Waiblingen

Evangelisch-Methodistische Kirche: Michael Löffler geht von Waiblingen nach Ulm

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Pastor Michael Löffler, Jahrgang 1967, schreibt gerade seine Masterarbeit. Er will damit fertig sein, bevor er Ende September seine neue Stelle in Ulm antritt. © ZVW/Benjamin Büttner

Pastor Michael Löffler verlässt nach zehn Jahren den Bezirk Waiblingen der Evangelisch-Methodistischen Kirche, zu dem auch Kleinheppach und Rommelshausen zählen. Er hat eine neue Dienstzuweisung im Bezirk Ulm angenommen. Es sei üblich, alle acht bis zwölf Jahre zu wechseln, sagt der 55-Jährige, für den Ulm mutmaßlich die letzte Station vor dem Ruhestand sein wird.

Mit Waiblingen verlässt Michael Löffler einen sehr starken Bezirk, der insgesamt rund 300 Mitglieder hat. In der Evangelisch-Methodistischen Kirche werden nur jene Personen als Mitglieder gezählt, die sich beim sogenannten Aufnahmegottesdienst zu ihrem Glauben bekannt haben. Dies kann auch erst mit Mitte 20 oder noch später erfolgen, erklärt Michael Löffler. Insgesamt, inklusive Kindern, zählten rund 600 Personen zur Gemeinde. Die vielen Angebote, von der Stillgruppe über die Krabbelgruppe bis zum Seniorenkreis, haben die Waiblinger Methodisten immer auch für Menschen geöffnet, die nicht Mitglieder der Kirche sind. Und die, sagt Michael Löffler, hätten das auch zahlreich wahrgenommen.

An der neuen Arbeitsstelle in Ulm gibt es weniger hauptamtliche Kräfte

In Waiblingen leitete Michael Löffler ein dreiköpfiges Pastorenteam. Er hatte wie sein Kollege Thomas Reich eine Vollzeitstelle. Jugendpastor Rainer Gottfried als Dritter im Bund arbeitet auf einer 70-Prozent-Stelle und ist darüber hinaus noch im Bezirk Bad Cannstatt-Fellbach aktiv. „Der Waiblinger Bezirk, der ist schon stark“, sagt Michael Löffler. In Ulm, sagt der 55-Jährige, werde er der einzige Hauptamtliche sein. Natürlich gebe es dort ein Team von Ehrenamtlichen, so wie auch in Waiblingen - aber die Zahl der Mitglieder sei um ein Drittel niedriger. In Ulm, sagt Michael Löffler ganz offen, habe es in der Gemeinde jüngst Diskussionen um das Thema Homosexualität gegeben – eine Debatte, die auch in der gesamten Evangelisch-Methodistischen Kirche geführt wird zwischen eher liberalen und eher konservativen Kräften. Das Thema habe in Ulm zu einer Spaltung geführt.

Debatte um Homosexualität in der Evangelisch-Methodistischen Kirche

Michael Löffler will seinen Beitrag dafür leisten, diese zu überwinden. Er kennt die Debatte auch aus Waiblingen. 2018 tauchte im Schaukasten der evangelisch-methodistischen Kirche in Kleinheppach plötzlich ein Poster auf, auf dem stand: „Ich bin schwul, wenn du etwas gegen Schwule hast.“ Ein Gemeindemitglied hatte dies damals aufgehängt. Michael Löffler sagte damals unserer Redaktion, dass er mehrfach festgestellt habe, dass harte Positionen und Vorurteile aufweichen würden, sobald das Thema ein Gesicht bekomme, die Menschen also in Kontakt mit Homosexuellen treten.

Als Michael Löffler im Juli 2012 nach Waiblingen zog, war er zuvor bereits zehn Jahre in Lahr und davor acht Jahre in Brombach-Schmitten im Taunus. Bald darauf war das neue Waiblinger Gemeindezentrum der Methodisten fertig: Im Oktober 2012 wurden die neuen Räume eingeweiht. „Ich durfte da die Früchte ernten“, sagt Michael Löffler. Das Gebäude war in all den Jahren immer auch offen für auswärtige Gruppen, etwa für Schulungen der Klinikclowns im Rems-Murr-Kreis.

Michael Löffler hat auch schon in der katholischen Kirche gepredigt

Noch viel länger Tradition hat bei den Methodisten der Mittagstisch für alle, der gemeinsam mit der Erlacher Höhe am Mittwoch von 12 bis 13.30 Uhr in der Christuskirche Waiblingen und am Donnerstag von 12 bis 13.30 Uhr in der Friedenskirche Rommelshausen stattfindet – Letzterer in ökumenischer Gemeinschaft. Michael Löffler ist froh, vor Ort gute Beziehungen zu anderen christlichen Kirchen zu haben, sei es zur evangelischen oder zur katholischen Kirche. Der katholische Pfarrer Franz Klappenecker etwa habe schon im Gottesdienst der Methodisten eine Predigt gehalten, umgekehrt war Michael Löffler schon im katholischen Gottesdienst als Gastprediger aktiv. „Ich habe in Sankt Antonius predigen können – das ist heutzutage kein Problem mehr.“

Die neue Pastorin Ute Armbruster-Stephan übernimmt Ende September

Von Ende September an wird die leitende Stelle des Bezirkes Waiblingen mit Ute Armbruster-Stephan neu besetzt. Der Einführungsgottesdienst ist am Sonntag, 25. September, von 14.30 Uhr an in der Christuskirche in Waiblingen (Bismarckstraße 1). Auch Michael Löffler wird in Ulm Ende September sein Amt offiziell antreten. Umgezogen ist er mit seiner Frau schon. Die gemeinsamen Kinder sind längst aus dem Haus. Im Moment hat Michael Löffler noch Bildungsurlaub. Er schreibt nämlich gerade seine Masterarbeit.

An der Theologischen Hochschule Reutlingen, die sich in der Trägerschaft der Evangelisch-Methodistischen Kirche befindet, studiert er seit 2019 berufsbegleitend „Christliche Spiritualität im Kontext verschiedener Religionen und Kulturen“. Hier hat Michael Löffler schon Vorträge von muslimischen und jüdischen Referenten gehört, alles mit dem Anspruch, voneinander zu lernen. Offiziell hat der 55-Jährige ein halbes Jahr Zeit für seine Masterarbeit, allerdings würde er sie trotzdem gerne vor seinem Dienstantritt in Ulm abschließen.

Die Zahl der Mitglieder der Evangelisch-Methodistischen Kirche im Bezirk Waiblingen ist stabil

Wenn er auf seine Zeit in Waiblingen zurückblickt, dann sieht er viel Gutes. Während auch die Zahl der Mitglieder der Evangelisch-Methodistischen Kirche deutschlandweit eher abnimmt, blieb die Situation im Bezirk Waiblingen stabil. Während etwa die evangelische Kirchengemeinde Waiblingen sparen und sich von Immobilien trennen muss, war es für die Methodisten bislang nicht nötig, sich finanziell einzuschränken – und das, obwohl es bei der Freikirche keine Kirchensteuer gibt. Dies liegt nicht zuletzt an den Spenden, die auch in der Corona-Zeit weiter üppig flossen. „Was die Spendenbereitschaft betrifft, da war ich immer wieder beeindruckt.“ Aber nicht nur das hat Michael Löffler gut in Erinnerung, wenn er an Waiblingen denkt. „Was ich wirklich genossen habe, war das Miteinander.“

Pastor Michael Löffler verlässt nach zehn Jahren den Bezirk Waiblingen der Evangelisch-Methodistischen Kirche, zu dem auch Kleinheppach und Rommelshausen zählen. Er hat eine neue Dienstzuweisung im Bezirk Ulm angenommen. Es sei üblich, alle acht bis zwölf Jahre zu wechseln, sagt der 55-Jährige, für den Ulm mutmaßlich die letzte Station vor dem Ruhestand sein wird.

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Mit Waiblingen verlässt Michael Löffler einen sehr starken Bezirk, der insgesamt rund 300 Mitglieder hat. In der

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