Waiblingen

Erster Schultag am Salier-Gymnasium

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Machen bald ihr Abitur: Luisa (17), Max (17), Julia (16) und Sina (17). © Büttner / ZVW
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Schulanfang
Freuen sich aufs neue Schuljahr: Die Lehrer Ulrich Ziegler, Sascha Gipser, Verena Groll, Aja Schwoerer und Bettina von Scholley am Salier-Gymnasium. © Benjamin Büttner
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Das neue Schulgebäude des Gymnasiums füllt sich am ersten Schultag mit Leben.

Waiblingen. Sommerferien sind klasse. Da sind sich Lehrer und Schüler einig – auch wenn ja viele Lehrer lieber von „unterrichtsfreier Zeit“ sprechen. Schließlich gibt’s für sie auch im Sommer einiges zu tun. Manchem Schüler wurde derweil fast ein bisschen langweilig, ganz ohne feste Tagesstruktur. Nach sechs Wochen freuen sich beide Seiten, dass es wieder losgeht. Das wird bei einem Besuch am Salier-Gymnasium zum Start ins neue Schuljahr deutlich.

„Daheim arbeiten am Schreibtisch? Das ist nicht das, warum wir Lehrer geworden sind“, sagt Sascha Gipser. Doch genau das war zeitweise in den Sommerferien – pardon: in der „unterrichtsfreien Zeit“ – sein Job: den neuen Bildungsplan zu wälzen, Ausfahrten zu planen, die eigene Buchhaltung auf Vordermann zu bringen. Deshalb freut sich der 34-jährige Deutsch- und Geschichtslehrer mit seinen Kollegen, dass die Schule wieder beginnt. „Jetzt haben wir ja auch sechs Wochen lang den Neid der anderen ertragen“, pflichtet ihm Religionslehrer Ulrich Ziegler (47) bei und lacht.

Denn natürlich haben die Lehrer, die an diesem Montag im Lehrerzimmer des Salier-Gymnasiums beisammensitzen, nicht den ganzen Sommer durchgearbeitet. Alle waren sie im Urlaub, alle starten sie einigermaßen erholt mit viel Schwung ins neue Schuljahr. Doch ausschließlich Entspannung war bei keinem von ihnen drin: „Ich habe erst einmal eine Woche lang in der Schule aufgeräumt“, berichtet Musiklehrerin Aja Schwoerer (57) von ihrem Ferienbeginn. So ging es einigen. Mitte der Ferien waren dann die meisten verreist. Ins nagelneue Schulgebäude selbst hielt Anfang September wieder Leben Einzug. „In der letzten Woche wird es immer trubeliger im Lehrerzimmer“, berichtet Sascha Gipser.

Die Lehrer sind ein bisschen aufgeregt

Dann steigt auch bei den Lehrern die Anspannung. Französischlehrerin Bettina von Scholley (55) ist gespannt, wie sich ihre Schützlinge in den vergangenen sechs Wochen weiterentwickelt haben, Sascha Gipser freut sich auf die „Wundertüte“ an Fünftklässlern, die er am ersten Schultag in Empfang nimmt, und Ulrich Ziegler gibt zu: „Ich habe heute Nacht nicht gut geschlafen. Ich bin auch ein bisschen aufgeregt.“

Das gilt sicher auch für viele seiner Schüler. Luisa, Max, Julia und Sina machen in diesem Schuljahr ihr Abitur. Am Montagvormittag sitzen sie im Flur des Neubaus zusammen. Sie sind sich einig: Die Ferien hätten ruhig noch eine Woche länger dauern dürfen. „Aber die ersten Tage überwiegt trotzdem die Freude, dass es wieder losgeht“, sagt Luisa (17). „Am Anfang nimmt man sich auch noch viel vor“, ergänzt Sina Brand (17). Aber eines wissen die alten Hasen alle: Irgendwann verfliegt die Euphorie, dann wird die Schule wieder zum Alltag und der kann ganz schön stressig sein.

Apropos stressig: Max (17) hat in den Sommerferien vier Wochen lang Frühschicht in einem Fertigungsbetrieb gearbeitet – jeden Morgen klingelte um 5 Uhr sein Wecker. Zumindest er könnte also ebenfalls die Sprachregelung „unterrichtsfreie Zeit“ anstelle von „Sommerferien“ geltend machen. Etwas Erholung hat jedoch auch er gefunden. Und auch manche Lehrer seien viel entspannter als noch am Ende des Schuljahres, findet Max.

Nach dem Ende der Ferien ist der Terminplan der Schüler prall gefüllt

Wahrlich tiefenentspannt und voller Vorfreude sind die Freunde Marvin und Lukas (beide 13) am ersten Schultag. Der braun gebrannte Marvin war im Urlaub „auf Malle“, Lukas hat sich im Schwarzwald erholt. Neugierig sind sie auf die drei neuen Schulfächer in Klasse acht: Gemeinschaftskunde, Chemie, Naturwissenschaft und Technik (NWT). Aber, gibt Marvin zu: „Auf den Unterricht freue ich mich nicht so sehr, sondern darauf, die ganzen Leute wiederzusehen.“ Außerdem seien die vergangenen Wochen auch mit einigem Freizeitstress verbunden gewesen: „Wenn du zu Hause bist und alle sind im Urlaub, musst du jeden Tag schauen, dass dir nicht langweilig wird“, klagt Lukas, „jetzt haben wir endlich wieder einen festen Plan.“

Andererseits bleibe nun kaum noch Zeit, etwas mit Kumpels auszumachen: Vereinssport, Nachmittagsschule, Konfirmationsunterricht – die Kalender der Achtklässler sind auf einen Schlag proppenvoll. Ob sie sich bald doch wieder zurück in die Ferien wünschen? Der Herbst kommt bestimmt.

Bauarbeiten

Das Salier-Gymnasium wird seit Sommer 2015 saniert. Den hellen Schulneubau haben Lehrer und Schüler teilweise schon nach den Pfingstferien bezogen. Die Fassade wurde gedämmt, neues Glas eingesetzt, Klassenzimmer und Verwaltungsräume, auch das große Lehrerzimmer wurden komplett modernisiert. Rundherum herrscht noch Baustellen-Atmosphäre.

Fachunterricht findet nach wie vor in Containern oberhalb des Neubaus statt – weil der Fachklassentrakt bis Ende 2017 saniert wird. Manche der frei gewordenen Container wurden für Kindergartengruppen umgebaut.