Waiblingen

Einweihung des Korber Seeplatzes

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Korb. Gleich zwei Gartenschau-Projekte wurden nach jeweils neun Monaten Bauzeit am Samstag offiziell eingeweiht: der neu gestaltete Seeplatz und der alte Friedhof.

Am Nachmittag vor der offiziellen Eröffnung habe er gemerkt, „dass wir hier etwas Wunderbares geschaffen haben“, sagt Bürgermeister Jochen Müller bei der Eröffnung des Seeplatzes. Im mintgrünen Gartenschau-T-Shirt berichtet er von seiner Beobachtung: Spielende Kinder am wiederbefüllten Teich und auf der Wiese, sie sind sein Maßstab. „Es ist ein gutes Zeichen, wenn hier gespielt wird und Kinder den Seeplatz annehmen.“ Und auch einige ältere Korber Bürger hätten ihre Zustimmung kundgetan: „Es ist schon recht geworden.“

Das grüne Herz von Korb

„Welche Gemeinde hat einen solch zentralen Platz, auf dem keine Autos stehen, wo sich Menschen treffen und unterhalten können?“, richtet Müller die Frage an die Versammelten, die den gelobten Treffpunkt bereits nutzen. Einige hören im Gartenschau-Liegestuhl zu und lassen die Größe des Grünprojekts auf sich wirken. 4000 Quadratmeter misst das Areal, davon allein 200 Quadratmeter der See, der mit Wassersprudlern künftig in den Abendstunden von LED-Beleuchtung erstrahlt wird.

Die Wiesenfläche mit Randgrün mache mehr als die Hälfte der Fläche aus, der Seeplatz sei damit das „grüne Herz von Korb“. Der herbstliche Sonnenschein, der die Feierstunde begleitet, hat laut Müller die Bezeichnung „Remstal-Gartenschauwetter“ verdient: Der Schultes bezieht den „Remsi“-Stand des Korber Lädles, an dem bienenfleißig Holzbienen-Rohlinge angemalt werden, in die Begrüßung ein, dankt Planern, Architekten, Handwerksbetrieben und dem Gemeinderat, der der Neugestaltung zugestimmt hatte.

„Der Platz hat auf jeden Fall gewonnen durch die Neuerung"

Die Anwesenden lädt er ein, eine Runde auf der Gartenschau-Meile zu drehen, den Stand des Waldkindergartens „Waldbande“ zu besuchen und mit dem Kauf einer Remstalcard zu den ersten Dauer- und Vorteilskartenbesitzern der Remstal-Gartenschau 2019 zu gehören.

Dass es in Korb prima ist und mit der neuen Ortsmitte gewiss noch weniger Grund besteht, wegzuziehen, ist dem „Lied über Korb“ zu entnehmen, das eine fröhliche Kinderschar aus den drei Gemeinde-Kindergärten mit festen Stimmen singt: „Wir sind glücklich hier am Ort, keiner will hier fort.“

Als das Jugendorchester des Handharmonikaclubs eine sanft als Ballade daherschwingende Version von „Nothing else matters“ anstimmt, strömt die Menge auseinander. Einige zieht es auf eine der neu geschaffenen Holzrundbänke, etliche stehen und plaudern unter Bäumen oder schaukeln am See den Kinderwagen auf und ab. Eine Frau dreht mit dem Rollator eine Runde über das barrierefreie Gelände. Zur Eröffnung sind Tische aufgestellt, der Handharmonikaclub bewirtet mit Sekt, Weizen, Weiß- und Saitenwurst. Kinder klettern auf den glatten Kieselstein-Objekten herum.

„Der Platz hat auf jeden Fall gewonnen durch die Neuerung“, meint ein Korber, der seit 60 Jahren hier lebt. Seine Frau meint: „Nun wird sich zeigen, wie sich’s bewährt.“


Bis zum Jahresende fertiggestellt

2015 wurde ein Büro aus Überlingen beauftragt, die Ortsmitte planerisch zu betrachten und über die Zukunft des Seeplatzes grundsätzlich nachzudenken. Das Projekt wurde ins Landessanierungsprogramm aufgenommen und erhielt Fördermittel vom Land. 2016 beauftragte der Gemeinderat den Planer Wolfgang Preuss, der auch den im Oktober 2016 eingeweihten Alfred-Leikam-Garten, das erste förderungsfähige Projekt zur Remstal-Gartenschau, geplant hatte. Der Kostenrahmen lag bei 460 000 Euro, auf der Basis wurde im Herbst 2016 Firma Link aus Fellbach mit dem Bau beauftragt, der im Januar 2018 beginnen konnte. Bürgermeister Müller kündigte die Fertigstellung des Technikgebäudes und des Fahrgastinformationssystems an der Bushaltestelle vor Weihnachten 2018 an.

Alter Friedhof

Im Anschluss an den neu gestalteten Seeplatz weihten Schorndorfs Oberbürgermeister Matthias Klopfer, Aufsichtsratsvorsitzender der Gartenschau-GmbH, und Bürgermeister Jochen Müller ein weiteres Gartenschau-Projekt ein. Der Alte Friedhof am Übergang von der Bebauung zu den Weinbergen wurde zur landschaftlich geprägten Parkanlage umgestaltet, um die Aufenthaltsqualität und die Nutzungsvielfalt zu erweitern. Der Charakter und die gewachsenen Strukturen des Alten Friedhofs bleiben erhalten – inklusive seiner prägenden Bäume. Über stufenfreie, geschwungene Fußwege wurde die Ortsmitte über alle Ebenen des Friedhofs mit den Weinbergen verbunden. Die bestehenden, teilweise baufälligen Mauern wurden restauriert und mit Sitznischen und Pflanzungen versehen. Der Friedhof als solcher soll weiterhin dauerhaft genutzt werden können.