugs die Ordnungshüter und suchen das Weite. Radfahrer und Spaziergänger – das sind aus Erfahrung der Stadtverwaltung zwei Verkehrsteilnehmer, die sich prinzipiell nicht gut vertragen. Gefragt ist Rücksichtnahme – besonders dort, wo die Wege enger werden. Ausgenommen vom Fahrverbot sind laut Straßenverkehrsordnung übrigens die Segways des Ordnungsdienstes - wie andere Dienstfahrzeuge von Polizei bis Feuerwehr auch.


Arbeitszeiten

Der Vollzugsdienst ist die ganze Woche im Einsatz. Sogar am Sonntag sind die Mitarbeiter sechs Stunden im Dienst.

Montags bis donnerstags wird der Zeitraum zwischen sechs Uhr und 22.30 Uhr abgedeckt. Freitags und samstags wird von sechs Uhr morgens bis ein Uhr nachts gearbeitet.

Bei Großveranstaltungen und Sondereinsätzen leisten die Mitarbeiter außerhalb der Regelzeit Dienst.