Waiblingen

Fabian Fritschle aus Waiblingen gewinnt Preis für seinen Song gegen Lobbyismus

Fritschlepreis
Fabian Fritschle an der Orgel. © ZVW/Gaby Schneider

Musik begleitet Fabian Fritschle durchs Leben. Er entspannt, wenn er die Beatles hört, kriegt gute Laune bei den Songs von Queen. Vor allem aber musiziert er selbst begeistert. Der 16-jährige Waiblinger spielt Orgel in der Kirche in Neustadt, singt im Chor der Michaelskirche, spielt Klavier, Schlagzeug und Ukulele und hat mit seinem Bruder und einem Freund eine Band. Immer wieder schreibt er dafür auch eigene Songs. Nun hat er für ein Lied beim 63. Schülerwettbewerb des Landtags von Baden Württemberg einen Ersten Preis gewonnen. Ziel des Wettbewerbs ist, junge Leute auf Politik neugierig zu machen und sie zu kritischem und tolerantem Engagement für die Demokratie anzuspornen. Neben Songs können auch viele andere Formate eingereicht werden, wie zum Beispiel Plakate, Video- oder Tonreportagen oder Kurzgeschichten.

Verschiedene Musikrichtungen betonen die Botschaft

„Lobbyist“ heißt der Song, den Fabian Fritschle getextet, komponiert und vertont hat. „Mit dem Thema Lobbyismus habe ich mich durch den Gemeinschaftskundeunterricht näher befasst“, sagt der Schüler des Staufer-Gymnasiums. Er habe sich die Frage gestellt, warum Lobbyisten oftmals einen so großen Einfluss auf die Politik ausüben könnten, ohne dass dagegen vorgegangen werde. „Der Song soll aufrütteln, ohne Politiker und Lobbyisten zu verteufeln“, sagt Fabian Fritschle. Für den Text hat er das komplexe und vielschichtige Thema auf den Kernkonflikt reduziert, nämlich die mächtigen Organisationen und Verbände einerseits und die Ministerien und Parlamente andererseits.

Musikalisch mischt Fabian Fritschle bewusst verschiedene Stile, um die Botschaft zu untermalen: Der Chorus beispielsweise ist groovig und enthält Funk-Anklänge, was den anklagenden und provozierenden Text durch den dominierenden, fast schon aggressiven Rhythmus unterstützen soll. Ein Teil des Songs wird gerappt, um den aggressiven Ton und Stil zu verstärken. Ein Teil schließlich ist ruhig, entspannt, mit eingängiger Melodie.

Damit möchte der Waiblinger Schüler einen Kontrapunkt zu den zynischen Äußerungen des Lobbyisten setzen. Dieser Widerspruch soll die Scheinheiligkeit zeigen, mit der Lobbyisten oft auftreten.

Alle Elemente hat Fabian Fritschle selbst kreiert: „Ich habe den Song getextet, Klavier und Schlagzeug eingespielt, die Rap-Parts und sämtliche Vocals selbst gesungen und einzeln aufgenommen und schließlich mit einer ,Digital Audio Workstation‘-Software übereinandergelegt und abgemischt.“

Musiker vermisst während des Corona-Lockdowns seine Auftritte

Urkunde und Medaille wurden dem Waiblinger Schüler von Schulleiter Volker Losch überreicht, eine Preisverleihung im Landtag war wegen Corona nicht möglich. Fabian Fritschle freut sich trotzdem sehr über die Auszeichnung. Als Schüler der Abschlussklasse, er macht im kommenden Jahr Abitur, geht er zurzeit regelmäßig in die Schule und ist froh über dieses Stückchen Normalität.

Musikalisch fiebert er auf ein Ende des Lockdowns hin: „Instrumentenunterricht habe ich zurzeit nur digital, und die Auftritte mit dem Chor und der Band fehlen mir sehr“, sagt der 16-Jährige, der nach dem Abitur auf jeden Fall auch beruflich musikalisch werden möchte. Was es genau wird, weiß er noch nicht, aber er könnte sich vorstellen, Kirchenmusik zu studieren oder Musiklehrer zu werden.

Musik begleitet Fabian Fritschle durchs Leben. Er entspannt, wenn er die Beatles hört, kriegt gute Laune bei den Songs von Queen. Vor allem aber musiziert er selbst begeistert. Der 16-jährige Waiblinger spielt Orgel in der Kirche in Neustadt, singt im Chor der Michaelskirche, spielt Klavier, Schlagzeug und Ukulele und hat mit seinem Bruder und einem Freund eine Band. Immer wieder schreibt er dafür auch eigene Songs. Nun hat er für ein Lied beim 63. Schülerwettbewerb des Landtags von Baden

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 5,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper