Waiblingen

Fast zwei Millionen Euro Zuschuss

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Während der Gartenschau 2019 sollen die Gäste das Remstal auch vom Fluss kennenlernen. © Archiv Schneider / ZVW

Waiblingen.
Der Verband Region Stuttgart hat in einer Sitzung des Planungsausschusses die Mittelvergabe beschlossen. Sie stammen aus einem Gartenschau-Sondertopf im Rahmen des Kofinanzierungs-Programms für den Landschaftspark Region Stuttgart.

Vier Projektschwerpunkte stehen im Mittelpunkt

Gefördert werden die elf Kommunen, die aus dem Verbandsgebiet kommen. Vier Projektschwerpunkte stehen dabei im Mittelpunkt: die Entwicklung und Umsetzung eines durchgängigen Wanderwegenetzes, die Einrichtung einer Kanuroute, die Neu- oder Umgestaltung von Aussichtspunkten und das Architektur-Highlight „16 Stationen“.

Im Anschluss an die gestrige Sitzung übergaben Verbandsvorsitzender Thomas S. Bopp und Regionaldirektorin Dr. Nicola Schelling symbolisch einen Chinesischen Geldbaum an Matthias Klopfer, Aufsichtsratsvorsitzender der Remstal-Gartenschau 2019 GmbH, und seinen Geschäftsführer Thorsten Englert.

„Wir freuen uns und sind sehr dankbar über die zusätzlichen Fördermittel vom Verband Region Stuttgart. Ohne diesen finanziellen Zuschuss wären viele unserer geplanten Projekte so nicht umsetzbar gewesen“, sagte Matthias Klopfer. Thorsten Englert ergänzte: „Die Unterstützung vom Verband Region Stuttgart unterstreicht noch einmal die enorme Bedeutung der Remstal-Gartenschau 2019, nicht nur für die beteiligten Kommunen. Es ermöglicht uns, innovative Projekte zu finanzieren und die Standortqualität im Remstal nachhaltig zu erhöhen.“

Lebensqualität ist auch ein Stück Standortmarketing

„Die Remstal-Gartenschau ist ein besonderes Highlight, denn anders als bei bisherigen Gartenschauen, präsentiert sich ein ganzer Landschaftsraum“, so Regionaldirektorin Nicola Schelling laut einer Pressemitteilung der Region Stuttgart.

„Mit der Kofinanzierung der Gartenschau-Projekte geben wir einen wichtigen Impuls für die Entwicklung guter Ideen. Gleichzeitig stärken wir den Prozess der interkommunalen Kooperation und damit die regionale Identität.“

Die Region trage dazu bei, über die Zeit der Gartenschau hinaus die Erholungs- und Lebensqualität für die Bürger der Region weiter auszubauen. Darüber hinaus seien auch wirtschaftliche Aspekte bedeutend – denn Lebensqualität sei auch ein Stück Standortmarketing.

16 Stationen seien ein Alleinstellungsmerkmal

Die Fraktionen in der Regionalversammlung befürworteten den Sondertopf, schreibt der Verband und zitiert Jürgen Lenz (CDU): „Wir beschließen nicht jeden Tag über die Förderung von zwei Millionen Euro. Umso mehr freuen wir uns, dass uns alle Projekte begeistert haben – sie sind nachhaltig und werden in die ganze Region hineinstrahlen.“

Dorothee Kraus-Prause von den Grünen lobte, dass alle Projekte sehr gut die Herausforderung der Interkommunalität adressieren. Besonders die 16 Stationen seien ein Alleinstellungsmerkmal mit einem hoffentlich langfristig großen Werbeeffekt.

"Das Projekt ist ein tolles Experiment"

Für die SPD-Fraktion sind die Stationen das Highlight der Gartenschau. „Das Projekt ist ein tolles Experiment, das sehr gelungen zu sein scheint und die hohe Förderung rechtfertigt. Wir freuen uns auf die Umsetzung,“ so Regina Traub.

Peter Aichinger, Freie Wähler, findet die Objekte in der Landschaft faszinierend oder auf Schwäbisch gesagt „net schlecht“. Für Christoph Ozasek von den Linken sind die Stationen ein Vorbote für die IBA – gewissermaßen eine Werkschau in der freien Fläche. Auch die FDP stimmte zu. „Es ist eine geniale Idee, interkommunale Projekte zu fördern, so Kai Buschmann.


500 000 Euro für die „Weißen Häuser“ erhalten die elf Kommunen in der Region Stuttgart: Remseck, Fellbach, Waiblingen, Kernen, Korb, Weinstadt, Remshalden, Winterbach, Schorndorf, Urbach und Plüderhausen: „Bauliche Inszenierung eines ausgewählten Standortes der jeweiligen Kommune mit Landmarken-Stationen. Die architektonischen Projekte werden an markanten landschaftlichen und/oder topografischen Orten auf der Grundlage von Entwürfen renommierter Architekturbüros umgesetzt.“

450 000 Euro für die Wanderwegekonzeption: „Entwicklung eines zusammenhängenden Wanderwegenetzes zur touristischen Aufwertung des Gesamtlandschaftsraumes sowie zur Schaffung neuer Aufenthalts- und Freizeitqualitäten. Die bestehenden lokalen Wanderwege werden zu einem durchgängigen Netz mit einheitlicher Beschilderung sowie neuen oder modernisierten Rastplätzen mit einheitlichem Möblierungskonzept ausgebaut. Ziel ist es, den Landschaftsraum durchgängig erlebbar zu machen.“

750 000 Euro für die Rems(tal)blicke in Remseck, Waiblingen, Kernen, Winterbach, Schorndorf, Urbach und Plüderhausen: „Besonders inszenierte Aussichtsplätze und -punkte mit Blick auf die Rems und das Remstal: Neuordnung und Neuanlage von Rast- und Aussichtsplätzen entlang der Remsufer oder auf den Höhen mit Blick ins Tal, Ausstattung mit einheitlichem Gartenschaumobiliar.“

260 000 Euro erhalten Waiblingen und Weinstadt für eine Kanuroute an der Rems: „Die Maßnahme beinhaltet die Neuanlage oder Umgestaltung von Ein- und Ausstiegsstellen mit Rastplätzen und Wehrumtragungs-Stellen. Die Rems rückt in den Fokus und wird besser erlebbar gemacht.“ Ursprünglich war eine längere Kanuroute von Winterbach bis Waiblingen geplant. Remshalden zog aber nicht mit.