Waiblingen

Energiekrise: Sparen bei "Waiblingen leuchtet" und bei Weihnachtsbeleuchtung

Waiblingen leuchtet
„Waiblingen leuchtet“ 2019 mit Illumination des Marktplatzes. © Benjamin Büttner

Einerseits die Energiekrise mit explodierenden Preisen für Strom und Gas, andererseits herbstlicher und vorweihnachtlicher Lichterglanz – wie passt das zusammen? Alle sind zum Sparen aufgerufen, auch die Stadt Waiblingen will ihren Verbrauch zurückfahren. Auf einer Sparliste stehen neben Einschränkungen für Bäder und Hallen auch Änderungen bei Veranstaltungen wie „Waiblingen leuchtet“, dem Martinimarkt und dem Weihnachtsmarkt.

Kunstvoll illuminierte Fachwerk-Fassaden sind das Markenzeichen der langen Kultur- und Einkaufsnacht, die am 7. Oktober wieder Tausende in die Waiblinger Innenstadt locken wird. Die gute Nachricht für alle, die das Event lieben: Es findet statt – und zwar wie gewohnt als Lichterfest mit Lichtinstallationen. Die Stadt und ihre Tochter-Gesellschaft WTM betonen, dass ohnehin durchweg sparsame LED-Technik verwendet wird. Dennoch wird die Beleuchtung im Vergleich zu früheren Zeiten reduziert. „Wir werden uns konsequent auf den Altstadtbereich konzentrieren und auf die Beleuchtung der angrenzenden Talaue oder Wege wie zum Beispiel des Bürgermühlenwegs verzichten“, sagt der städtische Wirtschaftsförderer Dr. Marc Funk.

Martinimarkt fast ohne Einschränkungen

Keinen nennenswerten Energieverbrauch verursachen nach Einschätzung des rathausinternen Krisenstabs zur Energiekrise der Laternenumzug und der Martinimarkt. Gleichwohl gibt es bei Letzterem eine kleine Änderung: Die Marktzeiten werden an die Ladenöffnungszeiten angepasst. Das heißt, um 17.30 Uhr ist für alle Beteiligten Schluss. Traditionell lief der Markt noch eine Stunde länger bis 18.30 Uhr.

Der Weihnachtsmarkt soll – Stand heute – stattfinden. Allerdings mit spürbar weniger Beleuchtung als 2021. Als eine Art Trostpflaster für die Corona-Einschränkungen hatten Stadt und WTM noch in Glanz und Glitzer investiert. Wegen der Energiekrise sollen nun die künstlerische Beleuchtung der Rathausfassade und die aufwendige Illuminierung von Plätzen entfallen. Verzichtet wird auch auf die Giebelbeleuchtung an verschiedenen Gebäuden in der Altstadt. Die „klassische“, mit der Straßenbeleuchtung gekoppelte Weihnachtsbeleuchtung bleibt aber. Sie wurde schon vor Jahren komplett auf LED umgestellt. Anders als gewohnt wird sie bereits um 21 statt um 22 Uhr abgeschaltet. So entspricht’s der – Achtung bürokratisches Bandwurm-Wort – „Kurzfristenergieversorgungssicherungsmaßnahmenverordnung“.

"Wärmendes Signal" in dunkler Zeit

„Aus unserer Sicht ist es sinnvoll, in schwierigen Zeiten nicht vollständig auf die Weihnachtsbeleuchtung zu verzichten“, argumentiert der Wirtschaftsförderer. Gerade in Krisenzeiten brauche es positive Signale. „Ein wärmendes Signal in der dunklen Jahreszeit zu senden erscheint uns daher wichtig.“ Die Deutsche Umwelthilfe hatte diese Woche appelliert, auf Weihnachtsbeleuchtung im öffentlichen Raum und an Privatgebäuden zu verzichten und nur einen beleuchteten Weihnachtsbaum pro Stadt oder Gemeinde aufzustellen.

Bereits seit dem Frühjahr gilt, dass in Rathausbüros in Waiblingen nur auf 19 Grad Celsius geheizt wird. Diese Temperatur gilt auch in den Schulen bei Unterrichtsbeginn. Für Kitas gab und gibt es keine geänderte Regelung. Etwas kühler wird’s in Turnhallen: 17 Grad. In den Bädern wurden die Wassertemperaturen schon reduziert, was zu einigem Unmut führte, besonders bei Eltern. Die jetzige Regelung bleibt laut der Sparliste bis auf weiteres in Kraft.

Keine Änderungen sind bei der Straßenbeleuchtung vorgesehen. Sie wurde in den vergangenen Jahren weitgehend auf LED umgestellt. Gegen ein mögliches Verdunkeln spricht aus Sicht des Krisenstabs das Sicherheitsbedürfnis der Menschen, die sich abends und nachts draußen bewegen. Ampeln zu bestimmten Uhrzeiten abzuschalten, lasse sich zwar technisch bewerkstelligen. Die zu erwartende Einsparung stehe aber nicht im Verhältnis zur geringeren Verkehrssicherheit.

Einerseits die Energiekrise mit explodierenden Preisen für Strom und Gas, andererseits herbstlicher und vorweihnachtlicher Lichterglanz – wie passt das zusammen? Alle sind zum Sparen aufgerufen, auch die Stadt Waiblingen will ihren Verbrauch zurückfahren. Auf einer Sparliste stehen neben Einschränkungen für Bäder und Hallen auch Änderungen bei Veranstaltungen wie „Waiblingen leuchtet“, dem Martinimarkt und dem Weihnachtsmarkt.

Kunstvoll illuminierte Fachwerk-Fassaden sind das

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