Waiblingen

Ende von 3G im Einzelhandel: Freude bei Villinger-Zeller und Buchhandlung Taube

NullG
3G ist auch im Fachgeschäft Villinger-Zeller von Inhaber Max Pfund erst mal wieder Geschichte. © ZVW/Gabriel Habermann

Die 3G-Regel im Einzelhandel ist seit Mittwoch aufgehoben – und das freut auch die Geschäftsinhaber in Waiblingen. Max Pfund vom Fachgeschäft Villinger-Zeller in der Altstadt war ganz überrascht, als er am Dienstagmittag die Nachricht vernahm – und konnte es zunächst kaum glauben. Gerechtfertigt findet er die Entscheidung allemal – schließlich sei der Einzelhandel nie ein Pandemie-Treiber gewesen.

Max Pfund von Villinger-Zeller: Kontrollen haben Zeit und Nerven gekostet

Manche Kunden, sagt Max Pfund, hätten bereits am Dienstag gefragt, ob es denn noch nötig sei, den 3G-Nachweis zu erbringen. Max Pfund ist sich sicher, dass die 3G-Regel den ein oder anderen Spontankäufer, der beispielsweise einfach nur eine Tasse kaufen wollte, abgeschreckt hat. Zeit habe ihn die Kontrolle der Ausweise und Impfnachweise ebenfalls gekostet – und „auch Nerven“.

Als er 2021 das Geschäft mit den Müllmarken der Abfallwirtschaft Rems-Murr nach 20 Jahren aufgab, ersparte er sich mit Blick auf die Hauptsaison des Müllmarkenverkaufs um Weihnachten eine Menge Aufwand. Damals galt nämlich sogar zwischenzeitlich 2G. Hätte Max Pfund jeden Kunden kontrollieren müssen, der nur wegen einer Müllmarke kommt, hätte er sehr viel zu tun gehabt – zumal nach einer früheren eigenen Erhebung viele Müllmarken-Kunden nicht mal etwas anderes kaufen.

3G wurde im Einzelhandel im November 2021 eingeführt 

3G im Einzelhandel wurde in Baden-Württemberg im November 2021 eingeführt. Max Pfund hofft nun, dass nach dem Wegfall der Regel diese nicht mehr kommt und sich bis Sommer die Lage entspannt – „hoffen wir für immer“. Er ist überzeugt, dass jetzt die Kunden wieder mehr Lust haben einzukaufen.

Patrick Reichle hat in der Langen Straße 22 ein Geschäft für Herrenmode und freut sich über das vorläufige Aus von 3G ebenfalls. „Wir sind schon sehr erleichtert.“ Das Kontrollieren der Impfnachweise, Genesenenzertifikate und Schnelltests hat schließlich Zeit gekostet. Probleme mit Blick auf den Gesundheitsschutz der Kunden sieht er mit dem Wegfall von 3G nicht. In den Geschäften gebe es schließlich genug Platz, um den Mindestabstand einzuhalten. Außerdem müssen Menschen ab 18 Jahren im Einzelhandel weiter eine FFP2-Maske tragen oder vergleichbare Masken wie die KN95-, N95-, KF94- oder KF95-Maske. „Das ist kein gefährlicher Öffnungsschritt“, betont Patrick Reichle.

Patrick Reichle: Lockerung war nötig mit Blick auf die Online-Konkurrenz

Als 3G im Einzelhandel im November 2021 eingeführt wurde, hatte es laut dem Inhaber des Herrenmode-Geschäfts nicht wenige Menschen gegeben, die mit Schnelltest ins Geschäft kamen. Dann herrschte ja einige Wochen 2G – und seitdem Ende Januar wieder 3G galt, kann sich Patrick Reichle nach eigenen Angaben an keinen einzigen Kunden erinnern, der mit Testnachweis bei ihm einkaufen wollte. Der Inhaber des Herrenmode-Ladens in der Langen Straße hält die Lockerung für dringend notwendig, um den stationären Einzelhandel wieder etwas zu stärken. „Jeder weiß: Der Online-Handel boomt.“

Markus Schneider von der Buchhandlung Taube: Wieder Gastgeber statt Türsteher

Markus Schneider, Inhaber der Buchhandlung Taube in Marbach am Neckar und in Waiblingen, trauert der Abschaffung von 3G ebenfalls nicht hinterher – er weiß aber auch, dass sich alles bei einer Verschlechterung der Lage vielleicht auch wieder ändern könnte. „Wir freuen uns natürlich, dass wir wieder Gastgeber sein können – und nicht mehr Türsteher“, sagt er in Anspielung auf die 3G-Kontrollen am Eingang. Deshalb sei er schließlich nicht Händler geworden. Getestete Kunden hatte Markus Schneider in seinen beiden Buchhandlungen durchaus – er schätzt ihren Anteil auf etwa zehn Prozent. Die allermeisten seien geimpft gewesen. „Was wir ganz selten hatten, waren Genesenenzertifikate.“ In diesen Fällen habe er dann besonders genau hinschauen müssen.

Einmal zeigte ein Kunde Markus Schneider Urlaubsbilder 

Im Rückblick auf die Wochen mit 3G-Kontrollen will Markus Schneider nun aber auch nicht von einer schlimmen Zeit sprechen. Er habe das Beste daraus gemacht – und oft seien am Eingang bei der Kontrolle gleich nette Gespräche entstanden. Ein Kunde hat ihm sogar einmal seine Urlaubsbilder gezeigt.

Mit der Einführung von 3G hat Markus Schneider seinerzeit personell umstrukturieren müssen. Der Wegfall bedeute nun aber nicht, dass „wir nun bei uns rumstehen und Däumchen drehen“. Der Inhaber der Buchhandlung Taube sieht daher einen Zeitgewinn fürs eigentliche Geschäft. „Wir können einfach viel mehr für unseren Laden und die Gäste da sein.“

Die 3G-Regel im Einzelhandel ist seit Mittwoch aufgehoben – und das freut auch die Geschäftsinhaber in Waiblingen. Max Pfund vom Fachgeschäft Villinger-Zeller in der Altstadt war ganz überrascht, als er am Dienstagmittag die Nachricht vernahm – und konnte es zunächst kaum glauben. Gerechtfertigt findet er die Entscheidung allemal – schließlich sei der Einzelhandel nie ein Pandemie-Treiber gewesen.

Max Pfund von Villinger-Zeller: Kontrollen haben Zeit und Nerven

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