Waiblingen

Ferienjobs auf den letzten Drücker? Kein Problem

Ferienjob
Ein beliebter Ferienjob-Arbeitgeber ist die Post. (Archivbild) © Schneider / ZVW

Waiblingen. „Koi Zeit, muss schaffa!“ Ein Spruch, den viele Schüler in den nächsten Wochen über die Lippen bringen werden. In wenigen Tagen beginnen die Sommerferien. Sechs Wochen, in denen viele Schüler durch Ferienjobs ihr Taschengeldkonto aufbessern wollen. In der Sommerzeit sind Angebot und Nachfrage für attraktive Jobs groß.

Die leichteste Möglichkeit ist das altbewährte Vitamin B, das Ergattern von Ferienjobs über Bekannte und Verwandte. Doch auch für diejenigen, denen dieser Weg verwehrt bleibt, gibt es zahlreiche Möglichkeiten, einen passenden Job zu finden.

Was erwartet mich im Ferienjob?

Die Großzahl der Ferienjobs findet in der Fertigung, Montage oder Logistik statt. Am Fließband werden beispielsweise Bauteile zusammengesteckt, Pakete versandfertig gemacht oder das Lager auf Vordermann gebracht. Größere Betriebe bieten hierbei häufig eine lukrative Bezahlung an, meist wegen der Arbeit im Schichtdienst. Dieser birgt jedoch neben der hohen Vergütung auch seine Schattenseiten. Häufig ist der Ferienjobber auf dem Weg zur Arbeit, während sich andere auf den Weg in das Bett bewegen.

Ab welchem Alter darf ich welche Tätigkeit ausüben?

Arbeiten ist generell ab 13 erlaubt. Das Jugendarbeitsschutzgesetz besagt, dass Kindern unter 13 Jahren das Arbeiten untersagt ist. Ab 13 Jahren dürfen Kinder mit der Zustimmung der Eltern bereits zwei Stunden am Tag zwischen 8 und 18 Uhr arbeiten, so die IHK Region Stuttgart über Ferienjobs für Schüler. Hier eignet sich besonders das Austragen von Zeitungen, Gartenarbeit oder das Angebot von Nachhilfeunterricht. 15- bis 17-jährige vollzeitschulpflichtige Jugendliche dürfen in den Schulferien höchstens vier Wochen (20 Arbeitstage im Kalenderjahr) beschäftigt werden. Die Vollzeitschulpflicht beträgt nach dem baden-württembergischen Schulgesetz nach Abschluss der Grundschule auf der weiterführenden Schule fünf Jahre. Von Ausnahmen abgesehen, dürfen sie täglich maximal acht Stunden und 40 Stunden wöchentlich arbeiten. Werden die acht Stunden täglich nicht überschritten, dürfen Jugendliche grundsätzlich von Montag bis Freitag zwischen 6 Uhr und 20 Uhr arbeiten.

Hierbei gibt es jedoch zahlreiche Ausnahmen. So können beispielsweise über 16-Jährige in Gaststätten bis 22 Uhr und in Bäckereien ab 5 Uhr beschäftigt werden. Volljährige Schüler fallen nicht mehr unter das Jugendarbeitsschutzgesetz. Sie dürfen daher in den Ferien, aber auch neben der Schule eine Beschäftigung aufnehmen.

Wie viel darf ich maximal verdienen?

2017 wurde der steuerfreie Grundfreibetrag von 8652 Euro auf 8820 Euro brutto jährlich angehoben. Solange Arbeitnehmer unter dieser Grenze bleiben, bekommen sie vom Arbeitgeber eventuell einbehaltene Steuern komplett über eine Steuererklärung beim zuständigen Finanzamt zurück.

Auf das Kindergeld hat ein Ferienjob keinerlei Auswirkungen, denn alle Minderjährigen erhalten Kindergeld.

Sind so kurzfristig überhaupt noch Stellen frei?

Die positive Wirtschaftslage eröffnet Schülern beispielsweise die kurzfristige Bewerbung bei der Alfred Kärcher GmbH & Co. KG. „Aufgrund der guten Auftragslage hat sich das Unternehmen erst kürzlich dazu entschieden, weitere zusätzliche Ferienjobs in der Produktion am Stammsitz in Winnenden anzubieten.“ So Steffen Sauer, zuständig für Corporate Communication bei Kärcher Winnenden.

Onlineportale wie www.jobangebote.de und www.rems-murr-jobs.de bieten aktuell noch eine Vielzahl verschiedenster Ferienjobs an.

Es lohnt sich ebenso ein Blick auf die Websites größerer Firmen der Region.

Auch Zeitarbeitsfirmen sind eine gute Anlaufstelle für die kurzfristige Vermittlung von Ferienjobs.

Laut Isa Herrmann, Pressesprecherin der Agentur für Arbeit Waiblingen, ist die Nachfrage nach Ferienjobbern besonders in Dienstleistungsbereichen wie Gastronomie, Reinigung oder der Post sehr hoch. Hier bleiben im Verlauf der Ferien häufig viele Stellen unbesetzt. Für Spätentschlossene sind dort die Chancen auf einen Sommerarbeitsplatz am größten.

Wie bewerbe ich mich bei meinem Wunschbetrieb?

Die richtige Bewerbung ist der Schlüssel zum Erfolg. Um in größeren Betrieben die Chancen auf eine Ferienanstellung zu erhalten, ist neben der pünktlichen Abgabe auch die Aussagekraft der Bewerbung wichtig. „Da wir jedes Jahr eine Vielzahl von Bewerbungen erhalten, können wir leider nicht alle berücksichtigen. Im Auswahlprozess spielen eine enge Verbundenheit zum Unternehmen, eine eventuell vorhergegangene Beschäftigung bei Stihl und soziales Engagement eine Rolle.“ So Simeon Schaaf, Ansprechpartner für Unternehmenskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit bei der Stihl AG & Co. KG in Waiblingen. „Für den Sommer 2017 sind bereits alle Ferienjobs vergeben. Die Bewerbungsfrist ist am 30. April abgelaufen.“ So Schaaf weiter.

Wie hat sich das Angebot an Ferienjobs im Vergleich zu 2016 entwickelt?

Laut Isa Herrmann kann man in diesem Jahr aufgrund der positiven Wirtschaftslage keineswegs von einem Rückgang der Jobangebote ausgehen.

Wo finde ich speziell an Schüler gerichtete Jobangebote?

Die Seite www.schuelerjobs.de bietet eine kostenlose Registrierung, ein umfassendes Angebot und eine Filterfunktion, um Jobs im Umkreis zu finden. Außerdem besteht die Möglichkeit, sich direkt über das Portal bei der Wunschfirma zu bewerben. Für all diejenigen, die nichts Passendes gefunden oder leider keinen Ferienjob für die nächsten sechs Wochen bekommen haben, eignet sich alternativ ein Schülerpraktikum in einem Betrieb, welchen man sich als späteren Arbeitgeber vorstellen kann. Hierbei sammelt man außerhalb der Schule nützliche Berufserfahrung und steigert die Chancen auf eine Zusage für einen späteren Ausbildungsplatz.

In der Jobbörse der Agentur für Arbeit finden sich ebenfalls Ferienjobs, und zwar in der Rubrik „Stellen für Helfer“ und „Ferienjob“. Derzeit werden noch eine Reihe von Aushilfsjobs im Rems-Murr-Kreis oder im näheren Umkreis, beispielsweise in Reinigungsunternehmen, als Maschinenhelfer oder als Bodenverleger, angeboten.