Waiblingen

Fasching 2022 in Waiblingen: Was die Vereine anbieten - und was ausfällt

Faschingsumzug
Ein Faschingsumzug wie im Februar 2020 wird dieses Jahr in Waiblingen nicht möglich sein. © ZVW/Gaby Schneider

Ministerpräsident Kretschmann hat angekündigt, Faschingsumzüge in diesem Jahr zu verbieten – aber dass diese stattfinden können, haben die Waiblinger Narren ohnehin nicht geglaubt. Laut Rainer Niclaus, Pressewart der 1. Waiblinger Faschingsgesellschaft, wird die 1. WFG auch keine Hallenveranstaltungen in dieser Faschingssaison abhalten – obwohl dies rechtlich möglich wäre.

Wenn aber bei den Besucherzahlen wie derzeit nur maximal 50 Prozent der Kapazität einer Halle genutzt werden dürfen, lohnt sich das Ganze nach Ansicht von Rainer Niclaus nicht. „Das kann sich aktuell keiner leisten.“

Hallenveranstaltungen: Nur maximal 50 Prozent der Plätze dürfen belegt werden

Denn bei einer Hallenveranstaltung hätte die 1. Waiblinger Faschingsgesellschaft aktuell höhere Ausgaben, weil sie für die Einlasskontrollen einen externen Sicherheitsdienst bräuchte. Schließlich muss der Impfstatus überprüft werden. Gleichzeitig werden bei der Hälfte der Besucher automatisch viel weniger Getränke und Essen verkauft. Genau diese Einnahmen braucht die 1. WFG aber.

Sie hat zwar seit Beginn der Corona-Pandemie kaum Austritte verzeichnen müssen, allerdings schwankte die Zahl immer zwischen 200 und 220 Mitgliedern – nennenswerte Neueintritte gab es nicht. Das versteht Rainer Niclaus auch, schließlich können viele Aktivitäten in der Faschingssaison nicht stattfinden – weil eben genau in den Wintermonaten die Infektionszahlen immer nach oben gehen.

Hexenauftauchen in diesem Jahr nur als Video

So konnte wegen Corona in diesem Jahr das traditionelle Hexenauftauchen der Remshexen der 1. WFG am 6. Januar nicht wie gewohnt stattfinden. Stattdessen wurde ein Video produziert, das am 6. Januar von 18 Uhr an auf der Internetseite der Remshexen sowie auf Instagram zu sehen war. Aber auch wenn etwa eine Hallenveranstaltung der 1. WFG in dieser Saison möglich sein könnte, wäre es aus Sicht von Rainer Niclaus nicht dasselbe gewesen wie vor der Pandemie – etwa beim Austausch mit anderen Narren-Gruppen aus der Region: „Jeder Verein bleibt an seinem Tisch sitzen – das nimmt dem Ganzen den Charme.“

Innenstadt von Waiblingen wird am Samstag, 5. Februar, geschmückt

Das heißt nun aber nicht, dass die 1. WFG die Faschingssaison abschreibt – im Gegenteil: Am Samstag, 5. Februar, soll die Waiblinger Innenstadt wie im Vorjahr mit Stofffetzen geschmückt werden, die an Wäscheleinen aufgehängt werden. Dazu will die 1. Waiblinger Faschingsgesellschaft die Geschäftsleute dazu ermuntern, ihre Läden mit Faschingspuppen dekorieren zu lassen – zum Beispiel mit Hexen im Schaufenster. Wer als Geschäftsinhaber Lust hat, seinen Laden schmücken zu lassen, kann sich direkt bei Rainer Niclaus melden. Ob die 1. WFG in dieser Faschingssaison zusätzlich noch etwas anderes anbietet, wird sich Mitte Februar in der Ausschusssitzung entscheiden. Rainer Niclaus will das Beste aus allem machen. „Die Faschingsleute sind immer noch guter Hoffnung.“

1. Narrenzunft Hohenacker Waldhexen überlegt, einen Infostand zu machen

Jessica Weindl, Vorsitzende und Zunftmeisterin der 1. Narrenzunft Hohenacker Waldhexen, ist von dem angekündigten Verbot von Faschingsumzügen im Land ebenfalls nicht überrascht. Der Verein überlegt gerade, wenigstens am Samstag, 26. Februar (zwei Tage vor Rosenmontag), in der Ortsmitte von Hohenacker einen kleinen Infostand anzubieten. Ob und wie das möglich wäre, soll mit der Ortschaftsvorsteherin besprochen werden. Der aktuell nur noch aus sieben Mitgliedern bestehende Verein hofft, so neue Mitstreiter zu gewinnen. Die 1. Narrenzunft Hohenacker Waldhexen, die ohnehin als junger Verein nie besonders viele Mitglieder hatte, trafen die Austritte während der Pandemie hart. Aber auch Jessica Weindl und ihre Mitstreiter sehen positiv in die Zukunft – und hoffen eben auf den Fasching 2023.

1. Narrenzunft Waiblingen Feurige Deifelshexa verzichtet wegen Corona auf Aktionen

Jochen Wiorek, der sich bei der 1. Narrenzunft Waiblingen Feurige Deifelshexa um Kasse und Pressearbeit kümmert, betont, dass spätestens im Dezember aus den Prognosen des Robert-Koch-Instituts ersichtlich war, dass die Omikron-Welle in Deutschland ihren Höhepunkt voraussichtlich in der Fastnachtswoche erreichen wird. „Bis auf zwei Vereine hatten alle Gruppen, bei denen wir dieses Jahr zu Gast gewesen wären, Weitsicht und Vernunft bewiesen und frühzeitig ihre Umzüge und Abendveranstaltungen bereits vor dem 6. Januar selbst abgesagt.“ Die Feurige Deifelshexa haben deshalb wie bereits 2021 geschlossen als Gruppe das Häs im Schrank gelassen und auf das traditionelle Abstauben am 6. Januar verzichtet. Sie werden keine eigenen Aktionen in dieser Faschingssaison anbieten und sich auch nicht an Aktionen beteiligen.

Waiblinger Karneval-Gesellschaft „Die Salathengste“ schmücken ebenfalls die Altstadt

Die Waiblinger Karneval-Gesellschaft „Die Salathengste“ (WKG) wird am Samstag, 5. Februar, ebenfalls beim Aufhängen der Stofffetzen in der Altstadt mithelfen. Eine Hälfte der Innenstadt, sagt die Pressebeauftragte Sabine Schrage, schmücken die Salathengste, die andere die 1. WFG. Auch dekorieren die Salathengste Geschäfte mit Gardekostümen und dem Salathengsthäs.

Ausfallen musste bei den Salathengsten in diesem Jahr das Maskenabstauben am Dreikönigstag. Gleich darauf startete dafür eine interne Foto-Challenge, bei der Vereinsmitglieder über Whatsapp Fotos einschicken konnten – und zwar wöchentlich zu einem bestimmten Faschingsmotto. 20 Mitglieder machen hier regelmäßig mit. In der vergangenen Woche ging es um Märchen – und gewonnen hat hier ein Foto eines Froschkönigs. Die Aktion soll noch bis Ende der Faschingssaison laufen. „Da kommen immer coole Bilder raus“, weiß Sabine Schrage.

Salathengste wollen Jugendprunksitzung des Landesverbands 2024 ausrichten

Bei der für den Februar geplanten Jugendprunksitzung des Landesverbands hoffen die Salathengste, diese dann im Jahr 2024 ausrichten zu können. Schade findet es die Pressebeauftragte auch, dass die Salathengste ihren 33. Geburtstag in diesem Jahr nicht wie geplant feiern können. Das soll natürlich möglichst in der nächsten Faschingssaison 2022/2023 nachgeholt werden. „Da hoffen wir drauf.“

Ansonsten ist es für die Salathengste natürlich im zweiten Corona-Jahr noch schwerer geworden, die Mitgliederzahlen zu halten. „Besonders bei den Tänzerinnen merken wir das nachlassende Interesse am Tanzsport, da es durch die fehlenden Veranstaltungen auch keine Auftritte gibt.“

Ministerpräsident Kretschmann hat angekündigt, Faschingsumzüge in diesem Jahr zu verbieten – aber dass diese stattfinden können, haben die Waiblinger Narren ohnehin nicht geglaubt. Laut Rainer Niclaus, Pressewart der 1. Waiblinger Faschingsgesellschaft, wird die 1. WFG auch keine Hallenveranstaltungen in dieser Faschingssaison abhalten – obwohl dies rechtlich möglich wäre.

Wenn aber bei den Besucherzahlen wie derzeit nur maximal 50 Prozent der Kapazität einer Halle genutzt werden

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