Waiblingen

Endstation Waiblingen

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Symbolbild S-Bahn. © Gabriel Habermann / ZVW

Waiblingen/Winnenden. Endstation Waiblingen. Die vielen Störungen im November brachten nicht nur die S-Bahnen aus dem Takt. Auch der Bahnsprecher hat Schwierigkeiten, sich einen Reim auf die Häufung der Probleme im S-Bahn-Verkehr zu machen. „Es gibt keinen neuralgischen Punkt.“

Manchmal waren es die Signale, dann wieder Stellwerke, Weichen, Bauarbeiten für S21 oder kaputte Züge, die die Pünktlichkeit beeinträchtigten und zu Zugausfällen führten. Auffällig oft hieß es in den vergangenen Wochen und Monaten: Endstation Waiblingen. Dass die Züge der Linie 3 am Waiblinger Bahnhof wenden oder stoppen, hat einen einfachen wie folgenschweren Grund. Aufgrund der Störungen ist der 15-Minuten-Takt in der sogenannten Stammstrecke, dem Nadelöhr zwischen Bahnhof Stuttgart und Schwabstraße, nicht zu halten. Die S-Bahn schaltet auf einen 30-Minuten-Takt um. In Waiblingen werden Züge aus dem Verkehr gezogen, erklärte ein Sprecher der Deutschen Bahn auf Anfrage. Sobald die Störungen beseitigt ist, kann es wieder im 15-Minuten-Takt weitergehen.

Was früher Grunbach bei der S 2 war, ist heute Waiblingen für die S 3

Früher war Grunbach eine beliebte Endstation für die Linie 2, um die S-Bahnen im Remstal im Takt zu halten und die Pünktlichkeit zumindest auf dem Papier wieder herzustellen. Statt dass ein verspäteter Zug bis Schorndorf weiterfuhr und seine Verspätung auf die Rückfahrt mitnahm, war dank der Wende in Grunbach der Takt wieder im Lot – aber nur was die Verspätung anbetraf. Stattdessen standen sich die Fahrgäste in Grunbach ein Loch in den Bauch und mussten auf den nächsten Zug warten. Seit diesem Jahr steht in Schorndorf und Filderstadt immer ein Zug mehr zur Verfügung und fängt Verspätungen ein, was der Fachmann eine „überschlagende Wende“ nennt.

Diese ist jedoch bei der S3 weder am Flughafen noch in Backnang möglich. Verspätungen auf der Linie 3 schaukeln sich auf. Dies erklärt, dass die S 3 mit der S1 eine der unpünktlichsten der sechs S-Bahn-Linien in der Region ist. Im Oktober waren lediglich zwei von drei Zügen in der Hauptverkehrszeit (66,5 Prozent) weniger als drei Minuten verspätet, weist die Internetseite www.s-bahn-chaos.de aus. (S2: 67,7 Prozent). Deren Werte sind zwar nicht bahnamtlich, geben aber durchaus den Trend wieder. Bei der Sechs-Minuten-Pünktlichkeit lag der Wert der S 3 und S 2 im Oktober bei 90 Prozent.

Seit Beginn des neuen Schuljahres rauschen die Pünktlichkeitswerte der S-Bahnen wieder in den Keller

Mit Stolz verweist der S-Bahnsprecher zwar auf die Erfolge im ersten Halbjahr, als die beim S-Bahngipfel der Region Stuttgart versprochenen Maßnahmen Früchte trugen. Die S-Bahnen waren pünktlicher denn je, auch wenn die Pünktlichkeit lediglich im August den Soll-Wert erreichte. Zum Maßnahmenpaket gehörten Fahrplankorrekturen, die überschlagenden Wenden bei der S2, ein neues Diagnosesystem für die Weichen, um Ausfälle rechtzeitig zu erkennen, oder in Backnang ein zweiter Lokführer, der am Ende des S 3-Zuges wartet, um gleich losfahren zu können.

Seit September geht’s aber wieder bergab. Vor allem in den morgendlichen und abendlichen Hauptverkehrszeiten ist der Ärger der sitzengelassenen Fahrgäste groß. Erklären kann sich die Bahn offensichtlich die Pannenserie nicht. „Wir sitzen mit allen Beteiligten zusammen“, sagt der Sprecher. Aber ein neuralgischer Punkt ließe sich aber partout nicht finden. Sollte sich die Pünktlichkeit in den nächsten Monaten nicht verbessern, kann zumindest ein üblicher Verdächtiger als Schuldiger ausgemacht werden. Der Winter.